African Diaspora? Spuren und Elemente des afrikanischen Erbes in religiösen und weltlichen musikalischen Gattungen Nord- und Lateinamerikas

African Diaspora? Spuren und Elemente des afrikanischen Erbes in religiösen und weltlichen musikalischen Gattungen Nord- und Lateinamerikas
Online-Seminar, 2 SWS, 2 ECTS, 5 Plätze
Donnerstags, 10-12, wöchentlich ab 5.11.2020
Um Anmeldung bis spätestens 30.10. unter rike.jurth_ @yahoo.de wird gebeten.
Achtung: Für Studierende der Fakultät Musik nicht als Studium-Generale-Leistung anrechenbar!

Bis zum heutigen Tag finden sich eine Vielzahl prägender musikalischer Elemente afrikanischen Ursprungs in verschiedensten musikalischen Genres aus dem religiösen und profanen Kontext in Nord- und Lateinamerika. Dabei liegt der Fokus auf musikalischen Verknüpfungen sowie charakteristischen, nach wie vor in den Kompositionen präsenten Komponenten des afrikanischen Erbes, die wir entschlüsseln. In diesem gattungsgeschichtlich orientierten Seminar soll diesen Wurzeln gemeinsam anhand von verschiedenen Beispielen nachgespürt werden. Ob in der kubanischen Santería, im brasilianischen Samba und Candomblé oder im nordamerikanischen Gospel: Wieder und wieder begegnen dem Hörer übereinstimmende elementare Strukturen, die über traditionelle musikalische Gattungen hinausreichen und sich selbst in heutigen Formen der Populärmusik wieder finden. Die prägnanten Elemente und Parallelen werden im Seminar gemeinsam erörtert und in ihrer besonderen Bedeutung für die Gattung zur Analyse und Diskussion gestellt.

In einer Exkursion werden wir ein Konzert/Probe des Berliner Gospelchores Unity Pankow besuchen und mit den Mitgliedern Interviews zum aktuellen Wandel des Genres vor seinem gattungshistorischen Hintergrund durchführen, die im Seminar ausgewertet werden.

Friederike Jurth studierte Musikwissenschaft mit dem Schwerpunkt der Transcultural Music Studies an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und an der Universidade Federal do Rio de Janeiro sowie Geschichtswissenschaft an der Friedrich Schiller Universität Jena. Im Verlauf des Masterstudiums begann sie, sich auf die Musik Lateinamerikas zu fokussieren und ethnografische Feldforschungen in den Sambaschulen von Rio de Janeiro zu realisieren. Als Stipendiatin des DAAD konnte sie mehrjährige, umfangreiche Forschungen in Rio durchführen und ihre Dissertation, eine musikästhetische Studie zum kreativen kompositorischen Prozess der musikalischen Gattung des brasilianischen Samba-Enredo der Sambaschulen von Rio im Sommer 2020 mit dem Prädikat des Summa cum Laude am UNESCO-Chair on Transcultural Music Studies bei Prof. Tiago de Oliveira Pinto in Weimar zum Abschluss führen. Neben Projekten und Lehrveranstaltungen im Bereich ihres Forschungsschwerpunktes Lateinamerika/Brasilien an der Universität der Künste Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Musikhochschule Luzern oder der Universidade Complutense Madrid widmet sie sich interkulturellen Projekten und Forschungsvorhaben wie Beispielsweise „Safar – Musik aus Afghanistan“ oder „Global Music“.

Website: https://mythesis.academy/