Sumpf

Der Sumpf verkörpert das Fruchtbare, das Unbekannte und wird oft als die Gegenseite zum Zivilisierten positioniert. Charakteristisch für den Sumpf ist, dass das darin Versunkene im Schlamm feststeckt und nie mehr zum Vorschein kommt. Von daher wird mit dem Sumpf Unheimlichkeit, Gefahr und Stagnation in Verbindung gebracht und ist Grund vieler unterschiedlicher mythischer Figuren.

Die ca. 30-minütige Performance wird die Symbolik des Im-Sumpf-stecken aufgreifen und mithilfe multimedialen Storytellings über die komplexen Datingerfahrungen nichtbinärer Personen berichten. Einige Inhaltspunkte hierbei sind eine internalisierte Queerphobie, Identifikationskrise, sich nicht gesehen fühlen oder die Hierarchie innerhalb der queeren Community (der weiße Cis-Mann, sowie Performativität von Männlichkeit und Heterosexualität an oberster Stelle). Der mystische Charakter des Sumpfes und dessen Mythen sollen porträtiert werden, indem die 4 Performerinnen ein Kostüm besitzen, das auch als Bühnenbild dient. Der Fokus steht hier auf ein Spiel mit optischen Täuschungen, welche fundamental für die Sumpfmythen sind. Benutzt werden Silikon, EVA Foam, Jeansfäden, um moosähnliche Objekte und aufregende Silhouetten zu erstellen.

Im Kontrast zu den visuell abstrakten Inhalten soll eine intime und realitätsnahe Ebene durch die verwendeten Texte eröffnet werden. Diese findet in Form von Poesie, Bewusstseinsstrom, als auch Konversationsfetzen von Dating-Plattformen statt und wird live von Itchi als Erzähler gesprochen. Musikalisch wird Irene (aka Cunt Remember) als gestrandete Nixe Cello im Liegen spielen, sowie ein Live Set spielen, das für eine generell düstere Atmosphäre sorgen wird. Die Choreographie erfolgt durch Sefa Okutan und sorgt dafür, dass die Thematik gut in Bewegung übersetzt und vor allem von den Performerinnen Ander und Kamila ausgeführt wird. Hierbei ist es von großer Wichtigkeit, dass alle verwendeten Elemente bewusst eingesetzt werden und miteinander verknüpft sind. Das Projekt „sumpf“ konzentriert sich darauf, einen Einblick in die Erfahrungen von nichtbinären Personen zu ermöglichen und über Themen zu sprechen, die heutzutage immer noch wenig Repräsentation finden. Das gesamte Team ist queer und die Mehrzahl der Teilnehmer*innen ist nichtbinär. Natürlich ist es nicht möglich, eine generelle Sichtweise zu erstellen, jedoch gibt es viele Gemeinsamkeiten innerhalb der queeren und besonders nichtbinären Community und diese sollen berichtet werden.