Workshops & Veranstaltungen Wintersemester 26/27

Liebe Mitglieder der UdK Berlin,
Auch in diesem Wintersemester freuen wir uns, ein vielfältiges Workshop- und Veranstaltungsprogramm anbieten zu können.
Die Angebote beschäftigen sich mit unterschiedlichen Perspektiven auf Diskriminierung, Teilhabe und Inklusion – von diskriminierungskritischer Lehre und kolonialen Kontinuitäten in Kunst und Gesellschaft über den Umgang mit eskalierenden Situationen bei Hochschulveranstaltungen bis hin zu rechtlichen Grundlagen diskriminierungssensibler Stellenbesetzungen.

Die Workshops richten sich an unterschiedliche Zielgruppen innerhalb der UdK Berlin. Je nach Thema sind Studierende, Lehrende und weitere Beschäftigte eingeladen, sich mit den jeweiligen Inhalten auseinanderzusetzen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Die Veranstaltungen werden von verschiedenen externen Referent*innen, Initiativen und Kollektiven gestaltet und begleitet. Einige Angebote entstehen in Zusammenarbeit mit Studierenden und studentischen Initiativen. Neben Workshops an der UdK Berlin finden auch Veranstaltungen und Rundgänge im Berliner Stadtraum statt.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, die vielfältigen Angebote zu entdecken und gemeinsam Räume für Austausch, Reflexion und diskriminierungskritisches Lernen zu schaffen. Informationen zu Inhalten, Zielgruppen, Sprachen, Zugänglichkeit sowie zur Anmeldung findet ihr bei den jeweiligen Veranstaltungen.

  • Wenn nicht anders angegeben, sind die Workshops und Veranstaltungen sowohl für Studierende als auch für Beschäftigte der UdK Berlin offen.
  • Die Teilnahme an den Workshops ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind – eine frühzeitige Anmeldung wird daher empfohlen.
  • Durch die Teilnahme an der Workshop-Reihe können ECTS-Punkte erworben werden.
  • Sollten Sie Zugangsvoraussetzungen oder spezifische Bedarfe haben, teilen Sie uns diese bitte vorab per E-Mail mit, damit wir eine möglichst barrierearme Teilnahme ermöglichen können.

Anmeldung per E-Mail an: antidis_ @udk-berlin.de


Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Workshops

1) TEACHING WITH AWARENESS: CRITICAL PERSPECTIVES ON TEACHING AND LEARNING

Datum und Ort: 29. Oktober 2026, 12:00–16:00 Uhr | R. 151, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin.
Zugänglichkeit: Der Raum ist für Rollstühle zugänglich.
Wer sollte teilnehmen? Dieser Workshop richtet sich an interessierte Studierende und Beschäftigte der UdK Berlin.
Sprache: Englische Lautsprache.

Inhalt: Lehr- und Lernräume in künstlerischen und akademischen Kontexten bieten vielfältige Möglichkeiten, können jedoch auch unbeabsichtigt Muster von Ausschluss, Marginalisierung und subtilen Vorurteilen reproduzieren. Dieser Workshop lädt Lehrende dazu ein, innezuhalten, die eigene Praxis zu reflektieren und zu erkunden, wie diskriminierungskritische Lehransätze und inklusive Pädagogik in den Arbeitsalltag integriert werden können.
Durch Diskussionen, Reflexionsübungen und erfahrungsorientierte Methoden setzen sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie Macht, Privilegien und strukturelle Diskriminierung in der Dynamik von Lehrveranstaltungen und im künstlerischen Unterricht sichtbar werden. Der Workshop vermittelt konkrete Werkzeuge für die Gestaltung sichererer und inklusiverer Lernumgebungen, in denen sich alle Studierenden – insbesondere Personen, die von Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit oder anderen Formen struktureller Diskriminierung betroffen sind – gesehen, unterstützt und gestärkt fühlen können.
Die Veranstaltung orientiert sich an Ansätzen aus Intersektionalität, Embodiment und psychosozialer Praxis und verbindet sanfte erfahrungsorientierte Übungen mit gemeinsamer Reflexion. Dabei beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Wie kann ich meine Lehrpraxis inklusiver und responsiver gestalten?
  • Wie beeinflussen meine eigene Positionierung und meine Vorurteile das Lernumfeld?
  • Welche Strategien können die Selbstbestimmung, Resilienz und das Zugehörigkeitsgefühl von Studierenden stärken?

