Bean there done that

Bean there done that

eine Zeitkapsel mit queeren Erkenntnissen

Wir sind beide besorgt über die politische Lage, die sich derzeit bedenklich zuspitzt. Als queere nichtbinäre Künstler*innen sehen wir die errungenen Rechte und Freiheiten für uns und unsere Gesellschaft in Gefahr. Um diesen Sorgen Abhilfe zu schaffen und ins Handeln zu kommen, wollen wir im Rahmen eines Kunstprojekts eine Zeitkapsel an verschiedenen Orten Berlins, unter anderem gerne in den KW, installieren. Das Wissen, welches uns zur Jetzt-Zeit im Internet und Büchern über queeres Leben zur Verfügung steht, ist kostbar und leider nicht selbstverständlich. Hier und in anderen Ländern gibt es Zensur, Abschottung vom Internet und in den USA, dem Land of the Free und kulturellem Vorbild für viele andere Länder, werden sogar wieder Bücherregale ausgeräumt. Das lässt uns an die 1920er Jahre in Berlin zurückdenken, in denen das queere Leben einen historischen Höhepunkt an Freiheit und Vielfalt erlebte. Es gab vielzählige Bars, Clubs und wöchentliche Zeitschriften, Überlieferungen einer florierenden Subkultur. Sogar ein Institut für Sexualforschung, geleitet von Dr. Magnus Hirschfeld, in dem Menschen, die von der binären Norm abwichen, Zuflucht, Verständnis, Unterstützung und sogar einen Arbeitsplatz finden konnten. Dieses Institut wurde am 6. Mai 1933 von den Nazis komplett zerstört und die wissenschaftlichen Errungenschaften verbrannt. Der Verlust dieser Bibliothek versetzte das Wissen über queeres Leben um ca. 40 Jahre zurück. Damit unser heutiges Wissen nicht wieder so aus der Welt verschwinden kann, wollen wir eine Zeitkapsel erstellen, die mit queeren Erkenntnissen über Wissenschaft, Gesellschaft, Kunst und Geschichte gefüllt wird.