Obsolete Media

Quelle: B.Speidel

Obsolete Media erforscht dezidiert jene Seiensformen von (Film-)Medien und deren Praxis, die durch technische und/oder soziale Entwicklungen in ihrem bisherigen Gebrauch nutzlos – obsolet – geworden sind.

Das Fehlen eines Anwendungsbedarfs erscheint zunächst als Leerstelle. Doch in der Abwesenheit einer Aufgabe, im Müßiggang, liegt die Freiheit einen anderen Gebrauch zu (er-)finden und so den medialen Überfluss zu erfassen und auszuschöpfen.

Da Technologie in der Regel von Technokraten nach vorfestgelegten Mediengebräuchen entwickeln wird, bietet sich hier umgekehrt das Potenzial eine Gebrauch nach vorliegender Medientechnik zu entwerfen.

Obsolete Media ist keinesfalls als ein romantisierender Rückblick zu verstehen. Vielmehr stellt Obsolete Media eine Geste zur Entschlackung von Selbstverständlichkeiten der Medienpraxis und des Medien(selbst)Verständnisses. Das Praktizieren obsoleter Medienkonzepte unter den Bedingtheiten des aktuellen Medienwissens kann zu einem bidirektionalen Tiefenverständnis medialer Entitäten führen. Die möglichen Strategie können sich aus dem Wiederholen (Zurückholen), Entdecken (Entbergen) oder (Er-)Finden obsoleten Mediengebrauchs speisen. Letztlich schließt sich der Kreis an dem Punkt, an dem Medien neu detektiert werden können, für die es noch keinen Gebrauch gibt.

Obsolete Media trägt fruchtbar zum allgemeinen Medienwissen bei und liefert Perspektiven auf zukünftige Mediengebräuche.

Das Filminstitut begreift Obsolete Media als Framework für künstlerische Forschung oder experimentelle Studien in diesem Feld. Cluster bilden Schwerpunkte, wie z.B. Etüden für interssierte Studierende, ein Labor für altmodische Video-Formate oder ein institutionelles Dach für relevante, obsolete Forschungs-/Kunst-Projekte.

Quelle: B.Speidel
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