Fakultät Darstellende Kunst

Geförderte Projekte aus Anreizmitteln der Fakultät Darstellende Kunst 2020

Zielsetzung für den Mitteleinsatz: 

Die Anträge sollten fakultätsinterne und –übergreifende Projekte mit frauen- bzw. genderspezifischen Themen beinhalten, gefördert wurden Projekte, Symposien und Workshops oder ähnliches.

Das Auswahlgremium bestand aus den Frauenbeauftragten der Fak 4 und einer Professorin. 

Im Jahr 2020 stand uns eine Fördersumme aus den Anreizmitteln von € 13.200,- zur Verfügung. 

Es konnten 12 Projekte/Workshops/Vorträge mit einer Gesamtsumme von ca. €10.000 gefördert

werden. Durch Corona gab es weniger studentische Projektanträge bzw. wurden 3 zugesagte Projekte abgesagt. 

 

1 Performances von [Weiblichkeit] in den Darstellenden Künsten

Datum: 25./ 26.1.20 UDK

Die dritte Edition des Symposiums beschäftigt sich erneut mit der Herausforderung, als Frau* innerhalb des Feldes der darstellenden Künste (mit Überschneidungen zum Film) zu arbeiten. Eingeladen waren die Studierenden wie auch die Lehrenden der veranstaltenden Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, den eigenen künstlerischen Umgang mit normierten Bildern und Konzepten von [Weiblichkeit] zu reflektieren.

Wir fragten uns, warum werden immer noch stereotype Frauenbilder und Rollenvorstellungen in Szene gesetzt und wie nehmen auch angehende Theatermacher*innen aller Sparten und Kolleg*innen - sei es im Kostümbild, Schauspiel, in der Regie, Öffentlichkeitsarbeit oder Jobvermittlung daran teil? Die Ausbildungsstätten für darstellende Künstler*innen sind wichtige Orte der Diskussion um Spielräume für Frauen*, aber auch Männer*. Ob auf oder hinter der Bühne und in etablierten oder selbst geschaffenen Arbeitsstrukturen: das bisher Selbstverständliche sollte auch hier beständig hinterfragt werden!

Über das WoE waren zwischen 60 und 90 Besucher*innen anwesend: Studierende der Fakultät Darstellende Kunst, Studiengänge Schauspiel, Bühnen- und Kostümbild, Szenisches Schreiben, Theaterpädagogik; Fakultät Bildende Kunst, Studiengang Zeitbezogene Medien und Performance, Fakultät Gestaltung, Studiengang Narrativer Film; Studierende des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz sowie Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin, Studiengänge Regie, Schauspiel, Dramaturgie; Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, Studiengang Musiktheaterregie sowie Studierende der Angewandten Theaterwissenschaften Gießen und der Uni Hildesheim Studiengang Medien, Theater und populäre Kultur sowie Theaterpraktiker:innen 

Am Samstag beleuchteten Vorträge, Gespräche und Lecture Performances, auf welche Weise, Sexismus und geschlechtsspezifische Normierungen im zeitgenössischen deutschen Theater immer noch wirken. Am Sonntag wurden drei Workshops angeboten, die den Teilnehmer*innen praktische Instrumente und inspirierende, kritische Perspektiven für ein selbstbestimmtes Arbeiten (vor allem) als Frau* im Theater-Kontext vorstellt. 

Die Veranstaltung war überaus erfolgreich. Das zeigte sich an den permanent hohen Teilnehmer*innenzahl über das gesamte Wochenende und der großen Nachfrage nach der Teilnahme an den Workshops, die sehr schnell ausgebucht waren. Aus dem Kreis der Teilnehmer*innen kam der explizite Wunsch nach einer Wiederholung bzw. Weiterführung der Veranstaltung. 

Antragstellerin: Dozentin (Bühnenbild), Fördersumme: Euro 2.000 aufgeteilt auf 2 Jahre

 

2 FARN FARN AWAY 

Das Stück FARN FARN AWAY von Sokola//Spreter wurde aufgrund von Corona erst am 18.03.2021 als Regie-Vordiplom von Pablo Lawall an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch gezeigt.

Die Online-Premiere fand am 21.05.2021 statt. 

Unter Umständen ist eine Wiederaufnahme der Inszenierung im März 2022 geplant. 

Die zweite Zusammenarbeit von Pablo Lawall, Sokola//Spreter und Paula Schlagbauer suchte nach pflanzlicher Intelligenz, der allerletzten Entschuldigung und der Antwort auf die Frage nach dem Ende der Wirklichkeit. Mithilfe von Video, neu komponierter Musik und einem Sprechchor fand das Stück im Rahmen der Hochschule und der Zusammenarbeit von verschiedenen Studiengängen der UdK eine erste Form. Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie der Freundeskreis der UdK haben die Inszenierung ebenfalls unterstützt. 

Teilnehmer*innen: 16, davon 10 Studierende der UDK (Schauspiel, Szenisches Schreiben, Bühnenbild, Klavier) und 4 Studierende von der HfS Ernst Busch (Regie, Dramaturgie, Spiel und Objekt) 

Antragstellerin: Studentin (Szenisches Schreiben), Fördersumme: 200 Euro

 

3 Das Goldene Zeitalter der Schwarmintelligenz 

Galerie Zönotéka im Rahmen des Festivals 48 Stunden Neukölln 

19.-21.Juni 2020

BoOOOom! Durch die Explosion von Chemieprofessor Utonium wurde die Welt vakuumiert. Die Powerpuffgirls sind Überbleibsel in dieser neuen Welt, in der alles Vergangene vergessen ist. Sie kommen mit ihren Koffern, leiden unter Gedächtnisschwund und müssen alles neu lernen. Sie sind der kleinste Schwarm der Schwärme. Das Publikum kann den Lernfortschritt dieser kollektiven Intelligenz durch die Laborscheibe beobachten.

