Videoperformance

Constantin Hartenstein | Prof. Jimmy Robert
Videoperformance

Blockseminar, English/Deutsch, 3 SWS, 2 ECTS, 4 Plätze
Freitags, 14-16 Uhr, 6.11.2020 Einführungsveranstaltung, Grunewaldstr. 2-5, Aula/Raum 201, weitere Treffen in Absprache, GRU Galerie, GRU Hörsaal und Hardenbergstraße
Termine: 20.11., 4.12., 18.12.2020, 8.1.2021, 22.1., 5.2., 19.2. Aufführungen: 26.2.2021
Um Anmeldung bis spätestens 5.11. unter c.hartenstein_ @udk-berlin.de wird gebeten.

Im Zuge der globalen Pandemie drängt sich eine Notwendigkeit digitaler Performance auf. Bücherregalhintergründe avancieren zu Bühnen, eine tiefe Sehnsucht nach non-digitaler Realerfahrung kommt auf, genormte Browserfenster definieren limitierende Aktionsräume zwischenmenschlicher Interaktionen und legen neue technologische Hierarchien fest. Performancekunst, die den Körper als künstlerisches Mittel einsetzt, ist im Stande, soziale Kategorisierungen zu hinterfragen und somit Diskurse und Inhalte jenseits von Heteronormativität zu reflektieren. Im Blockseminar entwickeln die Teilnehmer*innen eigene Videoperformances, die am Ende des Semesters öffentlich aufgeführt werden. Dabei dient das bewegte Bild als vorproduzierte Bühne, als Live-Feed, die Kamera als Schauspieler und beobachtende Instanz, als Tanzpartner, als Dokumentarmedium oder imaginiertes Publikum.
In welchen Zusammenhang kann Performance Art auf das „New Normal“ eingehen? Ist Schauspiel eine Performance? Welche Rolle spielen Kameras, Projektoren und digitale Live-Feeds bei der Entwicklung neuer Performancekunstformate? Wann betritt oder verlässt man eine Bühne oder den Frame? Welche neuen digitalen Performancemittel können zum Ausdruck künstlerischen Schaffens angeeignet werden?

Eingeladene Gäste (tbd.): Ming Wong, Casey Spooner, Ivan Markovic

In the course of the global pandemic, there is a necessity for digital performance. Bookshelf backgrounds advance to stages, a deep longing for non-digital real experience arises, standardized browser windows define limiting spaces for interpersonal interactions and establish new technological hierarchies. Performance art, which uses the body as an artistic medium, is able to question social categorizations and thus to reflect discourses and contents beyond heteronormativity. In the block seminar, the participants develop their own video performances, which are performed publicly at the end of the semester. The moving image serves as a pre-produced stage, as a live-feed, the camera as an actor and observing entity, as a dance partner, as a documentary medium or an imagined audience. In what context can performance art deal with the "New Normal"? Is acting a performance? What role do cameras, projectors and digital live feeds play in the development of new performance art formats? When do you enter or leave a stage or the frame? What new digital performance media can be appropriated to express artistic creativity?

Invited guests (tbd.): Ming Wong, Casey Spooner, Ivan Markovic

Leistungsanforderungen: regelmäßige, aktive Teilnahme, eigenes künstlerisches Werk und dessen Präsentation (Performance)

Jimmy Robert wurde 1975 in Guadeloupe (Frankreich) geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. In den letzten Jahren hat Robert auf der 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst in Berlin; Tate Britain, London; WIELS, Brüssel; Kunst: Konzept, Paris; CCA Kitakiushu Project Gallery, Japan; Cubitt Gallery, London; Neuer Aachener Kunstverein; CAC Bretigny, Frankreich und Diana Stigter, Amsterdam ausgestellt. Jimmy Robert war 2009 Preisträger des Follow Fluxus-After Fluxus-Stipendiums. 2012 hatte Robert Einzelausstellungen in der Galerie Jeu de Paume in Paris, im Museum für zeitgenössische Kunst (MCA) in Chicago und im Juni 2013 im Power Plant in Toronto. Er nahm an der 8. Berlin Biennale teil und performte 2014 im MoMA New York.

Constantin Hartenstein ist ein deutscher Künstler, der in Berlin lebt und arbeitet. Er studierte „Kunst und Medien“ an der Universität der Künste Berlin bei Maria Vedder und Heinz Emigholz. 2010 wurde er zum Meisterschüler von Candice Breitz an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ernannt. 2011 war Hartenstein als Filmproduzent des Deutschen Pavillons der Kunstbiennale von Venedig tätig. Seine künstlerischen Arbeiten sind Teil öffentlicher und privater Sammlungen und werden international in Museen, Galerien, Filmfestivals und Kunstinstitutionen präsentiert. www.constantinhartenstein.com.