Jury

David Geringas (Vorsitz)
Natalie Clein
Marc Coppey
Pieter Wispelwey
Tatjana Vassiljeva

Quelle: Evgeny Evtyukhov

David Geringas

Der in Vilnius/Litauen geborene Cellist und Dirigent David Geringas zählt zur Musiker-Elite der Gegenwart. Ein ungewöhnlich breites Repertoire vom frühesten Barock bis zur zeitgenössischen Musik zeugt von der Flexibilität und Neugierde des Künstlers. Der Rostropovich Schüler und Gewinner des 1. Preises und der Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb (1970) kann nunmehr auf eine jahrzehntelange Karriere zurückblicken. David Geringas musizierte weltweit mit vielen bedeutenden Orchestern und mit den größten Dirigenten unserer Zeit. Seine annähernd 100 CDs umfassende Diskographie bietet zahlreiche Aufnahmen, die mit Schallplattenpreisen hohen Ranges ausgezeichnet wurden.

Der Dirigent David Geringas ist regelmäßig auf Podien im In- und Ausland vertreten und hier häufig auch in zweifacher Funktion als Cellist und Dirigent zu erleben. Neben den Hochburgen der west- und osteuropäischen Musikzentren führen ihn Einladungen ebenso nach Asien und den USA.

Sein Operndebut erfolgte 2010 mit Tschaikowskys Eugen Onegin in Klaipeda/Litauen.

David Geringas war Professor an den Musikhochschulen Hamburg (1977 bis 1986), Lübeck (1980 bis 2000) und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin (2000 bis 2009). Er hat viele Jahrzehnte eine weltweit gefeierte Celloklasse geführt, aus der Cellostars wie u. a. Gustav Rivinius, Jens Peter Maintz, Maximilian Hornung und Sol Gabetta hervorgegangen sind. 

Für seine Gesamtleistungen als Musiker und Botschafter des Kulturstaates Deutschland in der internationalen Musikszene und in der ganzen Welt wurde David Geringas das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Professor David Geringas unterrichtet exklusiv an der Blackmore Internationalen Musikakademie in Berlin.

Quelle: privat

Natalie Clein

Die britische Cellistin Natalie Clein hat eine beeindruckende Karriere aufgebaut und tritt regelmäßig in renommierten Konzertsälen und mit Orchestern weltweit auf. Im Jahr 2021 wurde sie für ihre Verdienste um die Musik mit dem OBE ausgezeichnet.

Sie veröffentlicht regelmäßig Aufnahmen bei dem Label Hyperion und wurde bereits mit mehreren Preisen  für frühere Einspielungen ausgezeichnet.

Natalie Clein wird regelmäßig von führenden Orchestern weltweit eingeladen, darunter die Philharmonia London, das Bournemouth Symphony Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Montréal Symphony Orchestra, das Orchestre National de Lyon, das New Zealand Symphony Orchestra, das St. Petersburg Symphony Orchestra und die Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. Sie arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Sir Mark Elder, Sir Roger Norrington, Gennady Roschdestwensky, Leonard Slatkin, Heinrich Schiff und Daniel Harding zusammen.

Als Kammermusikerin tritt sie häufig mit Künstlern wie Marianna Shirinyan, Cedric Pescia, Christian Ihle Hadland, Einav Yarden, Nurit Stark und Anthony Marwood auf.

Natalie Clein ist künstlerische Leiterin des Purbeck International Chamber Music Festival in Dorset und hat Konzertreihen für BBC Radio3 sowie King’s Place kuratiert.

Als leidenschaftliche Pädagogin ist sie seit 2019 Professorin für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater Rostock in Deutschland. Zudem ist sie Gastprofessorin für Violoncello am Royal College of Music in London und unterrichtet weltweit in Meisterkursen sowie als Jurorin, unter anderem beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel und beim ARD-Musikwettbewerb in München.

Sie studierte bei Heinrich Schiff in Wien und spielt das „Simpson“ Guadagnini-Cello aus dem Jahr 1777.

Quelle: kyoko homma

Marc Coppey

Als Schützling von Lord Yehudi Menuhin und Mstislav Rostropovich erlangte Coppey im Alter von 18 Jahren erstmals internationale Anerkennung, als er beim renommierten Leipziger Bach-Wettbewerb (1988) den ersten Preis sowie den Preis für die beste Bach-Darbietung gewann. Bald darauf gab er in Zusammenarbeit mit Yehudi Menuhin und Victoria Postnikova Debüts in Paris und Moskau und trat auf persönliche Einladung von Mstislav Rostropovich beim Festival von Evian auf. Seitdem hat Coppey eine beeindruckende Solokarriere aufgebaut und arbeitet regelmäßig mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen – darunter unter anderem Alain Altinoglu, Lionel Bringuier, Lawrence Foster, Alan Gilbert, Kirill Karabits, Emmanuel Krivine, John Nelson, Pascal Rophé, Yan Pascal Tortelier und Yutaka Sado.

Die Bandbreite von Coppeys Repertoire zeugt von seiner tiefgreifenden musikalischen Neugier: Neben der klassischen Celloliteratur setzt er sich für weniger bekannte und zeitgenössische Werke ein.

Zu den jüngsten und bevorstehenden Höhepunkten zählen Auftritte als Solist mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse unter Lio Kuokman, dem Orchestre Philharmonique de Radio-France unter Kazushi Ono, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg unter John Nelson und dem Polnischen Nationalen Rundfunk-Sinfonieorchester unter Lawrence Foster. Als Dirigent arbeitet Coppey unter anderem mit der Deutschen Kammerakademie und dem Orchestre Royal de Chambre de Wallonie sowie weiteren führenden Ensembles zusammen und ist seit 2011 Musikdirektor der Zagreb Soloists.