Die „Powerpuffgirls“ beginnen diese völlig neu geschaffene Welt zunächst zu entdecken, sich Fähigkeiten anzueignen und gleichzeitig gegenseitig beizubringen. Wir verfolgen dabei die Frage wie sich Weiblichkeit bilden kann, in einer Welt in der kein anderes Geschlecht und keine Rollenklischees bekannt sind. Weiterhin bleibt für uns als Performerinnen zu erforschen “Was war die Chemikalie X?” welche den “Girls” zu übernatürlichen Kräften verholfen hat. Die Frage nach Identität steht im Vordergrund und soll gemeinsam mit der Frage nach Weiblichkeit im körperlichen Spiel erforscht werden. Wir möchten mit diesen Figuren einen Kontrast setzten zu den aktuellen Social Media Trends und zum Zwang nach Selbstoptimierung.

Die „Powerpuffgirls“ waren an diesem Wochenende insgesamt 12 Stunden im Fenster und haben geforscht. Es gab eine Entwicklung vom ruhigen entdecken der Welt bis hin zum vollen auskosten der Möglichkeiten. Dabei war jeder Festivaltag anders gestimmt, welches insbesondere von den Tageszeiten und den Zuschauer*innen geprägt wurde. 

Beteiligte Personen und Antragstellerinnen: 3 Studentinnen (Bühnenbild), Fördersumme:  € 250 

 

4 Drexciya und die Unterwasser Elektroschocks 

am 21. August 2020 ein Parcours durch die Räume im West Germany mit unterschiedlichen Bühnensituationen

Es handelte sich dabei um die Fortführung von „Vertigo“, welches wir im September 2019 am selben Ort gezeigt haben.
Wir wollten unsere experimentelle hierarchiefreie Zusammenarbeit weiterführen und neue Formate ausprobieren in der freien Szene ohne Regie.

Inhaltlich haben wir uns mit dem Umgang des britischen Königreichs beschäftigt, dem Elektro Label Drexciya und dem Atlantis-Mythos. Dabei haben uns die Publikationen von Donna Harraway begleitet, die einen postmodernen Feminismus beschreiben. Eng verbunden mit der Performance war auch die Spielstätte, welche sich im Sozialbau am Kottbusser Tor befindet. Wir haben einen schönen Abend gestaltet mit 25 Zuschauer*innen während der Corona-Pandemie.

Beteiligte Personen: 8, davon 4 Studierende (Bühnen- und Kostümbild), 4 freie Künstler*innen. 

Antragstellerin: Studentin (Bühnenbild), Fördersumme: 300 Euro,

 

5 Sehnsucht +

3 Aufführungen im September 2020 während der Tanznacht ‚Vertigo‘ in den Uferstudios

Wir alle, Menschen mit oder ohne bestimmter Geschlechter Identifikation, die in globalisierten und kapitalisierten Gesellschaften leben, sind noch immer Opfer des männlichen Blickes und solange sich die Objektivierung des Körpers verkaufen und kaufen lässt, bleibt die Gesellschaft in der Illusion einer vermeintlichen Freiheit der Geschlechter hängen. 

Die Fragen: Muss und darf ich als Frau aggressiv sein, laut und mich als Monster darstellen? Und diese Themen, diese Wut braucht es die noch, ist sie noch, ist sie nicht relevant? Ich muss das, weit in der vierten Welle des Feminismus angekommen noch mit einem lauten ‚Ja‘ beantworten. Mit der Zielsetzung das Groteske in Bewegung, Tanz, Körper als Werkzeug zu benutzen und dennoch immer herrschenden kontrollierenden Blick provozieren und hinterfragen. Kein aufrechtes, stolzes Tragen des Intellekts und des frontalen Sprachrohrs, sondern ein in sich hineingekehrtes, intuitives, dreckiges Sein.  

Beteiligte TeilnehmerInnen: 3 Studentinnen vom HZT 

Antragstellerin: Studentin HZT, Fördersumme: 400 Euro 

 

6 Mutterboden

10.10.2020 Acker auf dem ehemaligen Friedhof St. Elisabeth, Wollankstraße

Im Rahmen der Kooperation „Werkstatt Neue Stücke“ zwischen der UDK und der HFS Ernst Busch ist das Stück MUTTERBODEN nach einer zweiwöchigen Probenzeit zur Premiere gekommen.

Das Stück beleuchtet das Thema der häuslichen Gewalt und die über mehrere Generationen hinaus- wirkenden Folgen, ebenjener, anhand der Lebensgeschichte dreier Generationen von Frauen: eine Großmutter, eine Mutter und eine Tochter. Im Laufe des Stückes begegnen sich die drei Figuren erstmals nach vielen Jahren wieder und verhandeln ihre jeweiligen Perspektiven auf die gemeinsame Familiengeschichte. So unvereinbar die Wahrheiten und die daraus resultierenden Entscheidungen der Figuren miteinander sind, so nachvollziehbar und folgerichtig erscheint jede einzelne den Zuschauenden. Es entspinnt sich ein Drama, welches im Verlauf Stück für Stück frei legt, auf welch unterschiedliche Art und Weise die Frauen in ihrem Leben mit Lust, Abhängigkeit, Sicherheit, Verfall, Vertrauen, Begehren, Verantwortung, Beziehungen, Enttäuschungen und Gewalt umgehen.

