Sandra Lambrecht

Alumni-Portrait

Portrait von Sandra Lambrecht (LDI-Alumna)

Quelle: Sandra Lambrecht
Kreative Arbeit (Papier-Zuschnitt)

Sandra Lambrechts heimliche Highlights sind Module, in denen sie kreativ experimentieren konnte.

Quelle: Sandra Lambrecht

Liebe Frau Lambrecht, bitte stellen Sie sich kurz vor:

Hallo, ich bin Sandra Lambrecht und studiere seit Oktober 2019 Leadership in Digitaler Innovation (LDI); ich bin also eine der ersten, die den neuen Studiengang LDI kennenlernen durfte. Tatsächlich ist das schon mein drittes Hochschulstudium und auch das dritte nebenberufliche Studium, das ich absolviere. Ich habe eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und da lag es nahe danach ein klassisches BWL-Studium an der FH Kaiserslautern zu beginnen. Damals noch auf Diplom. Und als ich dann in den Personalbereich Fuß gefasst habe, habe ich an TU Kaiserslautern meinen Master of Arts in Personalentwicklung gemacht. Mittlerweile arbeite ich bei der Evangelischen Bank eG in Kassel als strategische Personalentwicklerin und dazu gehört auch unsere Führungskräfte aus- und weiterzubilden, sowohl fachlich und methodisch als auch im Rahmen ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Was verbinden Sie als Erstes mit der UdK Berlin?  

Mit der UdK verbinde ich vor allem Großstadt, bekannte Persönlichkeiten unter den Alumni und ein Mindset, das geprägt ist von „einfach mal machen, könnte ja gut werden“. Der Spirit, dass jeder ermutigt wird neue Dinge auszuprobieren und seine individuellen Talente zu stärken ist an der UdK überall spürbar. Gerade im Vergleich zu der Technischen Universität Kaiserslautern fühlt sich die UdK weltoffener und freier an.

Warum haben Sie sich für LDI und für die UdK Berlin entschieden?

Obwohl ich mich selbst als technisch affin und digitalen Anwendungen gegenüber sehr interessiert beschreiben würde, gibt es ganz viele digitale Lösungen, die ich nur vom Hörensagen kannte. Ich fand die Verknüpfung von Leadership und digitaler Innovation total spannend. Wie können Leader in die Lage versetzt werden, das vorhandene Potenzial gewinnbringend nutzen? Dabei habe ich mir erhofft viele digitale Tools kennenzulernen, die Führungskräfte in die Lage versetzen sich selbst und ihre Mitarbeitenden zu innovativen Vorreitern zu machen. Selbstorganisation, Eigen- und Fremd-Motivation und der effiziente Einsatz digitaler Lösungen zur Erreichung der (Team-)Ziele stand auf meiner Liste der Dinge, die ich lernen und trainieren wollte. Die Ausschreibung des Studiengangs passte da ganz genau. Und die Möglichkeit das Studium nebenberuflich zu absolvieren, aber dennoch regelmäßig vor Ort in Berlin sein zu können und mich mit meinen Kommilitonen auszutauschen waren dann die ausschlaggebenden Gründe warum ich das Studium aufgenommen habe.

Was ist das Wichtigste, das Sie bisher an der UdK Berlin gelernt haben? Konnten Sie etwas beruflich anwenden?

Hui, das ist schwierig. Das eine Wichtigste kann ich gar nicht definieren. Ich bin mittlerweile im vierten Semester und habe in nahezu jedem Modul etwas mitgenommen, das neu für mich war oder das ich vertiefen konnte. Vieles davon konnte ich auch direkt in meinem beruflichen Alltag umsetzen. Das Modul „Digitale Öffentlichkeit“ hat mich gelehrt, dass es viele verschiedene parallele Öffentlichkeiten gibt. Vor allem in Zeiten der Krise und in der Unternehmenskommunikation (intern wie extern) muss das berücksichtigt werden und es gibt tatsächlich Möglichkeiten, wie Unternehmen professionell und erfolgreich auf Shitstorms oder negative Kritik in den sozialen Netzwerken oder den digitalen Medien reagieren können. Auch das Modul „Leadership und Organisation“ hat viele praktische Zusammenhänge aufgezeigt und mich weitergebracht. Vor allem, die Art der Prüfungsleistungen hat mich persönlich weitergebracht: Einen Podcast aufnehmen und veröffentlichen war neu für mich; unter Lockdown-Bedingungen ein gemeinsames Video zu drehen, vertonen, schneiden und als Gruppenleistung abzugeben war eine spannende Herausforderung und auch anstelle einer klassischen Hausarbeit einen Blog zu schreiben war eine gute Möglichkeit die vorhandenen digitalen Tools zu nutzen und unter live-Bedingungen anzuwenden.

Aber mein heimliches Highlight waren die Module „Design und Kreativität“ und „Grundlagen der Gestaltung“. Als Bankerin bin ich ja eigentlich nicht so kreativ, aber das Design eines Möbelstücks oder die nutzerorientierte Auswahl verschiedener Schriftarten für Plakate und Werbekampagnen war völlig an meinem beruflichen Alltag vorbei und hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Und darf ich mich jetzt „Designer“ nennen, wenn ich an der Universität der Künste in „Grundlagen der Gestaltung“ eine 1,0 erhalten habe? (lacht)

Wie wirkt sich die Pandemie seit einem Jahr auf Ihr LDI-Studium aus? Wie haben Sie die Umstellung erlebt? Welche Herausforderungen oder auch vielleicht Chancen gehen damit einher?

Die Umstellung der Module auf online Vorlesung hat sehr gut funktioniert. Klar, dann und wann ist die Internetverbindung mal instabil oder WebEx will nicht so, wie wir das wollen, aber das sind Randthemen. Im ersten Moment hatte ich Sorge vor 8-stündigen Vorlesungen online allein vor meinem Laptop: wie soll ich mich denn da motivieren zuzuhören? Merkt das jemand, wenn ich nebenbei bügele? Ich könnte doch jetzt auch ins Schwimmbad gehen und es merkt doch keiner.... Alles Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Aber die Lehrenden haben das sehr gut hinbekommen, ein Konzept zu erstellen, dass ausreichend Aktivpausen, Gruppenarbeiten in Breakoutrooms und Einzelarbeit miteinander verbunden hat. Präsenzwochenenden zu Hause waren also gut durchzuhalten und nicht weniger interessant als vor Ort. Trotzdem: Am schmerzvollsten beim Studieren während der Pandemien ist, dass wir uns nicht mehr physisch in Berlin treffen können. Der Austausch untereinander, die gemeinsame Kaffee- und Mittagspause, das gemeinsame Brainstorming und der schnelle Austausch über den Tisch hinweg fehlt mir sehr. Ich hoffe, dass im Sommer 2021 wieder Präsenzunterricht in kleinen Gruppen zulässig ist.

Was würden Sie Studierenden, die Ihr Studium während der Pandemie anfangen, sagen?

Fang einfach an und lass Dich darauf ein!
Auch wenn der persönliche Kontakt zu den Lehrenden und zu den anderen Studierenden unbezahlbar ist: Im Laufe des Studiums wird sicher der Tag kommen, an dem wir uns alle wieder in der Fasanenstraße sehen können. Und bis dahin sind die Inhalte und die Lehrenden es definitiv wert auch schon unter Pandemie-Bedingungen zu starten.

Vielen Dank für das Gespräch.