Wunder der Peripherie – Das Potential der Nebensache

Wunder der Peripherie – Das Potential der Nebensache

Künstlerisch-theoretische Lehrveranstaltung mit Janina Janke

“Wunder der Peripherie” rückt das Periphere ins Zentrum. Wir lenken den Blick auf das Beiwerk und die Fußnoten unserer Gesellschaft. In zwei Arbeitsblöcken überschreiten wir Grenzen und erkunden Randlagen.

Zuerst konzentrieren wir uns dafür konkret auf die räumliche Peripherie Berlins und suchen Orte auf, die aus der allgemeinen Wahrnehmung gerutscht sind und oft gerade dadurch vergessen werden, weil sie „allgegenwärtig“ sind. Was macht die Peripherie zur Peripherie? Wer und was befindet sich dort und warum? In gemeinschaftlicher Reflexion suchen und erforschen wir diese Orte, beobachten ihre Menschen und sammeln Narrative, Situationen, Klänge, Gesten, Symbole etc. auf.

Es entsteht ein unvorhersehbarer Prozess, bei dem wir mit dem arbeiten was wir in der gegebenen Situation vorfinden. You want what you get – diese Maxime des Cinema Verité wollen wir experimentell auf unsere Arbeitsfelder übertragen und dabei erproben, wie man als KünstlerIn und WissenschaftlerIn die allgegenwärtige Präsenz des Unerwarteten bewusst suchen und für die eigene Arbeit nutzen kann.

Hierfür überschreiten wir nicht nur die räumlichen Grenzen zwischen Zentrum und Peripherie, sondern verlassen auch die Wissensterritorien der eigenen Disziplinen, um nicht standardisiertes Wissen durch Montage von Unzusammenhängendem zu erzeugen. Dies verweist bereits auf den zweiten Arbeitsabschnitt des Workshops, in dem wir die gewonnenen Erkenntnisse auf die Meta-Ebene unserer subjektiven Peripherien übertragen und fragen: Wer oder was ist für mich peripher und warum?

Am Ende steht eine gemeinsame oder individuelle multimediale Präsentation mit theoretischer Reflexion der gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse – die Form in welcher sie stattfinden wird, bleibt noch offen: als Freiheit und Herausforderung zugleich.

Literatur:

  • „Andere Räume“, „Wahnsinn und Gesellschaft“ Michel Foucault
  • „Civitas“ Richard Sennett
  • „Im Raume lesen wir die Zeit“ Karl Schlögel
  • „Nicht-Orte“ Marc Augé
  • „Das Unheimliche“ Sigmund Freud
  • „sujet imaginaire. Ein Figurenentwurf“ Andi Schoon

Referent*in

www.janinajanke.de