Es ergab sich im Lauf der Aufführung eine groteske Doppelung: in einem der umliegenden Wohnhäuser entbrannte ein lautstarker Streit. Das Erlebnis war beklemmend: auf dem zur Bühne des Lebens gewordenen Friedhofs versuchen drei Spielerinnen als Figuren die Sprachlosigkeit über Gewalterfahrungen zu überwinden, während die versammelte Zuschauermenge im doppelten Sinne zuschauend wird. Die allgegenwärtige Frage: „Was tun?“ erhielt eine bedrückende Dringlichkeit. Den Einbruch der Realität in das Theater und umgekehrt haben wir mit der Wahl des Spielortes zwar beabsichtigt, aber in diesem Ausmaß nicht vorhersehen können. 

Beteiligte Personen: 9, davon 4 Studentinnen der UDK (Szenisches Schreiben, Schauspiel, Kostümbild, Tonmeisterin), 2 Studentinnen der Ernst Busch (Regie), 2 Schauspielerinnen und 1 DFFB. 

Antragstellerin: Studentin (Szenisches Schreiben), Fördersumme: 400 Euro.

 

7 DEINE MACHT MIR NICHTS 

Probenbeginn 28.9.2020 Premiere: 14.11.2020 im bat

Die Zielsetzung war im Rahmen der Kooperation Werkstatt Neue Stücke zwischen der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und der Universität der Künste Berlin auf Grundlage des Textes DEINE MACHT MIR NICHTS von Lena Reißner eine circa 60-minütige Inszenierung zu erarbeiten. 

DEINE MACHT MIR NICHTS erzählt als theatrales Triptychon von Gott, welche als Mutter, als Meerjungfrau und als Seherin auftritt. Die mythischen Gestalten werden zu Körpern und bekommen eine Seele. Sie verhandeln Mutterschaft, Jungfräulichkeit als soziales Konstrukt und Gewalt an Frauen*körpern. 

Im Kostümbild wurde die Ikonographie der Maria, der Meerjungfrau, und der Kassandra visuell aufgegriffen. Durch Elemente der Verfremdung sollte der "Male Gaze" sichtbar gemacht werden, aus dem diese Weiblichkeitsmythen stammen. 

Beteiligte Personen: 5 Studentinnen (Szenischen Schreiben/Schauspiel/Kostüm) und eine Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf & Kunsthochschule Mainz. 

Antragstellerin: Studentin (Szenisches Schreiben), Fördersumme: 500 Euro

Link: wessenfreiheit.de/deine-macht-mir-nichts/

 

8 m-otherimages

August- November 2020 - Postproduktion und Filmpremiere

In unserer Master Produktion „M-OTHER IMAGES“ widmeten wir uns der Thematik Mutterschaft und Mütterlichkeit. Wir möchten einen Reflexionsraum schaffen für Frauen*, die sich mit der Frage nach eigener Mutterschaft oder auch NichtMutterschaft als potentiellen Lebensentwurf auseinandersetzen wollen. Hierfür wollen wir gemeinsam Narrative zu Mutterschaft und Mütterlichkeit aufspüren, sichtbar werden lassen und zur Diskussion stellen. Was bewegt die Spieler*innen sich für oder gegen Mutterschaft, als Teil ihres persönlichen Lebensentwurfs, zu entscheiden? Und welche Fragen beschäftigen die Spieler*innen, die sich gedanklich und emotional in einem „Dazwischen“ befinden? In dieser Produktion werden diese Fragen nicht länger im Stillen gestellt, sondern sollen Raum finden, an dem Platz ist für diverse Perspektiven zum Thema. Um uns der Thematik und den Fragen der Spieler*innen anzunähern, möchten wir diese über eine sogenannte Pat*innenschaft in einen Erfahrungsaustausch bringen mit Frauen*, für die sich die Frage nach Mutterschaft als ihr persönlicher Lebensentwurf auf unterschiedliche Weise bereits beantwortet hat. Implizites Ziel ist dabei, allen Beteiligten einen Raum zu eröffnen, Erfahrungen, Fragen, Gedanken und Gefühle miteinander zu teilen und aus den verschiedenen Perspektiven heraus gemeinsam zu reflektieren, und diese schließlich zu dokumentieren.

Die Projektplanung unterteilte sich in drei Phasen. 1. Phase: Austausch der Spieler*innen mit den

Patin*innen, Materialrecherche 2. Phase: intensive Probenphase mit filmischer Dokumentation 3. Phase: Postproduktion, Filmschnitt. 

Beteiligte Personen: 2 Studentinnen (MA Theaterpädagogik), 

Antragstellerin: Studentin (Theaterpädagogik) Fördersumme: Euro 450,-

 

9 Lann Hornscheidt: „Schreiben in und mit und trotz Gewalt"

Digitaler Workshop, vom 20./27. November, 5./12./19. Dezember, 17 bis 20 h

Die Zielsetzung war eine Bewusstseinsschaffung für Diskriminierung in der Sprache, Erprobung sprachlicher Entdiskriminierungsstrategien.

