MIT OHRENMERK: Schreibwerkstatt Neue Musik

Anna Schürmer (FU Berlin), Irene Kletschke (KLANGZEITORT), Verena Hahn (fieldnotes), Julian Rieken (Positionen) sowie Mara Genschel (Schriftstellerin und Performerin) und Cem A. (Künstler und Schriftsteller)
MIT OHRENMERK: Schreibwerkstatt Neue Musik
Blockseminar, Deutsch/Englisch, 2 SWS, 2 ECTS, 10 Plätze
Termine:
11. Januar (18–21 Uhr): Einführung (UdK Berlin, Bundesallee 1-12, Raum 340)
20./21. Januar: Festival-/Aufführungsbesuche (Ultraschall, CTM, tbd)
23./24. Januar: Blockseminar (FU Berlin, Institut für Theaterwissenschaft, Grunewaldstraße 35, Hörsaal und Seminarräume)

Anmeldung bis spätestens 1.12.2026 an: contact_ @klangzeitort.de.

Die »Schreibwerkstatt Neue Musik« richtet ihr Ohrenmerk diesmal weniger auf die klassische Musikkritik denn auf neue und andere Formen, über zeitgenössische Musik zu schreiben und zu publizieren. Im Mittelpunkt stehen Collage als Schreibverfahren (Verena Hahn), kreatives und performatives Schreiben (Mara Genschel) sowie Meme-Thinking und Meme-Making zwischen Netzkultur, Kunst und Kritik (Cem A.). Ausgangspunkt sind gemeinsame Konzertbesuche – etwa bei Ultraschall Berlin und CTM 2027 –, aus denen eigene Texte, Formate und Experimente entstehen. In thematischen Werkstätten, konzentrierter Einzel- oder Teamarbeit und gemeinsamen Redaktionssitzungen werden Ideen ausprobiert, Beiträge entwickelt und für die Veröffentlichung weiterbearbeitet. In Kooperation mit der Zeitschrift Positionen. Texte zur aktuellen Musik entsteht aus der Schreibwerkstatt ein gemeinsames Themenheft, das Beiträge und Ergebnisse in Print- und Onlineformaten versammelt. Offen für Studierende der FU Berlin, der HU Berlin, der UdK Berlin, der HfM Hanns Eisler Berlin und andere Interessierte. 
Eine Zusammenarbeit von inm / field notes, klangzeitort, dem gemeinsamen Institut der HfM Hanns Eisler Berlin und UdK Berlin, dem Seminar für Musikwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität (FU) Berlin und Positionen. Texte zur aktuellen Musik.

Workshops:
MEME-THINKING AND MEME-MAKING mit Cem A.
In this workshop, we will look at the phenomenon of memes and virality through the lens of art history and cultural studies. The first phase will be titled ›Meme-thinking‹ which is an umbrella ter referring to a series of theories from media theory to critical theory. It will be followed by ›Meme-making‹, a session where we will be making memes together. No prior knowledge required. Just bring a smartphone.

COLLAGE ALS SCHREIBVERFAHREN mit Verena Hahn
Einen Text zu produzieren ist nicht immer ein linearer Prozess. Manchmal kreisen viele Geschichten um unser Thema, die sich einfach nicht in ein Narrativ einordnen lassen wollen. Oder wir bekommen in Interviews nicht die Antworten, nach denen wir gefragt haben – und dafür andere. Manchmal scheint die Verbindung zu fehlen zwischen unserem Text und dem, was in unserer Gegenwart noch so passiert. Und manchmal scheint diese Gegenwart das Thema unseres Texts zu erdrücken. Die Collage ist eine Möglichkeit, eine Form für Geschichten zu finden, die sich in keine Form fügen wollen. In diesem Workshop werden wir die Collage als Technik zur Textproduktion kennenlernen.

