Final Girl
Final Girl
Der Kurzfilm soll in Zusammenarbeit mit der Performerin Simone Gisela Weber entstehen, einer ehemaligen Studentin des B.A. Tanz, Kontext, Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT). Webers Abschlussarbeit, das Solo archIved No. 2 (2019) ist das Ergebnis einer Recherche, die sich mit dem „bösen“ Potenzial des Körpers beschäftigt. In ihrer Arbeit drücken sich grundlegende Fragen aus: Zwischen moralischen Implikationen und dem Wunsch, über festgelegte Kategorien hinauszugehen, erforscht sie in ihrer Arbeit über den Körper das „Böse“ als eine physische Kraft, die sich in Bewegung ausdrückt. Dadurch wird das Böse von einer rein moralischen Definition und Darstellung befreit.
Der Super 8-Kurzfilm Final Girl (A.T.) spielt mit den Konventionen von Horror, dem Bösen und Wut. In einer Horror-Pole-Dance-Show wird mit Blickrichtungen auf den weiblich gelesenen Körper, Handlungsmacht und der Erzeugung von Affekten experimentiert.
Hintergrund: Der Titel verweist auf die Bezeichnung „Final Girl“ – ein Begriff aus dem Horrorfilm-Genre, der die letzte Überlebende unter den Opfern eines meist männlichen Killers bezeichnet. Lange waren bekannte Horrorfilme ausschließlich von (weißen) Männern inszeniert – Frauen dienten als passive Opfer. Auch das Phänomen „Final Girl“ bricht nicht grundlegend mit den sexistischen Darstellungen im Horrorfilm – gemäß den Genrekonventionen des Slasher-Films, in dem die Figur meist auftritt, ist das „Final Girl“ pflichtbewusst, moralisch und sexuell enthaltsam.
Seit der Jahrtausendwende gibt es vermehrt Horrorfilme, die das Genre nutzen, um gesellschaftliche Missstände aus einer intersektional feministischen Perspektive aufzuzeigen. Anstatt zu verängstigen, empowern Filme wie Raw und Titane (Julia Ducournau) weiblich gelesene Figuren, in denen sie ihnen Handlungsmacht geben.
Ducournaus Bodyhorrorfilme nutzen die Transformationen des weiblichen Körpers, um innere, wie äußere Bedrängnisse in eine Körperlichkeit zu übersetzen.