Diese kritische Bewusstseinsbildung für Gewalt im Wahrnehmen und im eigenen Schreiben wurde geschärft und eigene Versuche im Schreiben (und Lesen) jenseits von struktureller Gewalt erkundet. Bei den Studierenden war nicht nur in den eigenen künstlerischen Texten, sondern auch in der Art der Diskursführung und der Achtsamkeit füreinander eine deutlicher Bewusstseinsschub feststellbar.

Beteiligte Personen: Studierende des Szenischen Schreibens (15. und 16. Jahrgang) sowie weitere Interessierte aus der Fakultät Darstellende Künste sowie dem Studium Generale der UdK Berlin. 

Teilnehmerzahl: 20 Personen. Antragssteller: Professor/ Szenischen Schreiben UdK, 

Fördersumme: 2.000 Euro,

 

10  „Krise des Theaters“

2.12.20 Gastvortrag für Studierende der Fak4

Gastvortrag zur Vorlesungsreihe: „Denormalisierungen- Geschichte und Theorie des Theaters“

Die Referentin hat als Chefdramaturgin der Sophiensäle Einblick in die Struktur der Institution Theater und kennt die das Theater betreffenden intersektionellen Fragen aus ihrer beruflichen Praxis. Sie war somit in besonderer Weise geeignet die praktische Arbeit unter dem Blickwinkel von Critical Diversity vorzustellen. 

Antragstellerin: Juniorprofessorin (Theaterwissenschaften und Dramaturgie), Fördersumme: € 150-,

 

11 „Held_innen“ 

4.12.20 bis 15.02.21 Workshops für Studierende des Stdg.  Szenisches Schreiben

Konzeption, Durchführung und Nachbearbeitung von 7 Workshops im Rahmen des Seminars "Held_innen" zum Thema Re-Writing von Rollenrollen in antiken Theatertexten. Besonderer Schwerpunkt war die Vermittlung von Praxiserfahrungen. Die Referentin arbeitete als Gründerin von rua. Kooperative für Text und Regie mit erfolgreichen Autorinnen, Regisseurinnen und Verlagen zusammen und war somit in besonderer Weise geeignet, die praktischen Arbeit an der Überschreibung von Geschlechterrollen vorzustellen und anzuleiten.

Antragstellerin: Juniorprofessorin (Theaterwissenschaften und Dramaturgie), Fördersumme: € 900,-,

 

12 Workshop: zusammen arbeiten

Okt-Dez 20, 17.1/ 18.4.21 in der UDK

Empowerment aller Teilnehmer:innen, die Stärkung der künstlerischen Autonomie, eine Reflektion vorgefundener Arbeitsstrukturen, die Entwicklung von Strategien für künstlerisches Zusammenarbeiten, die Begegnung mit potentiellen Arbeitspartner:innen und Vernetzung junger Theaterkünstler:innen. Nach einer inhaltlichen Vorbereitungsphase im Okt – Dez 20, einem Kick-off-Online-Meeting am 17.1.21 fand der zweitägige Workshop an dem Wochenende 17./18.4.21 im EDEN in Pankow in Präsenz statt. Der Raum wurde coronabedingt angemietet. Die Kosten für die Anmietung wurden von der HfS übernommen. Darüber hinaus übernahm die HfS die Honorare für alle Referent:innen. 

Der Workshop umfasste einen einführenden Vortrag von Dr. Ullrich Klocke, Gespräche mit den Künstlerinnen Ilja Papatheodourou und Sandra Fox vom Performance-Kollektiv She She Pop sowie mit den Regie/ Bühnenbildteam Marius Schötz und Robin Metzer. Dazu kamen verschiedene praktische Arbeiten u.a. wie Kommunikationstraining in der großen Gruppe, Strategien der Konzeptentwicklungen in Zweier- oder Dreierteams, die von Katja Sonnemann angeleitet wurden. Der Workshop wurde von Anna Bergel organisiert und moderiert. 

Die Veranstaltung war sehr erfolgreich. In einer abschließenden Feedbackrunde artikulierten die Studierenden, wie wichtig das Thema „zusammen arbeiten“ für die spätere künstlerische Praxis sei. Sie lobten die Organisation des Workshops und betonten, dass es insbesondere wichtig war, dass der Workshop in Präsenz nach dem Online-Semester stattfinden konnte und so die Chance geschaffen wurde, sich kennenzulernen und gemeinsam zu arbeiten. 

Anzahl der beteiligten Personen: (coronabedingt nur) 12 Studierende der Studiengänge Regie und Dramaturgie der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und Bühnenbild der UdK Berlin

Antragstellerin: Dozentin (Bühnenbild), Fördersumme:  € 2.240,- (Lehrauftrag Katja Sonnemann)

 

Redaktion: Frauenbeauftragte der Fak IV

Oktober 2021

 

Geförderte Projekte aus Anreizmitteln der Frauenbeauftragten Fakultät Darstellende Kunst 2019

 

Im Jahr 2019 stand uns ein Budget aus den Anreizmitteln von € 5.080,- zur Verfügung.
Insgesamt wurden 15 Projekte mit einer Gesamtsumme von € 4.300 gefördert, die Einzelförderungsbeträge bewegten sich zwischen € 100,-  bis € 700,-.

 

Rollenbilder der Frau in der Oper

In diesem Lehrangebot wurde sich mit dem Konflikt zwischen alten und modernen Rollenbildern auf- und hinter der Opernbühne auseinandergesetzt. Der gesamte Workshop fand im Dezember 2018 statt und konnte erst im Januar 2019 abgerechnet werden.