Am Ende des Workshops nehmen die Teilnehmenden praktische Strategien, Reflexionsmethoden und körperorientierte Werkzeuge mit, um Lehr- und künstlerische Lernräume zu gestalten, die nicht nur gerechter, sondern auch unterstützend, fürsorglich und sensibel für die unterschiedlichen Lebensrealitäten der Studierenden sind.

Workshopleitung: Rafia Shahnaz ist Trainerin, Facilitatorin und Beraterin mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Intersektionalität, Antirassismus, Antigewalt und diskriminierungskritische Praxis. Als queerer migrantische*r Person of Color aus Pakistan ist Rafias Arbeit stark von eigenen Erfahrungen geprägt – von Flucht und Verdrängung, Resilienz und dem fortlaufenden Prozess, zu sich selbst zurückzufinden.
Rafia schafft Räume für Empowerment, Fürsorge und kollektive Heilung für Communities, die von struktureller Diskriminierung betroffen sind. Dabei verbindet Rafia psychosoziale und psychologische Methoden mit körperorientierten und kreativen Praktiken, darunter Gestalttherapie, somatische Arbeit, kunstbasierte Übungen und Compassionate Inquiry. Die Workshops laden dazu ein, innezuhalten, sich wieder mit dem eigenen Körper und den eigenen Communities zu verbinden und Resilienz, Solidarität und Fürsorge in künstlerischen und akademischen Kontexten zu erkunden.

 

 2) WHO GETS TO CREATE? KNOWLEDGE HIERARCHIES, COLONIAL LEGACIES AND INCLUSIVE PRACTICES IN THE ARTISTIC AND ACADEMIC SPACES

Datum und Ort: 03. November 2026, 16:00–20:00 Uhr | R. 101, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin.
Zugänglichkeit: Der Raum ist für Rollstühle zugänglich.
Wer sollte teilnehmen? Dieser Workshop richtet sich an interessierte Studierende und Beschäftigte der UdK Berlin.
Sprache: Englische Lautsprache.

Inhalt: Künstlerische und akademische Institutionen werden häufig als Räume von Kreativität und Offenheit verstanden. Gleichzeitig sind sie von gesamtgesellschaftlichen Hierarchien geprägt, darunter Rassismus, koloniale Kontinuitäten und ein ungleicher Zugang zu Ressourcen und Anerkennung.
Der Workshop lädt Studierende dazu ein, kritisch zu reflektieren, wie Rassismus und strukturelle Ungleichheit innerhalb künstlerischer und akademischer Kontexte wirken. Dabei wird Rassismus nicht allein als Frage individueller Einstellungen verstanden. Stattdessen untersucht der Workshop, wie institutionelle Praktiken, ästhetische Normen und Wissenshierarchien die Teilhabe und Anerkennung in den Künsten beeinflussen.
Die Teilnehmenden beschäftigen sich unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Wessen Wissen, künstlerische Traditionen und Perspektiven werden in künstlerischen und akademischen Institutionen anerkannt?
  • Wie wirken sich Kritik-Kulturen, Networking-Strukturen und informelle Normen unterschiedlich auf Studierende aus?
  • Welche Praktiken können zu inklusiveren und diskriminierungskritischen künstlerischen Umgebungen beitragen?

Der Workshop fördert Selbstreflexion, kollektive Verantwortung und einen konstruktiven Dialog zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionierungen. Dabei wird darauf geachtet, keine ausbeuterischen Dynamiken zu reproduzieren, in denen marginalisierte Teilnehmende die Verantwortung übernehmen, andere über Diskriminierung aufzuklären.
Durch kurze Inputs, Gruppendiskussionen und szenariobasierte Übungen analysieren die Teilnehmenden alltägliche Situationen innerhalb der künstlerischen Bildung und entwickeln Ideen für inklusivere und unterstützendere Lernumgebungen.

