Abgeschlossene Forschungsprojekte und Veröffentlichungen

Schillernd grau. CONTINENTAL – Eine deutsche Filmproduktion im besetzten Frankreich 1941 – 1944

Nach der Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 fällt mit Paris auch das Zentrum der französischen Filmindustrie unter nationalsozialistische Herrschaft. Für den französischen Film ist die Zeit der deutschen Besatzung eine schillernd graue Epoche, geprägt von extremer Ambiguität zwischen Kollaboration, Widerstand und Anpassung. Eine zentrale Rolle im französischen Filmschaffen der Jahre 1940 bis 1944 spielt die Produktionsfirma Continental Films, ein Unternehmen nach französischem Recht, finanziert allerdings zu hundert Prozent vom Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda in Berlin. Das auf persönliches Geheiß von Joseph Goebbels gegründete Unternehmen sollte den französischen wie auch internationalen Markt vor allem mit seichten, wenig ambitionierten Unterhaltungsfilmen erobern. Doch Goebbels hatte die Rechnung ohne seinen Continental-Produzenten Alfred Greven gemacht, der beabsichtigte, die Spitzenprodukte des französischen Kinos jener Jahre herzustellen.
Mit Beiträgen über das Arbeiten bei einem deutschen Filmkonzern in Paris in den Jahren 1941 bis 1944, über Alfred Greven, der unter dem Tarnnamen Continental deutsch-französische Filmgeschichte schrieb, über Georges Simenon und wie der vielgelesene Autor sich ins Kino der deutschen Okkupation verirrte sowie François Truffauts berühmten Text - Der französische Film, die Okkupation und ich. Ergänzt wird der Band durch ein kleines Who’s who der Continental mit 45 Kurzporträts der Filmschaffenden und einer kommentierten Filmografie.

Herausgegeben von Ralph Eue und Frederik
Lang96 Seiten
SYNEMA - Gesellschaft für Film und Medien (2017)
ISBN: 3901644709

Quelle: SYNEMA

Ein Meister der zielstrebigen Umwege – Marcel Ophüls und sein Film THE MEMORY OF JUSTICE

Marcel Ophüls’ THE MEMORY OF JUSTICE ist eine monumentale Erzählung über die Nürnberger Prozesse und ihre Folgen. In dieser „filmischen Wahrheitssuche nach den Wurzeln des Totalitarismus“ verbünden sich die Tugenden des investigativen Journalismus mit der Kunst des großen Kinos. Gleichwohl war das Werk, 1977 als bester Dokumentarfilm für den Golden Globe nominiert, alsbald kaum noch zugänglich und galt jahrelang als verschollen.
Anlässlich der digitalen Restaurierung und Wiederaufführung von THE MEMORY OF JUSTICE möchte diese Broschüre den Film und seine wechselvolle Produktionsgeschichte mit einer Reihe ausgewählter Texte begleiten – darunter Originalbeiträge von Ralph Eue, Lukas Foerster und Brigitte Mayr sowie ein Nachruf von Marcel Ophüls auf Telford Taylor, den historischen Berater und einen der zentralen Protagonisten des Films.
Mit seinem Werk hat Marcel Ophüls neue Maßstäbe im dokumentarischen Filmschaffen
gesetzt. Für HOTEL TERMINUS wurde er 1989 mit einem Oscar ausgezeichnet.

Herausgegeben von Ralph Eue, Michael Omasta, Fabian Tietke
68 Seiten
SYNEMA - Gesellschaft für Film und Medien (2015)
ISBN: 3901644652

Quelle: SYNEMA

Denkmal Film

Im Rahmen des DFG-Projekt „Grundlagen einer Theorie der Filmrestaurierung und kritischen Filmedition aus interdisziplinär vergleichender Perspektive“ , Leitung Dr. Anna Bohn, ging das zweibändige Werk „Denkmal Film“ hervor.

Band 1: Der Film als Kulturerbe
Band 2: Kulturlexikon Filmerbe

Film ist ein fragiles Kulturgut. Viele Filme aus der Stummfilmzeit sind bereits verloren, und zahlreiche Tonfilme sind von Verlust bedroht, denn Filme galten lange Zeit nicht als erhaltenswertes Kulturgut. Bis heute sind Standards zum Schutz des Filmerbes noch ungenügend ausgebildet. Derzeit erleben wir einen Umbruch von der analogen zur digitalen Technologie. Zuverlässige Systeme zur langfristigen Sicherung des digitalen Filmerbes sind jedoch erst in der Entwicklung begriffen. Wir stehen daher vor den Fragen, inwiefern Filme
als Kulturgüter geschützt sind, welche Defizite beim Schutz des Filmerbes bestehen und welche Standards für seine Sicherung gelten sollen.
In zwei Bänden stellt Anna Bohn unter Berücksichtigung zahlreicher Filmbeispiele und Archivquellen erstmals und umfassend die Grundlagen zum Schutz des Filmerbes dar.
Der erste Band behandelt wesentliche Aspekte des audiovisuellen Kulturgutschutzes aus historischer Perspektive wie die Grundlagen filmischer Überlieferung, die Geschichte der Filmarchivierung und die Chronik der Verluste sowie internationale Vereinbarungen und nationale Gesetzgebungen zum Filmerbe. Der zweite Band dieses interdisziplinär ausgerichteten Werkes definiert Schlüsselbegriffe zum Schutz des Filmerbes wie Sicherung, Konservierung, Restaurierung, Rekonstruktion, Authentizität, Autorisation, Fragment, Edition und Fassung.

Dr. Anna Bohn
880 Seiten in 2 Teilbd.
Verlag: Böhlau - Wien Köln Weimar (2012/13)
ISBN: 978-3-412-20990-2

Ausgezeichnet mit dem Willi Haas-Preis 2013 

Quelle: Böhlau

DVD als Medium kritischer Filmeditionen

Ein künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt untersucht die DVD als Medium kritischer Filmeditionen. Fragen der Textkritik, Restaurierung und Filmedition werden beispielhaft an "Metropolis", "Panzerkreuzer Potemkin" und "Tabu" erprobt. (2001–2005)  mehr Information: