Female Survival Strategies

Female Survival Strategies

Filmprojekt von Milena Behring, Klara Kirsch und Lisa Kaschubat

Das Filmprojekt war eine Kollaboration 3 Studentinnen der UdK, Milena Behring, Klara Kirsch und Lisa Kaschubat. Darüber hinaus gab es Kollaborationen mit verschiedenen anderen Künstler*innen, sowie Insitutionen. Der Film wurde ua in der UdK /Ha33 ausgestrahlt.

Motivation und Kontextualisiserung: Die Idee für unseren Film beginnt mit einem Unbehagen - einem Unbehagen, das durch die Diskrepanz gelebter Realität und der Idealvorstellung einer Welt entsteht, in der eine binäre Geschlechterordnung mit den dazugehörigen Machtverhältnissen keine Rolle mehr spielt. Ausgehend von diesem Gefühl ist es unser Anliegen, eine Fiktion mit starken, ambivalenten Frauenfiguren zu kreieren, die sich mit unterschiedlichen feministischen Strategien und Möglichkeiten femininer Identifikation auseinandersetzt. Dabei wollen wir die Abgründe gesellschaftlicher, persönlicher und gelernter Identität erkunden, kritisch auf unser Unbehagen schauen und Wege fin- den, dieses auszudrücken. Die Aneignung filmischer Mittel dient dabei als Methode, um persönliche Narrative ausgehend von unserer gefühlten Alltagsrealität filmisch darzustellen.

In einem Kontext, der von der virulenten Rückkehr patriarchaler Strukturen geprägt ist, verkörpern unsere drei Figuren Kay, Mimi und Yv in Anlehnung an die europäische Feminismus-Geschichte unterschiedliche, bereits bestehende Modelle feministischer Strömun- gen, die hier kritisch aufgegriffen werden. Diese erheben jedoch keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellen vielmehr, einen Ausschnitt aus unserer persönlichen Lebensrealität dar. Wie können wir ausgehend von diesen historischen Bezügen neue Strategien entwickeln? Und wo stehen wir heute? In einem System, in dem FLINTA-Personen einerseits in eine binäre Geschlechter- zuordnung gezwängt werden und andererseits von dem gleichen System dafür strukturell ausgegrenzt werden, welche Möglichkeiten der weiblichen Identifikation bleiben dann noch offen?

Ausgehend von unserer eigenen Wirklichkeit als sich weiblich identifizierende Personen, und Künstlerinnen, stellen wir Fragen nach Karriere, Mutterschaft und Selbstbestimmtheit. Im Laufe der Handlung bleiben die unterschiedlichen Ansätze, die die Figuren verkör- pern, teils nebeneinander stehen, teils lösen sie sich auf. Ihre Ambiguität wird dabei bewusst nicht gelöst: sie hängen in einer Reali- tätsschleife, die der Film nicht auflösen will. Survival Strategies ist kein Film der einen Lösungsweg vorschlägt. Vielmehr stellt er eine Suche dar.

Als multimedial arbeitende KünstlerInnen glauben wir an kollaboratives künstlerisches Schaffen. Durch den Austausch verschiedener Positionen aus unterschiedlichen Kontexten wird eine künstlerische Arbeit für uns interessant. Wir sehen uns nicht als vereinzelte Künstler*innen, sondern immer in dem Kontext, in dem wir leben und arbeiten