Freie (darstellende) Kunst produzieren

Prof. Zebu Kluth
Freie (darstellende) Kunst produzieren

Blockseminar, Deutsch/ English, 2 SWS, 2 ECTS
Kurs 1: Samstags/Sonntags, am 23./24.4. und 7./8.5.2022, jeweils 10-17 Uhr,
Kurs 2: Samstags/Sonntags, am 11./12.6. und 25./26.6.2022, jeweils 10-17 Uhr,
Hardenbergstr. 33, Raum 110

Von der Skizze einer freien Produktion bis zur Premiere, der Vernissage oder der Uraufführung legen alle an einer Produktion beteiligten Personen einen langen, komplexen Weg zurück. Gerade auch außerhalb des eigentlichen künstlerischen Rahmens stellt dies hohe Anforderungen an alle Mitwirkenden und externe Partner*innen, was als Produktionsform wiederum auf die ursprüngliche künstlerische Idee oder das Vorhaben zurückwirkt. Kurz gesagt: Auf „Lass uns mal ein Stück machen!“ folgt ein Produktionsprozess, auf den wir uns in diesem Seminar gemeinsam vorbereiten wollen.

Von der Gründung eines Produktionskollektivs, über den Entwurf unserer ersten (beispielhaften) Produktion, eine erste Kalkulation und die Erarbeitung eines Förderantrags, die Suche nach einer Spielstätte und Verträgen für die Mitwirkenden, Urheberrechtsfragen, Steuerfragen, die Vermarktung unserer Produktion bis zur Abrechnung nach Ende der Produktion versuchen wir gemeinsam, die vielen Aspekte einer freier Produktion herauszuarbeiten und zu verstehen: Eine wichtige Voraussetzung, um sie in Zukunft nicht nur selbständig, sondern auch besser nutzen zu können und sie nicht lediglich als zu komplizierte Hürden zu betrachten.

Wir werden uns mit der Entwicklung einer freien Produktion, der organisatorischen Erarbeitung, der Umsetzung und Abwicklung beschäftigen, um einen ersten groben Überblick zu bekommen. Dabei soll der Rahmen so offen gestaltet sein, dass sich die Veranstaltung nicht lediglich an Studierende der darstellenden Künste wendet, sondern an alle Studierenden, die in Zukunft vorhaben, im Bereich künstlerischer Veranstaltungen oder Events tätig zu werden. Gleichzeitig soll sich das Seminar stark an den spezifischen Interessen der Studierenden orientieren, um möglichst schnell zu einem praktischen Lernen und relevanten, zukünftig nutzbaren Erfahrungen zu kommen – auch bei Querschnittsthemen wie Nachhaltigkeit, Gender, gewaltfreier Kommunikation.

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Studium Generale Schein: Regelmäßige und engagierte Teilnahme an der Gruppenarbeit.

Zebu Kluth studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Er war in den 1990er Jahren am Hebbel-Theater tätig, war u.a. Mitbegründer der sophiensaele und der Tanznacht Berlin, war 1996 bis 2001 Künstlerischer Leiter des Theater am Halleschen Ufer (heute HAU2), das sich in dieser Zeit zu einem der führenden Orte für performative Theaterformen und zeitgenössischen Tanz entwickelte, vertrat die Freie Szene Darstellende Kunst im Rat für die Künste der Akademie der Künste Berlin. Von 2004 bis 2017 Geschäftsführer der Stäitsch Theaterbetriebs GmbH, die neben vier Theatern in Hamburger und einen Gastspielbetrieb im gesamten deutschsprachigen Raum auch die Hamburger Kammerspiele betreibt, 2021 Mitbegründer der bundesweiten Privattheatertage und bis 2017 im Vorstand des Hamburger Theater e.V. und Mitglied in der Privattheatergruppe des Deutschen Bühnenvereins. Von 2017 bis 2021 Rektor der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Seit Oktober 2021 Professor für Selbstmanagement und Kulturvermittlung der Universität der Künste Berlin. Weitere Informationen unter http://zebu-kluth.de/.