Workshopleitung: Dr. Lana Sirri ist Forscherin, Pädagogin und Facilitatorin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Intersektionalität, arabischem Feminismus, Rassismus und Wissensproduktion. In ihrer Forschung untersucht sie, wie Machtsysteme wie Rassismus, Geschlechterungleichheit und koloniale Kontinuitäten akademische, kulturelle und künstlerische Institutionen prägen.
Derzeit arbeitet sie als DEI-Expertin bei EquiNet, einem Projekt von BIWOC* Rising. Sie hat Workshops und Trainings zu Antirassismus, inklusiven institutionellen Praktiken und diskriminierungskritischer Reflexion für Universitäten, zivilgesellschaftliche Organisationen und internationale Institutionen durchgeführt. In ihrer Arbeit verbindet sie kritische Perspektiven mit interaktiven und reflexiven Methoden, die Dialog, gemeinsames Lernen und kollektive Reflexion fördern.

 

3) WENN DISKUSSIONEN KIPPEN: DEESKALATION, GRENZSETZUNG UND INTERVENTIONEN BEI HOCHSCHULVERANSTALTUNGEN

Datum und Ort: 03. November 2026, 10:00–14:00 Uhr | R. 411, Einsteinufer 43, 10587 Berlin.
Zugänglichkeit: Der Raum ist für Rollstühle zugänglich.
Wer sollte teilnehmen? Dieser Workshop ist für die Anlaufstelle geplant und auch geöffnete für den Personalrat und Personen At Risk.
Sprache: Deutsche Lautsprache.

Inhalt: Der praxisorientierte Workshop vermittelt Strategien für den Umgang mit eskalierenden Situationen bei öffentlichen Hochschulveranstaltungen, insbesondere im Kontext politisch kontroverser und polarisierter Themen.
Im Mittelpunkt stehen folgende Inhalte:

  • Frühzeitiges Erkennen von Eskalationsdynamiken
  • Interventionsmöglichkeiten für Veranstalter*innen und Moderator*innen
  • Deeskalierende Gesprächsführung und klare Grenzsetzung
  • Umgang mit Provokationen, persönlichen Angriffen und gezielten Störungen
  • Handlungsstrategien bei fortschreitender Eskalation
  • Praktische Übungen und Rollenspiele anhand typischer Situationen aus dem Hochschulkontext

Workshopleitung: Das Awareness Institut ist ein Zusammenschluss von Awareness-Aktiven aus dem deutschsprachigen Raum, die Konzepte und Schulungen zum Thema Awareness entwickeln und anbieten. Sie machen Awareness für Veranstalter*innen, Betroffene und Interessierte sichtbar und zugänglich.

 

4) ASIAS, PLURAL: EAST. SOUTHEAST, SOUTH, CENTRAL, WEST [ON INVISIBILITY, BELONGING, AND SHARING A TABLE] INFO SESSION, DISCUSSION AND POTLUCK

Datum und Ort: 06. November 2026, 16:30–20:00 Uhr | Charlotte-Salomon-Saal, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin.
Zugänglichkeit: Der Raum ist für Rollstühle zugänglich.
Wer sollte teilnehmen? Dieser Workshop richtet sich an Studierende, die sich als asiatisch oder als Menschen mit asiatischer Herkunft identifizieren.
Sprache: Englische Lautsprache.

Inhalt: Die Veranstaltung schafft Raum, um über Unsichtbarkeit, Rassismuserfahrungen, Repräsentation und Zugehörigkeit im Hochschulkontext, in der Kunstwelt und in der deutschen Gesellschaft zu sprechen.
Den Auftakt bildet eine kurze Informationsveranstaltung zu den Rechten von Studierenden an Hochschulen. Anschließend lädt eine Gesprächsrunde dazu ein, sich über Sichtbarkeit, Stereotype, Solidarität und institutionelle Unterstützung auszutauschen. Alle sind willkommen, eigene Erfahrungen zu teilen, zuzuhören oder einfach dabei zu sein. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Zum Abschluss kommen alle bei einem gemeinsamen Essen zusammen. Wer möchte, kann ein Gericht mit persönlicher Bedeutung mitbringen. Essen wird auch vor Ort bereitgestellt. Das gemeinsame Essen bietet einen ungezwungenen Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen und den Austausch fortzuführen.


Workshopleitung: Juyeong Park , Yun Park und Edlin Jap (HOCIAK collective) 

 

5) EXOTISCH? WER PFLÜCKT, WER KAUFT? KOLONIALE VERFLICHTUNGEN IM BERLINER STADTRAUM: VON GLOBALER PRODUKTION ZU LOKALEM KONSUM 

Datum und Ort: 13. November 2026, 12:00–14:30 Uhr | Neukölln/ Startpunkt: Reuterplatz
Wer sollte teilnehmen? Dieser Workshop richtet sich an interessierte Studierende und Beschäftigte der UdK Berlin.
Sprache: Deutsche Lautsprache.