Anzahl der am Projekt beteiligten UDK-Studierenden Gesang/Musiktheater: 20

Fördersumme: 700 € (Honorar)

 

Matadoras

Dieser Kurzfilm thematisiert das Heranwachsen zweier argentinisch-deutschen Schwestern und ihrem Umgang mit den religiös geprägten Rollenbildern innerhalb ihrer Familie. Auch die Sexualität der älteren Schwester und der Umgang des Vaters mit der Krankheit der Mutter werden thematisiert. Der Film war ein zweitjahres-Projekt der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, gefördert wurden die Kosten für die Szenografie, die eine UdK Bühnenbildstudent*in gemacht hat.

https://www.filmuniversitaet.de/film/filmdatenbank/film/fdb/matadoras

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Bühnenbild: 1

Fördersumme: 170 €

 

Körperszenen im Theater und Genderperformance/ Prof. Dr. Jenny Schrödl

Frau Prof. Dr. Jenny Schrödl hielt im Rahmen der Theorievorlesung „Theatergeschichte“ an der Fakultät Darstellende Kunst einen 3-stündigen Vortrag über historische Körperbilder in Theater, Tanz und Performance. Der inhaltliche Schwerpunkt lag dabei speziell auf „Genderperformance“ und die Relevanz dieser Bewegung für die Entwicklung und Rezeption von Geschlechterbildern am Theater.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden: gesamte Fakultät Darstellende Kunst

Fördersumme: 150 € (Honorar)

 

Das Sonnenblumenschwert

In diesem Master-Abschlussprojekt von zwei Student*innen des Studiengangs Theaterpädagogik wurde mit 8 Kindern im Alter von 3-6 Jahren der geschlechtsspezifische Umgang mit Wut theaterpädagogisch untersucht. Auf Grundlage des Kinderbuches „Das Sonnenblumenschwert“ von Mark Sperring und Günther Jakobs und das Experimentieren mit Stoffen, Klang und Licht ermöglichte den Kindern einen spielerischen Umgang mit den Thema. Die Vorführung fand am 1. Juli 2019 in den Räumlichkeiten der Kita statt.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Theaterpädagogik: 2

Fördersumme: 100 €

 

The Only Game in Town

"The Only Game in Town“ wurde zweimal in Berlin aufgeführt: am 6.6.19 im WestGermany, Büro für postpostmoderne Kommunikation, und am 15.7.19 in der Rauminstallation der Klasse Streuli während des Rundgangs der UdK. Das Theaterstück handelte von verschiedenen Outcasts der Unterhaltungsindustrie, unter anderem einem Affen, einem Maskottchen, und einem Second-Life Pärchen, die mal gemeinsam mal gegeneinander ein Glücksspiel spielen. Wie in Jorge Luis Borges Kurzgeschichte "Die Lotterie in Babylon", regierten zufällige, absurde Gesetze über die Figuren.

Das Projekt hinterfragte die Ordnungen und Regeln in Machtstrukturen und in inwieweit es möglich ist diese von innen zu bekämpfen. Kann man, sobald man zu den Mächtigen gehört, autonom agieren? Ist es möglich als Frau* im Patriachat zu Macht und Einfluss zu kommen, ohne selbst die Eigenschaften des Patriachats anzunehmen?

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Bühnenbild: 3

Fördersumme: 500 €

 

Das rote Kleid

In ihrer Master-Arbeit für den Studiengang Kostümbild beschäftigte sich die Student*in mit dem spezifisch weiblich konnotierten roten Wickelkleid und untersuchte so das Spektrum seiner Wirkungsweisen. Hierfür zog sie das rote Wickelkleid Personen verschiedenen Körpern unterschiedlichen Alters und Geschlechts an. Die dabei entstandenen seriellen Fotografien wurden zum UdK Rundgang und im Oktober 2019 präsentiert.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Kostümbild: 3

Fördersumme: 300€

 

Darija Divan

Dieses Tanzsolo referenzierte mehrere Tänze, die traditionell entweder nur von Männern oder Frauen getanzt werden. Gefördert wurde eine Kostümbildstudent*in die das Kostüm für diese Produktion angefertigt hat. Es sollte keine klare Zuordnung zu einer traditionellen Genderrolle möglich sein, jedoch auch den spezifischen Anforderungen, die mit dem Bewegungsfreiraum im zeitgenössischen Tanz einhergehen, gerecht werden.

Das Stück wurde am 29. Und 30. Mai 2019 im Rahmen des Performing Arts Festivals aufgeführt.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Kostümbild: 1

Fördersumme: 200 €

 

Malaga Becher

Dieses Theaterstück eines Studierenden des Studiengangs Szenisches Schreiben beschäftigt sich mit dem Diskurs und dessen mehrheitlich weißen, maskulinen Perspektiven. Geleitet, gestaltet und interpretiert wurde es von zwei Frauen* im künstlerischen Team.

Eine MA Bühnenbild-Student*in wurde von uns gefördert, es spielten ausschließlich UdK Schauspiel-Studierende mit. Das Stück kam am 13.10.2019 im bat zu seiner Uraufführung.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Szenisches Schreiben/ Bühnenbild/Schauspiel: 5

Fördersumme: 340 €

 

Vertigo

In dieser Performance experimentierten Studierende mit der Idee eines durch den Brexit untergegangenen britischen Königreichs und der dabei gestrandeten Theresa May am Kottbusser Tor. Mit der Erinnerung an britische weibliche Rollenvorbilder wie Kate Middleton oder Queen Elisabeth versuchte sich Theresa May darin, Macht und Machtverteilungen neu zu hinterfragen.

