Lena Kocutar, „the sun that fell into the water“, 2025

Quelle: Lena Kocutar © Lena Kocutar
Quelle: Lena Kocutar © Lena Kocutar

2-Kanal-Video-Installation, Ton, 21 min., Birkenholzplatten, Keramik,
elektrodynamische Lautsprechertreiber, Kupferkabel

Die Arbeit reflektiert die menschliche Präsenz im Spannungsfeld zwischen Intimem, Mechanischem und Politischem. Ausgangspunkt ist die Geschichte eines Wasserkraftwerks, erzählt aus der Perspektive eines Kindes – ein Ort, an dem Erinnerung, Technologie und Macht ineinandergreifen.

Der Ursprung dieser Geschichte liegt in der Kriegsökonomie des 20. Jahrhunderts. Um den Krieg voranzutreiben, forcierte NS-Deutschland den Ausbau der Energieinfrastruktur in annektierten und besetzten
Gebieten. Auf der Flussinsel Maribor, im heutigen Slowenien, begann unter dem Besatzungsregime der Bau eines Kraftwerks, das 1960 im sozialistischen Jugoslawien vollendet wurde. 2024 wurde der Bau einer „KI-Fabrik” angekündigt, eines Hochleistungsrechen- und Datenzentrums neben dem Kraftwerk, das mit dem vor Ort erzeugten Strom betrieben und mit dem Flusswasser gekühlt wird. Dessen geplante Funktion – die globale Überwachung von Gewässern durch die Verknüpfung von Datenerhebung, Satellitenbildern und algorithmischer Auswertung – wurde unmittelbar nach schweren Überschwemmungen in der Region vorgestellt. Solche Überschwemmungen, ein Indikator für den Klimawandel, werden sich in Zukunft voraussichtlich mit zunehmender Häufigkeit ereignen. Die Arbeit ist teilweise mit einer Wärmebildkamera aufgezeichnet, einer Infrarotkamera, die Wärme anstelle von sichtbarem Licht erfasst und damit Bilder erzeugt, die die gewohnte Sichtweise destabilisieren. Sie kartografiert die Präsenz, verwischt aber die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen Lebendigem und Nicht-Lebendigem, und offenbart etwas von der sich aufheizenden Welt.


Lena Kocutar hat Bildende Kunst in der Lensbased Klasse von Prof. Mykola Rydnyi / Hito Steyerl studiert. www.lenakocutar.net; @lenakocutar