Triggerpunkte - Ein Handarbeitskurs zur Spaltung der Gesellschaft

Prof. Zebu Kluth
„Triggerpunkte“ – Ein Handarbeitskurs zur Spaltung der Gesellschaft

Seminar, Deutsch/English, 2 SWS, 2 ECTS
Donnerstags, wöchentlich, 18-20 Uhr, ab 18.4.2024, Hardenbergstr. 33, Raum 101

Anmeldung auf Moodle beginnt am 15.04.2024:
https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/view.php?id=2252
Moodle Enrollment Key / Einschreibeschlüssel: handarbeit

Soziale Konflikte sind nie einfach nur da, sie werden auch gesellschaftlich hergestellt: entfacht, angeheizt, getriggert. Von einer „Spaltung der Gesellschaft“ ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als zur Zeit der Studentenproteste oder in den frühen Neunzigern? Nicht zuletzt, weil man eine Spaltung auch herbeireden kann, tut mehr Klarheit not. Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser kartieren aufwendig die Einstellungen in vier Arenen der Ungleichheit: Armut und Reichtum; Migration; Diversität und Gender; Klimaschutz. Bei vielen großen Fragen, so der überraschende Befund, herrscht einigermaßen Konsens. Werden jedoch bestimmte „Triggerpunkte“ berührt, verschärft sich schlagartig die Debatte: Gleichstellung ja, aber bitte keine „Gendersprache“! Umweltschutz ja, aber wer trägt die Kosten? Eine 360-Grad-Vermessung der Konflikte um alte und neue Ungleichheiten, die eine unverzichtbare Diskussionsgrundlage bietet und viele Mythen entzaubert.

Wo und wie lässt es sich über gesellschaftliche Grabenkämpfe besser und ruhiger sprechen, als bei der Handarbeit. Daher beschäftigen wir uns nach den guten Erfahrungen des vergangenen Semesters weiter mit eigenen Handarbeiten, mit Stricken oder Häkeln und fertigen im Verlauf ein eigenes Stück an. (Wobei auch vollkommene Anfänger*innen willkommen sind.)

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Studium-Generale-Schein: Inhaltliche Gestaltung eines Seminartermins und Leitung der Diskussion anhand des Buches „Triggerpunkte - Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft“ von Prof. Thomas Lux, Steffen Mau und Linus Westheuser als Gruppenarbeit, regelmäßige Anwesenheit und kontinuierliche Arbeit am eigenen Handwerksstück, das im Verlauf des Semesters fertiggestellt werden soll.

 

Zebu Kluth studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Er war in den 1990er Jahren am Hebbel-Theater tätig, war unter anderem Mitbegründer der sophiensaele und der Tanznacht Berlin, war 1996 bis 2001 Künstlerischer Leiter des Theaters am Halleschen Ufer (heute HAU2), das sich in dieser Zeit zu einem der führenden Orte für performative Theaterformen und zeitgenössischen Tanz entwickelte, vertrat die Freie Szene Darstellende Kunst im Rat für die Künste der Akademie der Künste Berlin. Von 2004 bis 2017 Geschäftsführer der Stäitsch Theaterbetriebs GmbH, die neben vier Theatern in Hamburg und einem Gastspielbetrieb im gesamten deutschsprachigen Raum auch die Hamburger Kammerspiele betreibt, 2021 Mitbegründer der bundesweiten Privattheatertage und bis 2017 im Vorstand des Hamburger Theater e.V. und Mitglied in der Privattheatergruppe des Deutschen Bühnenvereins. Von 2017 bis 2021 Rektor der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Seit 2021 Professor für künstlerisches Selbstmanagement und Kulturvermittlung an der Universität der Künste Berlin.