Weiche Macht

Linnéa Bake
Weiche Macht

Blockseminar, Deutsch/English, 2 SWS, 2 ECTS
Samstags / Sonntags, jeweils 10-18 Uhr:
12./13.12.2026 in Hardenbergstr. 33, Raum 102
16./17.1.2027 bei soft power e.V., Fürbringerstr. 11, 10961 Berlin

Anmeldung auf Moodle ab / Registration on Moodle begins 12.10.2026: https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/view.php?id=3331
Einschreibeschlüssel / Enrollment Key: soft

„Soft Power“ spiegelt die Fähigkeit eines Staates wider, andere zu beeinflussen – ohne militärischen Zwang oder wirtschaftliche Anreize, sondern durch Ressourcen „weicher“ Macht: von mediengestützter Lobbyarbeit und Nation-Branding bis hin zum internationalen Kulturaustausch. Transnationale Präsentationen zeitgenössischer Kunst, wie etwa das Format Biennale, sind seit ihren Anfängen Teil dieses Diskurses und werfen auch heute noch Fragen nach der Instrumentalisierung der Kunst als Repräsentantin nationaler Interessen und diplomatischer Absichten auf. Im Gegensatz zur Propaganda entfaltet die „weiche Macht“ dabei ihre wahre Wirkungskraft, wenn sie sich nicht selbst offenbart: Soft Power beruht auf Überzeugung, Beispiel, Verführung und Mythos.

Indem wir uns mit der begrifflichen Definition von Soft Power vertraut machen, identifizieren wir eine Grundlage, auf der wir über diese zugeschriebene Macht – und, angesichts aktueller Geopolitik und der daraus folgenden, lokalen kulturpolitischen Entwicklungen, über deren Zukünftigkeit – kritisch reflektieren können: Zu welchen Strategien der Aneignung lädt der Begriff ein? Welche künstlerischen Auseinandersetzungen provozieren die dem Begriff inhärenten Widersprüche und vermeintliche Gegensätze, etwa: Weichheit als notorisch gegenderte Eigenschaft vs. Stärke/Macht?

Der Kurs "Weiche Macht" im Studium Generale findet als 2-teiliges Blockseminar statt, das im ersten Block die gemeinsame Lektüre und Erarbeitung von Grundlagenwissen zur Begriffstheorie umfasst. Im zweiten Block, der in den Räumlichkeiten des Kunstvereins soft power stattfindet, werden in methodisch offener, künstlerischer Auseinandersetzung mit „Soft Power“ als begriffliche These Kursbeiträge im Rahmen einer Projektwoche erarbeitet. Das Seminar richtet sich an Studierende aller Studiengänge der UdK und es werden keine Vorkenntnisse erwartet. Das Seminar kann auf Deutsch oder auf Englisch angeboten werden (englischsprachige Lektüre).

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Schein / Fulfilment criteria for ungraded accreditation: Moderation/Referat/Erarbeitung eines künstlerisch-diskursiven Formats zu der ausgewählten Textlektüre inkl. anschließende Diskussion zum Thema der Sitzung

Linnéa Bake setzt sich als freischaffende Kuratorin und Autorin mit den politischen Bedingungen auseinander, unter denen kulturelle Räume funktionieren und in die sie intervenieren. Nach ihrem Studium an der UdK und am Royal College of Art in London war sie neben ihrer Arbeit als Mitgründerin des Kunstvereins soft power zuvor u.a. bei der 11. Berlin Biennale, beim Berliner Programm Künstlerische Forschung und an der Akademie der Künste Berlin tätig. Ihre Texte wurden u.a. von der Manifesta 13, dem Kunstverein Göttingen, Künstlerhaus Bethanien, Museum Folkwang und der Kunsthalle Düsseldorf sowie von Magazinen wie Texte zur Kunst, Spike Art Magazine, The Public Review und Nuda veröffentlicht. Nach Residencies und Rechercheaufenthalten u.a. bei Rupert Vilnius und ARC Athens ist sie im Jahr 2026 Curatorial Fellow am Künstlerhaus Bethanien.