Campus Master März/April 2026

Megastruktur Nixdorf Fabrik

Prototypisches Entwerfen im Bestand

Einleitung
Das Gebäude am Humboldthain (Berlin Wedding) ist 130.000 qm groß. Es wurde 1984
von HPP Architekten auf dem AEG Areal gebaut und ist als einziges Gebäude des Areals
nicht denkmalgeschützt. Es steht seit Januar 2025 leer und wird seit Februar 2026
abgerissen, obwohl sich das Bauwerk in einem sehr guten Zustand befindet. Die
ehemalige Nixdorf Computer Fabrik ist im Maßstab näher zu einem Berliner Block als
einem Gebäude.
1.) Struktur und Gebäude
Die flexible Megastruktur beruht auf einem rigiden Raster. Der strukturelle Rahmen des
„Gebildes“ (Maki) umfasst ein Rückgrat mit Dienender Zone, an welches ein offener
„Omniplatz“ (Davis) anschließt. Die Struktur besteht aus Segmenten, die
spiegelsymmetrisch am Rückgrat angeordnet sind und entwerferisch unendlich linear
erweiterbar sind. Die „Hardware“ lässt unter-schiedliche Um- und Ausbauten zu – die
„Software“ (Wilcoxon) ist extrem flexibel anpassungsfähig. Die Leitstruktur lässt
verschiedene Füllstrukturen zu, so wurde die Fabrik bereits zu einem Bürokomplex
umgebaut, im Zuge dessen wurden weitere Lichthöfe ergänzt. Die Flexibilität ist das
Charakteristikum einer Megastruktur, das zeigt sich auch an dem System des Nixdorf
Gebäudes, welches im Laufe der Zeit mehrmals umgenutzt und umgebaut wurde.
2.) Prototypischer Entwurf
Der Entwurfansatz startet am System der Struktur. Ein Segment der Megastruktur wird
isoliert vom Gebäude betrachtet. Vier räumliche Strategien differenzieren in Kultur, Arbeit,
Wohnen und Freizeit.
3.) Prototypen in das Gebäude einsetzen
Der entworfene Prototyp wird in das Gebäude eingesetzt und an die Umgebung
angepasst. Beim Einsetzen in das Gebäude kann je nach Flächenbedarf verschieden
gemischt werden. Die Megastruktur wird situativ differenziert. Im Norden fließt die
Landschaft des Humboldthains in das Gebäude. Das Untergeschoss wird zum
Erdgeschoss und damit zum öffentlichen Platz. Weitere Treppen durchwegen das
Gebäude zusätzlich und machen das Bauwerk zugänglicher. Eine vielfältige,
nutzungsgemischte Struktur entsteht, die die Struktur als ganzes ablesbar lässt, aber
Differenzierungen und Identitäten erzeugt. 75% der Struktur bleibt erhalten.

https://www.baunetz-campus.de/campus-masters/megastruktur-nixdorf-fabrik-10263814

Quelle: Jolan Attia Cantzen
Quelle: Jolan Attia Cantzen