Die Performance wurde am 27.09.2019 im WestGermany aufgeführt.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Bühnenbild: 3

Fördersumme: 130 €

 

Queerdom

Eine UdK Studentin organisierte bei diesem Projekt verschiedene queere Performer*innen um den AckerStadtPalast, in dem zuvor Performances stattfanden, zu „verqueeren“. Mithilfe von Requisiten, Licht und Musik wurde aus dem Theater ein Ort für verschiedene Drag-Performances. Gefördert wurde die Studentin mit dem Honorar für einen Soundspezialisten.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Bühnenbild: 1

Fördersumme: 200 € (Honorar)

 

Wütende F. mit offener B.

In diesem Theaterstück beschäftigte sich eine Student*in vom Szenischen Schreiben mit Mutterschaft, weiblicher* Wut und Solidarität unter Frauen*. Die Inszenierung unternimmt eine Bestandsaufnahme der gesellschaftlichen Lebensrealitäten am Beispiel eine ermordeten Frau, die auch nach ihrem Tod nicht aufhört zu sprechen und sich nach Solidarität anderer Frauen* sehnt. Das gesamte künstlerische Team, sowie die Schauspieler*innen sind weiblich. Das Stück wurde am 13.10.2019 im bat-Theater uraufgeführt.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Szenisches Schreiben/Schauspiel: 4

Fördersumme: 140 €

 

„Antigone“ / Workshop und Vortrag/ Christine Gross

Die Schauspieler*in, Regisseur*in und Chorleiter*in Christine Gross leitete im Dezember 2020 einen Workshop-Vortrag im Rahmen des öffentlichen „open Studios“ des Studiengangs Bühnebild.

Sie übte mit den Studierenden von Bühnen-und Kostümbild Thomas Köcks‘ „Antigone“ ein und referierte anschließend über ihre Erfahrungen und Interpretationen von zeitgemäßen Chören als Widerstandspraktiken.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Bühne- und Kostümbild: 30

Fördersumme: 250 € (Honorar)

 

Vortrag: Wege in den Berufseinstieg / Jeanne Louet

In diesem Vortrag referierte die ehemalige (Abschluss 2018) Bühnenbild-Student*in Jeanne Louet über ihre Erfahrungen als freischaffende Bühnenbildner*in in der deutschen Theaterlandschaft. Sie sprach mit Studierenden des Studiengangs Bühnenbild über erste Engagements, Kommunikation und das Ausrangieren von Machtverhältnissen.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Bühnenbild: 15

Fördersumme: 400 € (Honorar)

 

Feminist Future. Questions and answers/ Feminist Pursuits

“Feminist Pursuits” ist eine Gruppe Berliner*innen deren feministisches Quiz regelmäßig bei Weiterbildungen eingesetzt wird. Es ermöglicht die Professionalisierung von Networking und Austausch durch das Erarbeiten von performativen Strategien durch Kommunikation. Am 29.11.19 fand hierzu ein für alle Studiengänge der Fakultät offener Workshop statt. Gefördert wurde die Gruppe „feminist pursuits“ sowie eine Studentische Hilfskraft die half den Workshop zu organisieren.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden alle Studiengänge: 30

Fördersumme: 2 x 300 € (Honorar)

 

Kanon/ Enrico Stolzenburg

8 Studierende des Studiengangs Schauspiel und 6 Studierende des Studiengang Szenisches Schreiben lasen gemeinsam Auszüge aus dem aus genderperspektive problematischen literarischen Kanon (Faust, Ophelia etc.) neben feministischen Texten zu Rollenbildern und Struktureller Gewalt (M. Sanyal, L. Penny, M. Stokowski). Davon ausgehend wurden die gelesenen Szenen und Theorietexte von den Studierenden überschrieben und kommentiert.

Anzahl der am Projekt beteiligten UdK-Studierenden Szenisches Schreiben/Schauspiel: 14

Fördersumme: 100 €

 

August 2020

Frauenbeauftragte der Fakultät 4

Susanna Rydz/ Kerstin Iskra

 

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Geförderte Projekt aus dem Anreizsystem im Jahr 2018

Zielsetzung für den Mitteleinsatz:

Die Anträge sollten fakultätsinterne und –übergreifende Projekte mit frauen- bzw. genderspezifischen Themen beinhalten, gefördert wurden Projekte, Symposien und Workshops oder ähnliches.

Die Kommission bestehend aus den Frauenbeauftragten der Fak 4, einer Professorin, Studentin von der Fachschaft und einer Studentin vom Asta hat über die Auswahl der Anträge, nach einer Kurzpräsentation durch die Antragsteller*innen über die Vergabe der Mittel entschieden.

 

1. PERFORMANCES von (Weiblichkeit) in den darstellenden Künsten II

Am 20.+21 Januar 2018 fand zum zweiten Mal dieses Symposium statt. Am Samstag wurden in Vorträgen und Diskussionen Sexismus und Normierungen im zeitgenössischen deutschen Theater verhandelt. Die Studie „Frauen in Kultur und Medien“ wurde vorgestellt, ProQuoteBühne war eingeladen und es wurde mit jungen TheatermacherInnen gesprochen. Am zweiten Tag des Symposiums wurden drei verschiedene Workshops angeboten: „Selbstbewusst verhandeln“, „NEROPA der Weg zu mehr Frauen auf der Bühne“ und „Kritische Männlichkeiten“. Im Publikum waren viele weibliche TheatermacherInnen und StudentInnen.

