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Grenzgänger (Blockseminar)

Dr. Manuel Gogos
Grenzgänger
Blockseminar, 2 SWS, 2 LP
Samstags/Sonntags, jeweils 10-17 Uhr, am 10./11.6. und 24./25.6.2017, Hardenbergstr. 33, Raum 110

Migration drängt sich heute immer mehr ins Blickfeld, sowohl im Straßenbild, wie auch in den Projektionsräumen kultureller Repräsentation. Unser Blick entscheidet darüber, ob und wie wir Migration sehen. Das Blockseminar will diesen Blick schärfen: für kulturelle Formen einer Auseinandersetzung mit und Abbildung von Migrationen in den Medien und den Künsten, sowie Repräsentationen des Migranten in Museen oder im öffentlichen Raum. Ausflüge in die Geschichte der Migration helfen – vermittelt über manches Déjà-vu aus „Ghetto-Diskursen“ der 1970er oder „Das-Boot-ist-voll“-Sentenzen der frühen 1990er Jahre – diskriminierende Sprachformen zu problematisieren und Blickregime zu dekonstruieren. Auch durch kritisches Gegenlesen neurechter, „identitärer“ Diskurse sollen die Studentinnen und Studenten für den prekären Flüchtlingsdiskurs sensibilisiert und damit in die Lage versetzt werden, in ihren je eigenen künstlerischen Gewerken die Herausforderungen unserer Einwanderungsgesellschaft zu thematisieren / parieren.

Der Scheinerwerb setzt Referate über „Feldforschungen“ voraus, wo immer Migration begegnet: im Fernsehen oder in Boulevardzeitungen, auf Stadtspaziergängen oder Straßenbahnfahrten, bei Museums- oder Kinobesuchen, etc.

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Studium-Generale-Schein: regelmäßige, aktive Teilnahme und Referatsbeitrag.

Manuel Gogos ist freier Autor und Ausstellungsmacher. Nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik und Vergleichenden Religionswissenschaften in Bonn promovierte er 2003 über jüdische Diasporaliteratur. Manuel Gogos arbeitet als Literaturkritiker für den Berliner Tagesspiegel und die NZZ in Zürich, sowie als Feature-Autor für Deutschlandfunk und WDR. Von 2002 bis 2005 war er im Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Projekt Migration“ der Kulturstiftung des Bundes tätig. Seit 2005 firmiert er in seiner „Agentur für Geistige Gastarbeit“ als freier Kurator und kuratorischer Berater. Manuel Gogos ist spezialisiert auf die Repräsentation / Musealisierung der Migration. Dafür hat er als Sohn eines griechischen Gastarbeiters auch ein biographisches Motiv. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen wissenschaftlicher Essayistik, Hörbildern und Bildsprachen. Ob als Essayist, Radioautor oder als Ausstellungsmacher: Vor allem versteht er sich als Stoffentwickler, als Erzähler von Geschichte durch Geschichten. Weitere Informationen unter www.geistige-gastarbeit.de.