Weniger Bauen, Mehr Wohnen

Im Sommersemester 2026 untersucht und testet das Atelier Stattbau* Strategien, der akuten Wohnungskrise in Berlin zu begegnen und mehr Wohnraum für alle zu bieten – unter der Prämisse, so wenig wie möglich neu zu bauen.

Vor dem Hintergrund der Klimakrise und des hohen ökologische Fussabdrucks des Bauens – und dem Umstand dass es sehr sehr teuer ist – wird das Bauen als Antwort auf fehlenden Wohnraum in Frage gestellt. Die Wohnungskrise wird in dem Studio als komplexes, „wicked problem“ verstanden, das von vielfältigen, miteinander verflochtenen Einflussfaktoren geprägt ist, und eine zentrale These des Studios ist, dass es zwar Raum gibt, der aber schlecht verteilt ist und dadurch als Wohnraum für die Wohnraumbenötigenden nicht zur Verfügung steht – von nicht genutzten Zimmern in großen Wohnungen bis zu leer stehenden Büroräumen.

Zu Beginn recherchieren, analysieren und dokumentieren die Teilnehmenden zentrale Aspekte wie rechtliche Rahmenbedingungen, Wohnraumbiografien, Wohnkonventionen, Gründe für Remanenzen, Spekulation, Verwaltung, die Ökonomien von Bau und Unterhalt sowie politische Agenden. Diese Untersuchungen bilden die Grundlage für Projektideen, die zwar einen Architekturentwurf beinhalten können, sich aber auch anderer gestalterischer Mitteln bedienen dürfen bzw. sollen. Ziel ist es, eigenständige Ansätze zu entwickeln, die etablierte Vorstellungen architektonischer Praxis hinterfragen und einen konkreten Beitrag zur Lösung der realweltlichen Wohnungskrise zu leisten.

 

*Atelier Stattbau erprobt gestalterische Mittel, um im Raumdiskurs präsent und in der Stadterneuerung aktiv zu sein – jenseits des Entwurfs von Neubauten.

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