Rotten Prints (All Good Things Must Come To An End)
Charlotte Hornung & Jo Rüßmann
Rotten Prints (All Good Things Must Come To An End)
Blockseminar, Deutsch/English, 2 SWS, 2 ECTS
Freitags/Samstags, jeweils 10-18 Uhr, 27./28.11.2026 sowie 4./5.12.2026
Grunewaldstr. 2-5, Raum 15
Anmeldung auf Moodle ab / Registration on Moodle begins 12.10.2026: https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/view.php?id=3309
Einschreibeschlüssel / Enrollment Key:rotten
Was trotzt unseren Versuchen, die Zukunft greifbar (und haltbar) zu machen? Schimmel, Fäulnis und Verfall markieren den Übergang von menschlichen zu nicht-menschlichen Welten – von materieller zu bakterieller oder mykologischer Kultur. Mit dem ästhetischen Potenzial des Schimmelpilzes setzen sich nicht nur zeitgenössische Künstler*innen auseinander; die menschliche Faszination mit den Agenten der Vergänglichkeit reicht weit zurück, und zeichnet sich beispielsweise in den überreifen Früchten oder welken Blumenköpfen klassischer Stillleben ab. Wir arbeiten mit der Methode der „Verlorenen Form“ im Siebdruck. Bei dieser gibt es kein Zurück – jede Farb-Ebene ergibt sich reduktiv aus der vorherigen, die Druckform geht also im Prozess verloren. Das Schwinden und Eröffnen zeitlicher Horizonte wird erfahrbar, da jede Entscheidung alle zukünftig möglichen Entscheidungen bedingt und limitiert: eine Einladung zum ergebnisoffenen Arbeiten. Der Kurs findet als Blockseminar an vier Terminen in der Siebdruckwerkstatt des Medienhauses statt. Es wird keine druckgrafische Vorerfahrung benötigt.
Leistungsanforderungen für den unbenoteten Schein / Fulfilment criteria for ungraded accreditation: Regelmäßige und aktive Teilnahme an der Siebdruck-Einführung zu den Grundlagen und den Sitzungen des Seminars. Zeichnerische Experimente & 2-3 mehrfarbige Siebdrucke.
Jo Rüßmann (sie / ihr), lebt und arbeitet als Illustratorin und Comiczeichnerin in Berlin. Sie schreibt und zeichnet grafische Erzählungen mit dem Schwerpunkt auf der Spannung, welche zwischen linearer Narration und deren Subversion durch narrative und logische Brüche erzeugt wird. Analoges Zeichnen und Druckgrafik stehen immer im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Charlotte Hornung (sie / ihr) arbeitet und lebt als freie Druckgrafikerin in Berlin. Markante Farb- und Formkompositionen, experimentelle Narrative und manuelle Druckvorgänge charakterisieren ihre gestalterische Arbeit. Sie fertigt Druckgrafiken mit Risographie, Sieb- oder Schablonendruck an, sowohl auf Papier als auch auf konstruierten Objekten.