Fundsachen. Inspiration durch das Objet trouvé

Prof. Dr. Matthias Noell

 

Das Seminar "Fundsachen" geht von der Feststellung aus, dass mit Ende des 19. Jahrhunderts und der Ablehnung von den bis dahin üblichen Stil- und Epochenvorbildern eine neue Lehre und neue Entwurfssysteme in der Architektur entwickelt und ausprobiert wurden. Handelte es sich zunächst um Vorlagen aus der Natur, die teilweise auch aus Büchern wie Haeckels Kunstformen der Natur entnommen und ornamental weiterentwickelt wurden, zielten schon kurze Zeit später die Entwerfer auf einen noch erheblich freieren Umgang mit Steinen, Muscheln oder vorgeschichtlichen Artefakten. Andere wiederum holten Inspirationen aus der vorgefundenen Nachbarschaft, wählten willkürlich ihre architektonische Vorlagen aus dem Alltag oder imaginierten Grabungsergebnisse, an denen sie sich dann orientierten. Im Seminar werden anhand konkreter Projekte und Positionen unterschiedliche Vorgehensweisen aus Architektur und Kunst untersucht – angefangen von den Surrealisten mit ihren "Theorien" des objet trouvé, ready-made und Art brut bis hin zu gewöhnlichen Objekten des Alltags.

 

Seminar, Montag, 11:15-12:45 Uhr, Raum 336 (B.A. Modul 12/14, M.A. Modul 3/5, Dipl.)
Beginn: 24. Oktober 2016

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