DAS NARZISSTISCHE PUBLIKUM mit Mara Genschel
Dies ist kein Workshop für sauberes, journalistisches Schreiben. Was uns vielmehr interessieren wird, ist es, Formen zu finden wie wir uns mit dem, was auf ›der Bühne‹ geschieht, spontan ins Verhältnis setzen. Sind es im Dunkeln gekritzelte, verschlüsselte Codes, sind es performative Dialoge? Fiktive Autor*innenschaft? Dabei geht es natürlich nicht nur um Ideen und Konzepte, sondern auch das ganz konkrete Ausprobieren: Was funktioniert gut und warum? Was scheitert vielleicht auf interessante Art? Die Ergebnisse sollen nach Möglichkeit in der Zeitschrift Positionen publiziert werden.

Leistungsanforderung: Erstellen von journalistischen Beiträgen und die Bereitschaft, diese zu überarbeiten.

Anna Schürmer ist seit 2026 Ernst-von-Siemens Musikstiftungsprofessorin an der Freien Universität Berlin; zuvor war sie seit 2023 Juniorprofessorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. In ihrer akademischen Arbeit vertritt sie interdisziplinäre Perspektiven im Kontext von Musik und Medienkultur (Sound Studies): Auf diskursiver Ebene beschäftigen sie intersektionale Ansätze in der Musik- und Klangforschung (Queer Musicology), spekulative Formen musik- und klangbezogener Wissensproduktion (Musicking Future – Futuring Music) sowie auditive Perspektiven der künstlerischen Forschung (Acoustic Research). Ihr besonderes Ohrenmerk gilt Neuer und elektronischer (Club-)Musik. Jenseits von Akademia ist *anna als Musikjournalistin tätig und veröffentlicht regelmäßig in diversen Print-, Radio- und Online-Medien. 

Irene Kletschkes Biografie finden Sie hier.

Verena Hahn schreibt über Musik und leitet die Redaktionen der Print- und Onlinezeitungen NOIES und field notes. Ihr experimenteller Dokumentarfilm We’ll have time for that later wurde als »Best Documentary« beim The Hague Film Festival ausgezeichnet und im Kunstverein Harburger Bahnhof, bei Stroom Den Haag und Nieuwe Vide Haarlem gezeigt. Verena Hahn studierte Grafikdesign an der Royal Academy of the Arts in Den Haag und lebt und arbeitet in Köln.

Julian Rieken ist Künstler, Kurator und Kulturmanager. Er entwickelt interdisziplinäre Kulturprojekte, künstlerische Formate und kuratorische Dramaturgien an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Gesellschaft. Seit 2026 ist er Redakteur von POSITIONEN. Als Kurator verantwortet er Antifascism:Now, ein transnationales Kooperationsprojekt der Lothringer13 Halle und des Goethe-Instituts. Darüber hinaus ist er Teil des Kollektivs FIELD FLUX und leitet Studio Otherwise sowie die Konzertplattform betterconcerts.org. Lebt zwischen Berlin und München.

Mara Genschel arbeitet, spielt und forscht seit Jahren an der performativen Dimension von Literatur. Ihre Texte zeigen sich dabei in unzähligen Publikationen, Konzepten und interdisziplinären Arbeiten. Zuletzt erschienen von ihr die Bücher Midlife-Prosa (Engeler 2024), Das narzisstische Skript (text + kritik 2025) sowie eine regelmäßige Glosse über Versteckte Gefahren in der klassischen Musik in SWR Kultur. Seit Herbst 2024 lehrt sie außerdem an der Kunsthochschule für Medien Köln. 2027 erhält sie den Alice Salomon Poetik Preis.

Cem A. is an artist and writer based in Berlin. He is known for his collaborative performance formats and for running the art meme page freeze_magazine. He has a background in anthropology. Selected presentations include Kunstsammlung NRW, Düsseldorf; ZKM, Karlsruhe; documenta fifteen, Kassel; Barbican Centre, London; Berlinische Galerie, Berlin; Louisiana Museum, Humlebæk; IMPAKT Centre for Media Culture, Utrecht; Istanbul Modern; Mudam Luxembourg; MARKK, Hamburg; Vorderasiatisches Museum, Berlin; STPI, Singapore; and Museum of Contemporary Art, Skopje. He has lectured at the Royal College of Art, London; HEAD, Geneva; Pratt Institute, New York; and Universität der Künste, Berlin. His writing has appeared in Spike Art Magazine, Ocula, Artnet News, Ibraaz and Paletten.