Inhalt: In Berlin finden wir Lebensmittel und kulinarische Spezialitäten aus fernen Regionen der Welt. Ziel des Rundgangs ist es, das Bewusstsein für die globalen Verflechtungen und deren Auswirkung auf Arbeits- und Lebensbedingungen in Ländern des Globalen Südens zu schärfen, die den Weg dieser Lebensmittel bis auf unsere Teller ebnen. Welche Rolle spielen rassialisierte (racialized) Menschen in der Lieferkette? Welche Rolle spielt die Migration im globalen Norden dabei? Wo liegen die kolonialen Kontinuitäten und was bedeutet Kolonialismus überhaupt - in Bezug auf Lebensmittel? Dabei nähern wir uns den materiellen und symbolischen Aspekten des Essens bzw. kulturelle Aneignung, Exotisierung und Orientalismus;  und erzählen die Geschichte einzelner Orte wie dem Markt am Maybachufer, EDEKA und dem Darkstore “Flink”.

Workshopleitung: Grenzgänge e.V. | Bildung im Stadtraum konzentriert sich über 10 Jahre auf verschiedenen Bildungsebenen auf das Themengeflecht Migration, Flucht und koloniale Geschichte im Berliner Stadtraum.
Diese komplexen und oft sensiblen Inhalte behandeln wir durch eine Vielzahl von Formaten, die speziell auf die Bedürfnisse und das Verständnis von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten sind. Unser Ziel ist es, durch gezielte Bildungsangebote partizipative und kreative Lernmethoden eine tiefere kulturelle Sensibilisierung zu erreichen. 

 

6) DISKRIMINIERUNGS- SENSIBLEN STELLENBESETZUNG RECHTLICHE VERPFLICHTUNGEN ZUM SCHUTZ VOR DISKRIMINIERUNG BEI DER AUSSCHREIBUNG, AUSWAHL UND BESETZUNG VON STELLEN ERFÜLLEN

Datum und Ort: 18. November 2026, 09:00–13:45 Uhr | R. 411, Einsteinufer 43, 10587 Berlin.
Zugänglichkeit: Der Raum ist für Rollstühle zugänglich.
Wer sollte teilnehmen? Dieser Workshop richtet sich an interessierte Beschäftigte der UdK Berlin, besonders eingeladen sind Mitglieder der Anlaufstelle sowie interessierte Mitglieder des Personalrats und AG Persons at Risk.
Sprache: Deutsche Lautsprache.

Inhalt: Der Workshop vermittelt einen praxisorientierten Überblick über die rechtlichen Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten für diskriminierungssensible Einstellungsverfahren an Berliner Hochschulen.

  • Rechtliche Grundlagen:** AGG, BerlHG, LGG, PartMigG, SGB IX, LADG und hochschulinterne Regelungen
  • Diskriminierungssensible Stellenausschreibungen:** Rechtliche Anforderungen, aktuelle Rechtsprechung und praktische Gestaltungshinweise
  • Das Auswahlverfahren:** Sichtung von Bewerbungen, Einladungsverfahren, Beteiligungsrechte und Dokumentationspflichten
  • Vorstellungsgespräche:** Zulässige und unzulässige Fragen, Umgang mit Behinderung sowie Gender- und Unconscious Bias
  • Entscheidungsfindung und Dokumentation:** Bestenauslese, Auswahl bei gleicher Eignung, Erstellung von Einstellungsvorschlägen und rechtliche Fallstricke

Workshopleitung: Lino Agbalaka ist als Rechtsanwalt in Berlin schwerpunktmäßig in den Bereichen des Arbeits- und Antidiskriminierungsrechts sowie des Verwaltungsrechts tätig. Aufgrund seiner Tätigkeit in Kulturbehörden auf Landes- und Bundesebene ist er insbesondere auch mit rechtlichen Fragestellungen aus diesen Schwerpunktbereichen in Verbindung mit kulturpolitischen und -praktischen Themen vertraut. Er berät in diesen Bereichen Einzelpersonen und Organisationen und gibt Workshops sowie Vorträge.