Der FREITAG schrieb über diese Veranstaltung: https://www.freitag.de/autoren/anne-hoehn/bildet-banden

Eine Detaillierte Zusammenfassung der Vorträge finden sie auf: https://performancesvonweiblichkeit.wordpress.com/2018/02/04/zusammenfassung-2018/

 

2. Anti-Rassimus-Training

In diesem von Mutlu Ergün-Hamaz und Maria Rojas Hernandez intiierten Training waren die Teilnehmer*innen dazu angehalten sich (nach dem Konzept der Critical Whiteness) mit ihrer Rolle im System des Rassismus auseinanderzusetzen. Ziel war u.a. die Untersuchung des Rassismus als Strukturelement der gegenwärtigen Gesellschaft, an der auch ein relativ reflektiertes Theaterpublikum/schaffende teilhaben. Das Training in Zusammenarbeit mit Phoenix e.V. richtete sich vornehmlich an Mehrheitsdeutsche Student*innen der Theaterpädagogik und Theaterwissenschaft. 13 Personen nahmen an diesem Training teil, das am 20+21. Januar 2018 ganztägig stattfand.

 

3. Fenster zu (Straße)

Das Publikum erlebt in dieser Masterarbeit zweier Student*innen im Fach Theaterpädagogik einen theatralen Audio-Rundgang. Die Zuschauenden bewegten sich durch den öffentlichen und privaten Nachbarschaftsraum im Wedding, über bespielte Straßen. Dabei waren sie mit MP3 Playern ausgestattet. Die 6 Performer*innen wiesen ihnen den weg. Der öffentliche Raum und die dort stattfindende Nachbarschaft wurden zur Szene und ließen das Publikum von der alltäglichen Betrachtung und Wahrnehmung abweichen. Der Projektzeitraum betrug zwei Monate, am Ende des Probenprozesses standen eine öffentliche Generalprobe und drei ausgebuchte Vorstellungen (15-17.Juni 2018).

 

4. Modemachtkörper- Zum Wissen der Kleidung

7 Menschen zwischen 17 und 28 Jahren nahmen an der Masterarbeit einer Theaterpädagog*in teil. Ausgangspunkt war die Materialität von Kleidung und dessen Wissen über die Konstruktion von Gender. Im künstlerischen Prozess setzte sich die Student*in mit den Darstellenden mit der Konstruktion von Gender auseinander. Das Gender-Wissen der Kleidung wurde in Solo-Performances mittels u.a. Storytelling und Lecture-Performance dargestellt. Am 30.7.18 und am 1.7.18 fanden zwei öffentliche Aufführungen mit 35 Zuschauern statt.

 

5. Erinnerungen an das Vergessen

Das Masterabschlussprojekt widmete sich der Erinnerungen an die eigenen Biografien der Darstellenden. Die Konstruktion und Brüchigkeit des Erinnerns und die verschiedenen Dimensionen dessen (körperlich, Gegenstände, Räume, Prägungen) fand durch das Errichten von „Erinnerungsräumen“ und eine Form der performativen Collagen eine Form. Die Stückentwicklung der beiden Student*innen wurde am 01.&02 Juli 2018 im Expedition Metropolis aufgeführt.

 

6. Harmless Being

Harmless Being ist eine Mischung aus Live-Performance und Videoprojektion bzw. eine Videochoreographie. Im Zentrum des Stückes stehen zwei Figuren die, virtuell verdoppelt, in performativer Weise das Thema Empathie, Beziehung und Emotion aufgreifen. Die Kostüme machte eine Masterstudent*in der UdK. Zusammen mit der Audio-Spur, dem Video-Material und dem Bühnenbild wurde die interaktive Show mit dem Publikum und der Gesamtlänge von 90 Minuten erlebbar gemacht. Die Arbeit wurde am 06.,08. und 09. November im Mousonturm Frankfurt gezeigt.

Ausschnitte des Videomaterials: hier!

Rezension der Frankfurter Rundschau: http://www.fr.de/rhein-main/freizeit/frankfurt-gemeinsam-anders-a-1615769

 

7. Netzwerkbildung Theaterpädagogik

Vom 8.10. bis zum 11.10.2018 fand der Begegnungsstätte in Sauen ein Arbeitstreffen zu Netzwerkbildung Theaterpädagogik statt. Teilnehmende waren Absolventinnen des MA Theaterpädagogik, als Leiter*innen waren Prof. Dr. Ute Pinkert und Prof. Dr. Katja Rothe anwesend.

Inhalt des Netzwerktreffens waren die Diskussionen von Thesen zur aktuellen Theaterpädagogik, Beiträge der einzelnen Teilnehmer*innen, praktische Übungen zur Selbstverständigung und der Entwurf eines Manifestes.

