Enno Haar, "Stiftung Brand", 2026

Quelle: Enno Haar © Madeleine Brunnmeier

Installation: Auto, Nebel, Leuchtmittel
Dauer: kontinuierlich, Foto: Madeleine Brunnmeier

Das Auto fungiert als Träger eines medial vertrauten Bildmotivs. Das brennende Fahrzeug ist stark codiert, es verweist auf Protest, Ausnahmezustand und die Dramaturgie von Nachrichtenbildern. Durch die präzise Simulation wird dieses Motiv gleichzeitig aufgerufen und entleert, es bleibt ein Zustand permanenter Erwartung. Der Moment wirkt eingefroren, als stünde die Eskalation unmittelbar bevor, ohne einzutreten. Der BMW ist so umgerüstet, dass er den Eindruck eines brennenden Fahrzeugs erzeugt. Eine im Innenraum installierte Nebelmaschine produziert kontinuierlich Rauch, der sich hinter den Scheiben staut und nach außen sichtbar wird. Eine Effektleuchte taucht den Innenraum in einen flackernden, feuergleichen Farbton und lässt den Rauch von innen heraus glimmen. Das Feuer selbst bleibt abwesend, seine Wirkung entsteht als technisch erzeugtes Bild. Die Arbeit verhandelt das Spannungsfeld zwischen Simulation und Realität und nutzt eine Protest-Ästhetik, die eher über Erscheinung als über Handlung funktioniert. Der Fokus verschiebt sich vom Ereignis zur Wahrnehmung, von der tatsächlichen Zerstörung zur Oberfläche ihrer Zeichen. Was sichtbar wird, ist nicht das Feuer, sondern die Mechanik seiner Bildproduktion.


Die Installation war Teil der Absschlussarbeit von Enno Haar, der Bildende Kust in der Klasse von Prof. Karsten Konrad studiert hat, und war im Januar im Ruinengarten der UdK Berlin zu sehen. @enno_haar