Terme Alavi, „Bishtar az yek Onvan“, 2026

Quelle: Terme Alavi © Terme Alavi

Mixed media, 54 x 16 x 13 cm. Video hier zu sehen.

Meine künstlerische Praxis konzentriert sich auf Wiederholung und Kreisförmigkeit sowie auf Beschleunigung und Transformation als ein Versuch, in der Bewegung des Immergleichen einen Zustand von Ruhe
als Widerstand zu finden. Diese Themen verbinde ich häufig mit Elementen des Spiels oder der Unterhaltung. Bewegung spielt eine zentrale Rolle in meinen Installationen und bei den Objekten selbst. Oft handelt es sich um kleine Skulpturen, die sich bewegen, wie in dieser Installation. Das entstammt einem Kindheitswunsch, Puppen zum Leben zu erwecken. Zugleich interessiert mich die Beziehung des Betrachters zur Figur sowie auf seine eigene Position im Verhältnis zu ihr.

Mich interessiert, wie fest Positionen wie „wir“, „ich“ oder „sie“ sind, und ich beobachte, wie sich die Rollen in einem sich ständig verändernden System von Wahrnehmung und Beziehung verschieben. In dieser Arbeit erscheint eine einzelne sehr kleine Figur und bringt das Publikum in eine Situation, in der es seine eigene Beziehung zum Werk nicht eindeutig beschreiben kann. Der Blick richtet sich von oben auf die Szene. Das ist eine Position zwischen Beobachtung und Identifikation. Es bleibt offen, ob es nur beim Beobachten bleibt oder ob die Arbeit dazu einlädt, sich zu setzen und sich selbst in Beziehung zu dieser Figur zu denken. Gleichzeitig werden hier auch ganz persönliche Fragen von Handlungsmacht thematisiert. Die Arbeit entstand kurz vor dem Krieg im Iran, in einer Zeit des Wartens, in der ich ständig prüfte, ob er schon begonnen hatte. Dieses Warten war fast genauso schwer wie der Krieg jetzt.


Terme Alavi wuchs in Teheran auf und machte dort ihren Bachelorabschluss in Malerei. Seit 2020 studiert sie Bildende Kunst in der Klasse von Prof. Christine Streuli. Die Arbeit war Teil der Klassenausstellung im Schau Fenster Berlin Mitte Februar. www.termealavi.com; @terme__alavi