Georgia Lummert (ZfL): Angela Rohr – Über Wilmersdorf nach Moskau: Psychoanalyse als Schule des Schreibens
Erst posthum wurde sie durch ihren biografischen Bericht über den Gulag bekannt, noch viel später als expressionistische Dichterin und Feuilletonistin: Angela Rohr (1890–1985). Über die Berliner Jahre der häufig Namen und Wohnort wechselnden Autorin ist wenig bekannt. Nach Stationen in Paris und Zürich zog sie 1920 in die Uhlandstraße und später in die Hindenburgstraße (heute: Am Volkspark). Dort erinnert eine Gedenktafel an die Schriftstellerin, Psychoanalytikerin und Ärztin, die Mitte der 1920er Jahre ihrem Mann Wilhelm nach Moskau folgte. Ihr Schreiben über die Sowjetunion zeichnet sich durch einen scharfen, oft schonungslos sezierenden Blick auf Individuum und Gesellschaft aus. Geprägt wurde dieser unter anderem am Berliner Psychoanalytischen Institut, wo sie »auf unkonventionelle Weise« studierte.
Es lesen: Émilie Defeu und Asena Ersöz (Studiengang Schauspiel)