Anna Raoh, „001“, 2026
aus der Serie „000“ C-Print auf Alu-Dibond, 120 x 180 cm
Welche Wirklichkeit transportiert ein Bild? Wem gehört sie und wann ist sie? Die „000“-Serie untersucht die Beständigkeit und Verzerrung von Bildern durch Erinnerung. Familienfotos werden durch einen wiederholten Transformations- und Bearbeitungsprozess aus analoger und digitaler Fotografie schrittweise verändert, bis die Materialität selbst und nicht die Narration der Bilder zum Thema wird. Silhouetten verschwimmen, Gesichter werden zu schemenhaften Masken, verlieren ihre individuelle Identität. Gleichzeitig überlagern sich Motive aus verschiedenen Arbeiten: Transparente Silhouetten von Personen aus unterschiedlichen Momenten tauchen unerwartet in einem anderen Bild auf. Die Grenze zwischen fotografischer Realität und abstrakter Prozess-Fiktion löst sich auf.
Anna Raoh ist Absolventin der Klasse von David Schutter, Professor für Malerei. Vor ihrem Studium an der UdK Berlin studierte sie Archäologie an der Freien Universität Berlin und arbeitete auf Ausgrabungen in der Türkei, Jordanien und Ägypten. @anna_raoh