AMID

Quelle: Büro der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten
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AMID

Workshop mit Nora Mertes und Johanna Kintner

Anliegen des Seminars Amid (engl. „inmitten“) war es die Teilnehmerinnen bei der Reflexion der eigenen künstlerischen Arbeitsweise und bei der Entwicklung von Perspektiven auf ihre Tätigkeiten als Künstlerinnen außerhalb eines Studienkontextes zu begleiten. Der Workshop bot ausgehend vom eigenen künstlerischen Selbstverständnis Raum individuelle, strukturelle oder organisatorisch notwendige Rahmenbedingungen für die Tätigkeit als Künstlerin zu entwickeln.

Amid gliederte sich in Einzelgespräche im Atelier mit Fokus auf individuelle Fragen zur künstlerischen Arbeitsweise und Möglichkeiten für die Zeit nach dem Studium. Als auch in gemeinsame Treffen, in denen Informationen zu möglichen Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt, die Erfahrungen der Dozentinnen mitgeteilt sowie der Austausch unter den Teilnehmerinnen angeregt wurde.

Im ersten Treffen am 29. Februar hatte jede Teilnehmerin die Möglichkeit in einer kurzen Präsentation ihr künstlerisches Interesse und ihre Arbeitsweise vorzustellen. Daraufhin standen das Nachdenken und das anfängliche schriftliche Formulieren der eigenen künstlerischen Arbeitsweise sowie die dafür notwendigen äußeren Bedingungen im Fokus. Beides bildete die Grundlage für das gemeinsame Arbeiten in den darauffolgenden Treffen.

Vom 3. bis zum 6. März wurde ganztägig in Berlin und Leipzig gemeinsam mit Studierenden der Alanus Hochschule aus dem Fachbereich Bildhauerei gearbeitet. Die Kooperation entstand durch einen von Nora Mertes und Johanna Kintner dort einige Wochen zuvor angebotenen Amid Workshop. Thema dieses Workshops war ebenfalls die Ausgestaltung förderlicher Rahmenbedingungen für die eigene künstlerische Tätigkeit.

Während dieser gemeinsamen Tage standen Gespräche über mögliche Rahmenbedingungen und konkrete Überlegungen der Umsetzung im Zentrum. Um diese Überlegungen zu bereichern, gab es die Möglichkeit sich mit Rahmenbedingungen anderer KünstlerInnen in unterschiedlichen Situationen, sowie mit verschiedensten Arbeitsweisen, auseinanderzusetzen. Grundlage hierzu waren Notizen von 30 KünstlerInnen, die die Dozentinnen gesammelt hatten. In selbst gewählter Form zeigen die KünstlerInnen in diesen ihre Rahmenbedingungen auf und reflektieren sie. Bereiche wie Selbstorganisation, ergänzende künstlerische Arbeitsweisen (zum Beispiel das Sammeln von Motiven oder Schreiben), Austausch, unterstützendes Umfeld, Galerien, Geldverdienen, Sichtbarkeit/Ausstellen oder Freizeit finden hier Beachtung.

Darüber hinaus gab es das Angebot von Atelierbesuchen bei vier Künstlerlnnen in Berlin und Leipzig (Ossian Fraser, Isa Melsheimer, Vytautas Jurevicius, Enne Haehnle) sowie in den Ateliers der Dozentinnen. Die jeweils einstündigen Atelierbesuche gaben die Möglichkeit sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze und Selbstverständnisse kennenzulernen und sich im Gespräch über die jeweilige Arbeitsweise und die damit verbundenen Rahmenbedingungen auszutauschen.

Der Austausch unter den Teilnehmenden der beiden Hochschulen bot die Möglichkeit die Lebens- und Arbeitsbedingungen voneinander kennenzulernen und so Überlegungen zu den eigenen Rahmenbedingungen nochmals kritisch zu hinterfragen.

In den individuellen Ateliergesprächen, für jede Teilnehmerin standen pro Woche zwei Einzelgespräche mit jeweils einer der Dozentinnen zur Verfügung, wurde ausgehend von den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmerin auf Themen, die direkt oder im weiteren Sinne mit der eigenen künstlerischen Arbeit verbunden waren, geschaut. Hier ging es unter anderem um Förderungen für bestimmte Projekte, Überlegungen zu individuellen Rahmenbedingungen, Studienwechsel bzw. Postgraduiertenstudiengänge, die künstlerische Arbeitsweise, das Formulieren von Texten zu einzelnen Arbeiten oder die Arbeit an einem Künstlerstatement, das als Anlass genommen wurde eine größere Klarheit in der künstlerischen Intention und im künstlerischen Tun zu erlangen.

An den beiden letzten gemeinsamen Terminen, am 14. und 21. März, standen die künstlerische Selbstständigkeit und das Fördersystem im Fokus. Ausgehend von konkreten Fragen wurde hier über die wichtigsten Bereiche der künstlerischen Selbstständigkeit informiert und diskutiert. Ziel war es den Start in die Selbstständigkeit handhabbar zu machen. Zudem gaben praktische Informationen den Teilnehmerinnen die Möglichkeit ihre vorherigen Überlegungen zu konkretisieren und greifbar zu machen. Unter anderem waren die folgenden Fragen und Bereiche Thema:

 

„Ich bin mit dem Studium fertig und möchte selbstständig künstlerisch arbeiten. Was könnte mir beim Beginn helfen?“, u.a.:

  • Welche Beratungsangebote (Bücher, Workshops, Einzelberatungen) sind vorhanden
  • Unterschiede zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenverhältnis
  • Erste Schritte in die Selbstständigkeit
  • Anmeldung beim Finanzamt als Freiberuflerin
  • Steuernummer / Kleinunternehmerregelung / Steuererklärung / Buchhaltung
  • Honorare / Verträge / Rechnungen
  • Sozialleistungen
  • Künstlersozialkasse
  • Was ist die KSK?
  • Wie stellt man einen Antrag zur Aufnahme?
  • Was sind die Vor- und Nachteile der KSK?

 

„Welche Art von Austausch könnte mich bei meiner künstlerischen Arbeit unterstützen?“, u.a.:

  • Ateliergemeinschaft
  • Postgraduiertenstudium
  • „Fans“
  • gemeinsames Ausstellen

 

„Wie kann ich mich für einen Ausstellungsort bewerben, wenn es keine Ausschreibung gibt?“, u.a.:

  • Ablauf einer Initiativbewerbung
  • Konkrete Bewerbung als Beispiel

 

„Wie finde ich eine finanzielle Förderung für meine künstlerische Arbeit nach dem Studium?“ oder „Wie kann ich mich für ein Aufenthaltsstipendium bewerben?“, u.a.:

  • Welche Beratungsangebote (Bücher, Workshops, Einzelberatungen) sind vorhanden
  • Kunstfördersystem in Deutschland und weltweit, staatlich und privat
  • Arbeitsstipendien
  • Aufenthaltsstipendien
  • Preise
  • Konkrete Bewerbungen als Beispiele