Lacan: "Kant mit Sade"

Prof. Dr. Mai Wegener
Lacan: "Kant mit Sade"

Online-Seminar, 2 SWS, 2 ECTS, 5 Plätze
Dienstags, 16-18 Uhr, wöchentlich ab 3.11.2020, Technische Universität
Um Anmeldung bis spätestens 30.10. unter mai.wegener_ @campus.tu-berlin.de wird gebeten.

Was haben die Philosophie der Aufklärung und insbesondere die Ethik Kants mit den von Gewaltorgien durchzogenen, die Lust an der Grausamkeit predigenden Texten Marquis de Sades zu tun? Gibt es neben der Nähe ihrer Entstehungsdaten auch andere, inhaltliche Überschneidungen?
Jacques Lacan behauptet eben dies in seinem Text "Kant mit Sade" (1963/66) - wie vor ihm bereits, wenn auch in anderer Weise, Horkheimer und Adorno in der "Dialektik der Aufklärung" (1944). Im Zentrum des Seminars steht die Lektüre von Lacans Text. Von ihm ausgehend werden auch Kant und Sade selbst, sowie weitere Texte (Horkheimer/Adorno, Žižek, David-Ménard, Allouch, Blanchot u.a.) gelesen und diskutiert.    

Leistungsanforderungen: Lektüre der Texte, gerne ein Referat oder Protokoll

Mai Wegener ist Psychoanalytikerin in freier Praxis, außerdem Kulturwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte an der TU Berlin (FG Literaturwissenschaft) sowie Mitherausgeberin der Zeitschrift RISS. Sie hat 1997 den Psychoanalytischen Salon Berlin (www.pasberlin.de) miteröffnet und 2011 die Psychoanalytischen Bibliothek e.V. (www.psybi-berlin.de). 2008 war sie Gastprofessorin in Köln an der Kunsthochschule für Medien (KHM) und 2001 promovierte sie bei Friedrich A. Kittler an der HU Berlin mit der Arbeit: Neuronen und Neurosen. Der psychische Apparat bei Freud und Lacan. Ein historisch-theoretischer Versuch zu Freuds Entwurf von 1895 (publiziert: München 2004).
Zuletzt erschien von ihr: »Zur Sexuellen Basis der Familie« (in: Mutter, Vater und andere Genealogien. Sigmund-Freud-Vorlesungen 2018. Hg. v. U. Kadi u.a. Wien 2019); »Wissenschaft und Liebe – Notiz zur Übertragung« (in: RISS 89, 2018/2).