Literarische Heimat Charlottenburg-Wilmersdorf
Angela Rohr – Über Wilmersdorf nach Moskau: Psychoanalyse als Schule des Schreibens – Lesung
Lesereihe Literarische Heimat Charlottenburg-Wilmersdorf
Georgia Lummert (ZfL): Angela Rohr – Über Wilmersdorf nach Moskau: Psychoanalyse als Schule des Schreibens
Erst posthum wurde sie durch ihren biografischen Bericht über den Gulag bekannt, noch viel später als expressionistische Dichterin und Feuilletonistin: Angela Rohr (1890–1985). Über die Berliner Jahre der häufig Namen und Wohnort wechselnden Autorin ist wenig bekannt. Nach Stationen in Paris und Zürich zog sie 1920 in die Uhlandstraße und später in die Hindenburgstraße (heute: Am Volkspark). Dort erinnert eine Gedenktafel an die Schriftstellerin, Psychoanalytikerin und Ärztin, die Mitte der 1920er Jahre ihrem Mann Wilhelm nach Moskau folgte. Ihr Schreiben über die Sowjetunion zeichnet sich durch einen scharfen, oft schonungslos sezierenden Blick auf Individuum und Gesellschaft aus. Geprägt wurde dieser unter anderem am Berliner Psychoanalytischen Institut, wo sie »auf unkonventionelle Weise« studierte.
Es lesen: Émilie Defeu und Asena Ersöz (Studiengang Schauspiel)
Literarische Heimat Charlottenburg-Wilmersdorf
Zahlreiche Autoren und Autorinnen, die das kulturelle Leben ihrer Zeit mitgeprägt haben, verbrachten Jahre ihres Lebens in den Berliner Stadtteilen Wilmersdorf und Charlottenburg. In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) und dem Studiengang Schauspiel der Universität der Künste Berlin stellt die Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf einige von ihnen vor.
In der dritten Folge unserer Reihe Literarische Heimat Charlottenburg-Wilmersdorf widmen wir uns drei Autor:innen, deren Erfolge beim Publikum kaum unterschiedlicher hätten ausfallen können.
- Die vielfältigen Schriften der österreichisch-sowjetischen Ärztin und Schriftstellerin Angela Rohr (1890–1985) sind größtenteils überhaupt erst nach ihrem Tod bekannt geworden.
- Die Berlinerin Dinah Nelken (1900–1989) war nicht nur in der Weimarer Republik eine erfolgreiche Journalistin, sondern fand mit ihren unterhaltsamen Romanen auch in der BRD wie in der DDR ein breites Publikum, bevor sie aus dem Blick der Öffentlichkeit geriet.
- Erich Maria Remarque (1898–1970) hingegen ist verantwortlich für einen der weltweit bekanntesten Romane überhaupt: Im Westen nichts Neues begeistert seit seiner Erstveröffentlichung immer wieder neue Generationen von Lesern und Leserinnen.
An drei Abenden stellen wir Leben und Werk der Autor:innen vor; Auszüge aus ihren Werken werden gelesen von Schauspielstudierenden der UdK Berlin.
Info
Künstlerisches Betriebsbüro der Fakultät Darstellende Kunst
fk4tps1@intra.udk-berlin.de

