Atlas der Abwesenheit: Wege zur Community-basierten gesellschaftspolitischen Heilung?

Marianne Ballé Moudoumbou
Atlas der Abwesenheit: Wege zur Community-basierten gesellschaftspolitischen Heilung?

Seminar, Deutsch/English, 2 SWS, 2 ECTS
Mittwochs, 14-18 Uhr, 6 Sitzungen: 17.4., 24.4., 15.5., 29.5., 19.6., 26.6.2024, Hardenbergstr. 33, Raum 110

Registration on Moodle starts 15.04.2024 / Anmeldung auf Moodle beginnt am 15.04.2024:
https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/view.php?id=2230
Moodle Enrollment Key / Einschreibeschlüssel: atlas

Im Juli 2023 erschien der „Atlas der Abwesenheit“. Bisher verfolgen jede Community und jeder Staat eigene Strategien zur Rückführung der geraubten Entitäten. Die intersektionale Dimension der Restitutionen und Reparationen wird meistens übersehen.
Dieses Seminar thematisiert die verschiedenen strategischen, gesellschaftspolitischen und wissenschaftlichen Ausrichtungen in der lokalen, regionalen und „globalen“ feministischen und panafrikanischen Bewegung im weitesten Sinne des Wortes. Es soll die Wahrnehmung schärfen im Hinblick auf Restitutionen und Reparationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Wahrnehmung von Restitutionen und Reparationen als Heilungsprozesse für die fordernden Communities und Einzelpersonen.

Durch den Besuch von Ausstellungen, Recherchen (Schwerpunkt Gruppenarbeit), Medienanalyse (Bücher, Texte, Artikel, Filme, Medienbeiträge) und eigene Reflexionen gewinnen Studierende einen besseren Einblick in die aktuelle und jahrhundertlange Diskussion über Restitution im Kontext der Maafa. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine kritische Auseinandersetzung mit Begriffen wie „Kolonisation“ und der Rolle von Museen und bisherigen Strategien der Restitution.

Die gesellschaftspolitische Dimension und soziale Bedeutung der „Entitäten“ wird durch die Analyse geplanter und teilweise erfolgter Rückkehr einiger Ahn*innen verschiedener Communities nach Namibia, der Ngonnso (Nordwestkamerun), der Königsinsignie Tangué (Sawa-Region, Kamerun), und Interventionen wie der Besuch S. M. Nabil Mbombo Njoya, Sultans von Foumban (Thron der Bamoun). Ein Schwerpunkt wird auch auf die Rückbesinnung auf verschiedene Kunsttechniken, Ausdrucksformen und Handwerke, wie die Färbung und die Erstellung von Textilien (Bogolan, Indigo) u.a. aus Burkina Faso, Ghana und Mali, sowie Zimbabwe, in einer historischer Betrachtung für die verwobene Geschichte unterschiedlicher Communities und die Traumabewältigung (Namibia).

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Studium-Generale-Schein: Regelmäßige und aktive Teilnahme in den Sitzungen, regelmäßige Lektüre für die Sitzungen, ein Kurzreferat, Präsentation von Rechercheergebnissen, kurze Produktion (Podcast), Poster + Reflexion.

Marianne Ballé Moudoumbou ist Diplom-Dolmetscherin. Sie engagiert sich in einem breiten Bündnis für eine offizielle Anerkennung der während der „Maafa“ – Große Zerstörung – verübten Völkermorde und Verbrechen und für entsprechende Entschädigungen. Sie ist in vielen Organisationen engagiert: als Sprecherin des Pan-African Women’s Empowerment & Liberation (PAWLO)-Masoso e.V., als Mitbegründerin und stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V. und als aktuelle Sprecherin des Vertreter*innenrats der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisation (BKMO). Sie war Mitglied in der Vollversammlung der IHK Potsdam, ist Mitglied im Sprecherrat von VENROB e.V. und dem Netzwerk entwicklungspolitischer Gruppen, Initiativen und Vereine im Land Brandenburg als auch Mitbegründerin des Komitees für ein Afrikanisches Denkmal und Mitglied im Landesintegrationsbeirat Brandenburg. Sie ist weiterhin aktuell Gastdozentin an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und leitet das Teilprojekt VIW-Vitamin P-PAWLO-Palanca-SdE Chancenpatenschaft in Brandenburg. Sie studierte Angewandte Sprachwissenschaften an der Sorbonne Nouvelle in Paris. Ballé Moudoumbou schreibt, produziert und moderiert deutschlandweit in öffentlichen und privaten Medien, Radiosendungen und Publikationen.