Seda Maden, „Migräne Logbuch“, 2026
Digitales Tool
Das „Migräne Logbuch“ ist ein digitales Tool, das individuelle Migränesymptome visualisiert und dadurch verständlicher und kommunizierbar macht. Ausgangspunkt des Projekts waren eigene Erfahrungen mit Migräne und das frustrierende Gefühl, dass Außenstehende nur schwer nachvollziehen können, was während einer Attacke geschieht. Beschreibende Worte reichen oft nicht aus, um die komplexe Zusammensetzung der Symptome zu vermitteln.
Die Anwendung basiert auf einer quadratischen, gerasterten Zeichenfläche, deren Feinheit definiert wird, indem zunächst die Frage beantwortet wird, wie sich die Person auf einer Skala von 1–10 fühlt. Anschließend werden in einem systematischen Fragenkatalog Symptome erfasst. Bei den Kopfschmerzen werden außerdem die Lokalisierung, der Schmerzcharakter, ihre Intensität und die Veränderung durch Bewegung abgefragt. Sehstörungen sowie sensorische und motorische Symptome lassen sich im Gesichtsfeld beziehungsweise am gesamten Körper verorten. Nicht aufgeführte Beschwerden können als frei benennbare „Blankosymptome“ ergänzt werden. Außerdem kann die Medikamenteneinnahme und ihre Wirkung dokumentiert werden. Aus den Angaben entsteht eine individuelle Grafik, in der die Symptome modular miteinander kombiniert werden. Die Gestaltung ist jeweils aus den Eigenschaften des Symptoms abgeleitet: Bei Schwindel neigt sich beispielsweise das Raster, während ein Flimmern durch ein feines Schachbrettmuster dargestellt wird. So bündelt das Tool komplexe und oft unsichtbare Erfahrungen in einer visuellen Darstellung. Die fortlaufende Dokumentation macht wiederkehrende Muster erkennbar und kann den Austausch mit dem persönlichen Umfeld sowie mit Ärztinnen und Ärzten unterstützen.
Seda Maden ist Absolventin der Klasse von David Skopec, Professor für Entwerfen visueller Systeme. @seda.mad