Ljuba Sipol, „Fußmatten“, 2026
Die Fußmatten sind Teil einer fortlaufenden Werkreihe, die als künstlerische Intervention im öffentlichen Raum konzipiert ist. Mithilfe handgeschnittener Schablonen wurden Auszüge aus dem deutschen Grundgesetz auf handelsübliche Ikea-Fußmatten gesprüht und an drei Orten, die die Staatsgewalt repräsentieren platziert – die Legislative, die Exekutive und die Judikative: Artikel 2 (Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) vor einer Polizeidirektion; Artikel 16a (Asylrecht) vor einem Wahlkreisbüro der CDU; Artikel 5 (Meinungs-, Presse-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit) vor dem Amtsgericht Charlottenburg. Sie appellieren an das Berufsethos der jeweiligen Amtsträger*innen. Ihre Reaktionen wie auch die der Besucher*innen sind sehr unterschiedlich: Manche steigen vorsichtig über die Matten, andere lesen die Passage und streifen ihre Schuhe ab.
Ljuba Sipol studiert in der Klasse von Leon Kahane, Gastprofessor am Institut Bildende Kunst, Lehramt. @vanialju