Orchester, Dirigent, Komponist, Pianist*innen
Christian Øland
Kraftvoll und klar in seiner musikalischen Sprache zählt Christian Øland zu den gefragtesten skandinavischen Dirigenten der jüngeren Generation. Mit großer Selbstverständlichkeit bewegt er sich zwischen unterschiedlichen Stilen, Genres und Epochen: von Haydn und Beethoven über Mahler, Strauss und Bruckner, nordische Klassiker wie Nielsen oder Sibelius, Werke des 20. Jahrhunderts von Poulenc oder Martinů bis hin zu Uraufführungen neuer Kompositionen.
Als Chefdirigent des Danish Philharmonic Orchestra und Generalmusikdirektor der Magdeburgischen Philharmonie und des Theaters Magdeburg trat Christian Øland in der Saison 2025/26 gleich zwei neue Chefpositionen an. Mit der Magdeburger Philharmonie dirigiert er erstmals Jules Massenets Manon Lescaut und den Ballettabend Drifting Out mit Choreografien von Iratxe Ansa, Igor Bacovich und Yaron Shamir. Wichtige Debüts und Wiedereinladungen führen ihn ans Pult des Danish National Symphony Orchestra, Royal Danish Orchestra, Oslo Philharmonic, Copenhagen Philharmonic und Gothenburg Symphony Orchestra.
Als Dirigent für Tanz- und Musiktheaterproduktionen feierte Christian Øland schon früh Erfolge. In der Saison 2024/25 übernahm er die musikalische Leitung einer Produktion von Poul Schierbecks Oper Fête Galante an der Danish National Opera. Im Jahr 2023 leitete er das Copenhagen Philharmonic Orchestra am Royal Danish Playhouse in der Uraufführung von Leaning Tree. Weitere wichtige Produktionen waren Mats Eks hochgelobte Choreografie Julia and Romeo am Royal Swedish Ballet, Tschaikowskys Der Nussknacker mit dem Royal Danish Ballet sowie The World of John Neumeier mit dem Hamburger Ballett.
Christian Øland wurde 1994 geboren und studierte Klavier und Fagott. Im Alter von 18 Jahren wurde er in die Dirigierklasse der Sibelius-Akademie in Helsinki aufgenommen, wo Atso Almila, Hannu Lintu, Leif Segerstam, Jorma Panula, Herbert Blomstedt und Esa-Pekka Salonen zu seinen Lehrern und Mentoren gehörten. Nur ein Jahr später wurde er Assistent von Hannu Lintu beim Finnish Radio-Symphony Orchestra, wo er bald eigene Konzerte dirigierte. Es folgten Einladungen zu den bedeutenden nordischen Orchestern.
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Seit über 100 Jahren ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) ein fester Bestandteil der deutschen Musiklandschaft. Gegründet am 29. Oktober 1923, zählt es zu den ältesten Rundfunkorchester Europas und spiegelt die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Prägende Dirigenten wie Eugen Jochum, Sergiu Celibidache, Kurt Weill und Paul Hindemith sowie spätere Chefdirigenten wie Marek Janowski (2001–2016) und seit 2017 Vladimir Jurowski formten seinen einzigartigen Klang.
In der Saison 2026/27 steht Jörg Widmann als Artist in Residence im Fokus und präsentiert sich in Sinfonie-, Kammerkonzerten und einer Masterclass. Internationale Gastdirigenten wie Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin und Lahav Shani debütierten mit dem RSB, während junge Talente wie Tarmo Peltokoski und Petr Popelka die Zusammenarbeit prägen.
Ein Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Musik, insbesondere Werken von Komponistinnen wie Unsuk Chin, Kaija Saariaho und Anna Thorvaldsdóttir, ergänzt durch Künstler wie Max Richter und Tan Dun. Das RSB gastiert weltweit und ist in der Saison 2026/2027 mit 25 Sinfoniekonzerten in der Philharmonie und im Konzerthaus Berlin vertreten. Dazu kommen Kammerkonzerte, Jazz- und Familienkonzerte sowie Formate wie „Konzerte für Alle“ und „Rapauke“ für Kinder.
Fast alle Konzerte werden im Hörfunk übertragen. 2025 waren es 86 Konzert-Ausstrahlungen in 26 Ländern. Zudem realisiert das RSB Studioaufnahmen seltener Werke, zuletzt Sinfonien von Paul Büttner und Klavierkonzerte von Emil von Sauer.
Internationale Gastspiele führen das Orchester u. a. nach Wien, München, Hamburg und Bulgarien.
Michael Cohen-Weissert
Komponist Auftragswerk
Michael Cohen-Weissert ist Komponist, Pianist und Dirigent. Sein Schaffen bewegt sich zwischen Aufführung und Komposition und umfasst verschiedene Genres, darunter Jazz, Folk und zeitgenössische klassische Musik. Er ist zudem als Jazzpianist tätig und strebt kontinuierlich danach, sich zu einem vielseitigeren Musiker weiterzuentwickeln.
Er wurde 1993 in Jerusalem geboren und zog 2008 nach Berlin, wo er sich seitdem etabliert hat und lebt. Er blickt auf eine vielfältige Karriere zurück: Als Solist und Dirigent trat er mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Jerusalem Symphony Orchestra, dem Haydn-Orchester Bozen und der Norddeutschen Philharmonie Rostock auf und ist zudem ein gefragter Kammermusiker, der unter anderem mit Künstlern wie Claudio Bohórquez, Jens Peter Maintz, Máté Szücs, Mark Bouchkov und Nur Ben-Shalom zusammenarbeitet.
Als Komponist und Arrangeur arbeitet er eng mit zahlreichen Musikern und Projekten zusammen, darunter das Projekt „Lebensmelodien“, für das er über vierzig Stücke komponiert und arrangiert hat, die von Melodien aus den Jahren 1933 bis 1945 inspiriert sind. Seine Musik wird regelmäßig von Musikern und Ensembles wie Philharmonix, Tomoki Park, Markus Merkel und dem Nimrod Ensemble aufgeführt. Im Jahr 2018 wurde seine erste Oper, „AMALIA!“, in Bozen uraufgeführt. In der Überzeugung, dass ein moderner Künstler nicht nur auftreten, sondern auch künstlerische Kontexte mitgestalten muss, gründete er das Charles-Rosen-Ensemble, das sich der Aufführung und Förderung zeitgenössischer Musik widmet, und ist Co-künstlerischer Leiter des Festivals „Éole en Musiques“ in Frankreich. Vor kurzem gründete er das Junction Ensemble, eine genreübergreifende Gruppe, die Musiker unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt, um Verbindungen zwischen Stilen und Traditionen zu erforschen. Seine Klavierlehrer waren Elena Lapitskaja, Jacques Rouvier und Stefan Arnold. Außerdem besuchte er Kompositionskurse bei Elena Mendoza und Marc Sabat sowie Kammermusikkurse bei Lehrern wie dem Artemis-Quartett und Eberhard Felz. Neben seinem Studium nahm er an Meisterkursen teil und arbeitete mit Musikern wie Claude Frank, Bruno Rigutto, Aldo Ciccolini, Paul Badura-Skoda und Peter Serkin zusammen.