Mit großer Leidenschaft engagiert sich Coppey für die Förderung künftiger Musikergenerationen. Er ist Professor am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und wird regelmäßig eingeladen, Meisterkurse in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika zu geben. Seit Oktober 2020 ist er künstlerischer Leiter der Saline Royale Academy d’Arc-et-Senans, einer hochmodernen neuen Musikausbildungsstätte in Frankreich. Seine CD-Einspielungen erscheinen beim Label audite classics.

Marc Coppey spielt auf einem Cello von Matteo Gofriller (Venedig, 1711), bekannt als das „Van Wilgenburg“, und lebt in Paris.

Quelle: privat

Pieter Wispelwey

Pieter Wispelwey liebt die Zusammenarbeit in der Kammermusik; zu seinen regelmäßigen Duopartnern zählen die Pianisten Cédric Tiberghien und Alasdair Beatson und er tritt als Gastmusiker mit einer Reihe von Streichquartetten auf, darunter das Australian String Quartet.

Wispelweys Karriere erstreckt sich über fünf Kontinente und er trat als Solist mit vielen der weltweit führenden Orchester auf, darunter das Boston Symphony Orchestra, das Dallas Symphony Orchestra, das Tokyo Philharmonic Orchestra, das Sydney Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, das BBC Scottish Symphony Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, das Dänische Nationalradio-Sinfonieorchester, das Budapest Festival Orchestra und die Camerata Salzburg. Er arbeitete mit Dirigenten wie Ivan Fischer, Esa-Pekka Salonen, Herbert Blomstedt, Yannick Nézet-Séguin, Kent Nagano, Sir Neville Marriner, Philippe Herreweghe, Vladimir Jurowski, Marc Minkowski, Ton Koopman und Sir Roger Norrington zusammen.

Mit regelmäßigen Solokonzerten in London, Paris, Amsterdam, Brüssel, Berlin, Mailand, Buenos Aires, Sydney, Los Angeles und New York hat sich Wispelwey einen Ruf als einer der charismatischsten Solisten der Szene erworben.

Im Jahr 2012 feierte Wispelwey seinen 50. Geburtstag mit einem Projekt, das die Cello-Suiten von Bach in den Mittelpunkt stellte. Er nahm die gesamten Suiten zum dritten Mal auf; die Aufnahme erschien beim Label Evil Penguin Classics. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Solokonzerte ist die Aufführung der gesamten Suiten an einem einzigen Abend – eine Leistung, die ihm in ganz Europa und den USA große Anerkennung seitens der Kritik eingebracht hat.

Pieter Wispelweys beeindruckende Diskografie mit über 20 Alben wurde mit bedeutenden internationalen Preisen ausgezeichnet. Seine jüngste Konzert-CD enthält das Cellokonzert in A-Dur von C.P.E. Bach, eingespielt mit dem Musikkollegium Winterthur.  

Der in Haarlem, Niederlande, geborene Wispelwey studierte bei Dicky Boeke und Anner Bylsma in Amsterdam und später bei Paul Katz in den USA sowie bei William Pleeth in Großbritannien.

Pieter Wispelwey spielt auf einem Cello von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1760 und einem Barockcello von Rombouts aus dem Jahr 1710.

Quelle: Sasha Gusov

Tatjana Vassiljeva

Tatjana Vassiljeva wurde in Novosibirsk (Russland) geboren und begann das Cellostudium im Alter von sechs Jahren bei Eugenij Nilov an der Special Music School. Nachdem sie 1994 den zweiten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München gewonnen hatte, zog sie dorthin, um an der Musikhochschule bei Walter Nothas zu studieren. Nach dem Abschluss mit Auszeichnung begab sich Tatjana Vassiljeva an die Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin, um dort ihre Ausbildung bei David Geringas zu beenden.

Sie konzertiert regelmäßig mit führenden Orchestern, u. a. dem London Symphony Orchestra, Orchestre Nationale de France, Orchestre de Paris, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonieorchester Berlin, dem Tonhalle-Orchester Zürich, Concertgebouw Orkest Amsterdam, den Sankt Petersburger Philharmonikern und dem Tokyo Philharmonic Orchestra. Dabei arbeitet sie mit vielen hervorragenden Dirigenten zusammen, darunter Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Yuri Temirkanov, Valery Gergiev, David Zinman, Daniele Gatti, Tugan Sokhiev, Vladimir Fedoseyev, Michail Jurowski, Sakari Oramo und Christoph Eschenbach.

Glanzvolle Höhepunkte ihrer Zusammenarbeit mit Mstislaw Rostropovitch waren eine Tournee durch Spanien, Konzerte in Deutschland und Holland sowie eine Konzertreihe anlässlich des Jubiläums von Dmitri Schostakowitsch mit dem Оrchestre de Paris im Oktober 2006. Im darauffolgenden Jahr spielte Tatjana Vassiljeva das Gedächtniskonzert für den großen Maestro.

Ihre erste CD mit Kammermusik von Debussy, Dutilleux, Britten und Strawinsky erschien bei Naxos. Danach wurden weitere drei Aufnahmen bei Accord/Universal veröffentlicht. Ihre Solo-CD mit Werken zeitgenössischer Komponisten (Schtschedrin, Dutilleux, Saariaho, Schnittke, Stroppa und Penderecki) wurde mit dem Diapason d’Or of the Year ausgezeichnet. Es folgte eine weitere Einspielung mit Werken von Franck, Schubert und Stravinsky.

Seit 2014 ist Tatjana Vassiljeva Erste Solo-Cellistin beim Concertgebouw Orkest Amsterdam.