Aisthesis Decolonial – Dekoloniale Theorie in Kunst und Gestaltung

Prof. Dr. Miriam Oesterreich
Aisthesis Decolonial – Dekoloniale Theorie in Kunst und Gestaltung

Online-Seminar, Deutsch/English 2 SWS, 2 ECTS, 5 Plätze
Donnerstags, wöchentlich ab 15.04.2021 von 10:15-11:45 Uhr
Um Anmeldung bis 15.4.2021 unter oesterreich@mode.tu-darmstadt.de wird gebeten!

Ausgehend von den Prämissen Dekolonialer Theorie, wie sie von Walter Mignolo und der Grupo Colonialidad/Modernidad entwickelt wurden, soll diskutiert werden, inwiefern diese für kreative und perzeptive ästhetische Prozesse Anwendung finden können. Der Begriff der aisthesis decolonial soll dabei im Zentrum stehen. Neben der Lektüre und Diskussion theoretischer Texte, sollen mögliche Umsetzungen in Kunst, Kunstgeschichte und Gestaltung zwischen Annahmen von Dekonstruktion und Un-Learning-Prozessen debattiert werden. Einen Schwerpunkt bildet die Diskussion aktueller antikolonialer Denkmalstürze im Kontext einer Debatte um ‚decolonial‘ oder ‚southern memories‘ sowie Verschränkungen mit dekolonial-feministischen Positionen.

Daher soll sich mit folgenden Fragen beschäftigt werden: Was ist Kolonialität und wie drückt sich diese in Kunst und Design aus? Inwiefern kann Dekoloniale Theorie für die Künste Anwendung finden? Was kann man unter aisthesis decolonial verstehen? Inwiefern sind anti-koloniale Ikonoklasmen wie die medienintensiv debattierten Denkmalstürze als einer dekolonialen Ästhetik folgend zu verstehen? Wie hängen Zuschreibungen von Kolonialität mit Geschlechterannahmen zusammen?

Leistungsanforderungen: regelmäßige, aktive Teilnahme, Übernahme eines Impulsreferats, aktive Lektüre zur Vorbereitung der LV.

Foto: Desmond Bowles (photographer): Removal of the statue of Cecil Rhodes (sculptor: Marion Walgate) from the campus of the University of Cape Town, 9 April 2015, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:-RMF_Statue_Removal_04_Desmond_Bowles.jpg

Miriam Oesterreich ist seit dem Sommersemester 2021 Professorin für Theorie der Gestaltung/Gender Studies an der Universität der Künste Berlin. Sie war zuvor Athene Young Investigator, Postdoktorandin der Kunstgeschichte und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Mode & Ästhetik der Technischen Universität Darmstadt. Außerdem war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Worlding Public Cultures – The Arts and Social Innovation an der Universität Heidelberg und ist dort weiterhin assoziiert. Zurzeit forscht sie zu den globalen Verflechtungen des mexikanischen Indigenismus als avantgardistische Kunstpraxis. In ihrer Dissertation arbeitete sie die Inszenierungen ‚exotischer‘ Körper in früher Bildreklame, 1880-1914 für die Kunstgeschichte auf. Sie studierte an den Universitäten in Heidelberg, Havanna (Kuba), Valencia (Spanien) und an der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte, Romanistik und Altamerikanistik. 2019 war sie Ansel-Adams-Fellow des Center for Creative Photography an der University of Arizona.