13.10.2023 bis 20.10.2023
The Tide Is High
Die Flut kommt immer nachts – Jetzt lach doch mal! Klimawandel und Sexismus – zwei polarisierende Themen werden in dieser Ausstellung fotografisch, filmisch und partizipativ-installativ erforscht.
"Jetzt lach doch mal!" – Konzept: "Jedes einzelne 'Lächle doch mal', das einer Frau zugerufen wird, wenn sie gerade mal nicht als Grinsekatze durch die Welt läuft, ist Teil des Problems. Wer lächelt, stellt zumindest keine Forderungen, es ist die liebliche Variante des Klappehaltens. Im Lächeln-sollen vereinen sich die Ansprüche an Frauen, nicht nur hübsch auszusehen, sondern auch noch Harmonie zu versprühen, wo immer sie gerade sind. So ein unscheinbarer Satz – und so ein dreckiges System, das durch ihn am Laufen gehalten wird." (aus "Die letzten Tage des Patriarchats" von Margarete Stokowski, S. 161). Intro: In meiner bisherigen Arbeit setzte ich mich mit sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch auseinander. Ich bearbeite eigene und fremde Erlebnisse und transferiere Gefühle in symbolhafte Fotografien. Gemeinsam mit anderen FLINTAs kreiere ich nun eine künstlerische Installation, in der Sexismus und der Umgang damit bearbeitet und verhandelt werden kann. Fotografische Vorgehensweise: Erfahrungen mit verbalem Sexismus stehen im Mittelpunkt meiner Serie "Jetzt lach doch mal!". Ich fotografiere Pflanzen: Verwelkt und bedeckt, erstarrt und unverwüstlich. Sie symbolisieren Gefühle und Zustände der Betroffenen: Erstarren, Wut, Sprachlosigkeit – mehrere Augen starren einen an – innerer Alarm, keine Hilfe, er ist weg. Ein Schauer läuft über den Rücken. Ein Fremder hat die eigenen Grenzen überschritten. Bei der Bearbeitung habe ich teilweise Signalfarben wie Rot und Pink verwendet, um den inneren Schrecken auszudrücken – kombiniert mit Schwarz-Weiß-Fotografien, in denen die Pflanzen durch Blitzlicht aufgehellt werden, sich abheben, Gestalt annehmen und eine rebellische Symbolkraft verkörpern.