 

8. JEWELS OF PAIN

Dieses Theaterprojekt bei dem das gesamte künstlerische Team aus Frauen bestand wurde 2018 6 Mal im Ringtheater aufgeführt. Es war „EIN SCHIMMER, der alles bedroht, was dir wichtig ist. Zum Glück gibt es heutzutage noch TOP NOTCH FEM*MALE-SOLDIER-SCIENTISTS, die sich hemmungslos der Unsagbarkeit menschlicher Ichgrenzen stellen und auch vor der tausendachzigsten Paranoiaschleife keinen halt machen. Ein SciFi-Psychothrill-Coming-of-Age-Drama mit Lola Fuchs, Julian Süß, Aybüke Kara, Celine Meral und Polina Alexandrova.“

 

9. Statt aus Stein

Der performative Stadtspaziergang zweier UdK Student*innen in drei Stationen bezog sich zum einen auf die von Gunter Demnig verlegten „Stolpersteine“, die er im Sinne Joseph' Beuys als soziale Plastik begreift, und zum anderen auf den von Erika-Fischer-Lichte angeregte Performativitätsdiskurs, der den theatralen Akt nicht mehr nur in der Darstellung eines Geschehens, sondern in der „tat“-sächlichen Auseinandersetzung mit einem Thema verortet. Dabei arbeiteten sie performativ, ortspezifisch, dokumentarisch, biografisch und forschend. Der Begriff „Spaziergang“ ist dabei kritisch zu betrachten, verweist er nur darauf das gemeinsam ein Weg gegangen wurde. Die Aufführungen fanden am 8.7 und 9.7 2018 im TheaterSpielRaum des Theaterbündnisses Blumenstrauß e.V. im Bethanien und im umliegenden Stadtraum statt.

 

10. Seminar & Workshop zum professionellen Umgang im Musiktheater

In diesem Lehrangebot wurde sich mit dem Konflikt zwischen alten und modernen Rollenbildern auf- und hinter der Opernbühne auseinandergesetzt. Im ersten Themenblock wurde eine Vorlesung angeboten als Input zur künstlerischen Herangehensweise um sich als Darsteller*innen des 21 Jahrhunderts Libretti mit anderen Gesellschafts- und Weltbildern zu behaupten. Mit dem Ziel, die Emanzipation von alten Rollenbildern zu erkennen und sie bei der eigenen Rollenarbeit zu beachten.

Im darauf folgenden Seminar, welches in einem Zeitabstand von einer Woche stattfand, wurden die gelernten Arbeitsweisen eigenverantwortlich an konkreten Figuren aus dem Opernrepertoire erarbeitet.

Der zweite Themenblock war ein Coaching zum Umgang mit sexuellem Machtmissbrauch innerhalb der Theaterstrukturen. Der gesamte Workshop fand im Dezember 2018 statt.

 

11. K.O. Theaterbiotope

Dieser Theaterabend von sechs Bühnenbildstudent*innen wurde vier mal Anfang Januar 2019 im Uni.T aufgeführt. Die Student*innen machten Regie und Bühne und experimentierten performativ mit der Bühne als eigenes organisches Wesen.

 

12. Symposium Gender - Forschung – Film

Im Fokus des 1. Symposium Gender - Forschung - Film am 3.- 5.5. 2018 stand die Auffassung von Film als Weltanschauungs-Maschine und Film als Gendertechnologie. Das Symposium hat die filmische Bedeutungsproduktion, die sowohl im Kino als auch in den Massenmedien, wie Fernsehen und Internet auch immer mit der Konstruktion von Gender einhergeht, problematisiert und analysiert. Die ästhetische Praxis der zeitgenössischen Filmkunst und deren Bedingungen wurde diskutiert: Wo steht die Forschung in den Künsten und in der Wissenschaft in den Kategorien Gender und Film? Wie wird geforscht? Wer forscht? Was wird erforscht?

In diesem Rahmen haben UDK-Kostümstudentinnen eine Ausstellung zum Thema Kostüm/Kleidung im Bewegtbild erstellt und präsentiert.

 

Redaktion: Susanna Rydz/ Kerstin Iskra ( Frauenbeauftragte der Fak 04), Stand: März 2019

 

 

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Geförderte Projekte aus dem Anreizsystem im Jahr 2016

Zielsetzung für den Mitteleinsatz:

Die Anträge sollten fakultätsinterne und –übergreifende Projekte mit frauen- bzw. genderspezifischen Themen beinhalten, gefördert wurden Projekte, Symposien und Workshops oder ähnliche.

Eine Kommission bestehend aus den Frauenbeauftragten der Fak 4 und einer Professorin  hat über die Auswahl der Anträge, nach einer Kurzpräsentation durch die Antragstellerinnen über die Vergabe der Mittel entschieden.

Bei der Mittelvergabe war u.a. ausschlaggebend, dass möglichst viele Fakultätsangehörige von den Veranstaltungen profitieren.

 

1.New Materialism and Feminism“  

Ein Workshop für die Studierenden des Studiengangs Kostümbild zum Thema wurde gefördert.

 

2.„Essen und Sex: Sweet Peep Salon“

Aufführungen vom 10-12.06.2016 im Rahmen des Kunstfestivals 48h Neukölln

Das Projekt, beantragt vom HZT, suchte mit 6 Studentinnen des HZT, jeweils einer Studentin der Freien Kunst, der Medienkunst und vom Kostümbild der UDK gemeinsam mit MANUFAKTOR (Ernst Busch) und JA! Produktion (BB Weißensee) nach alternativen Ausdrucksformen von Körperlichkeit, Erotik und emanzipierter Weiblichkeit. In einer inszenierten Peep-Show wurde das Lustobjekt zum Lustempfinden.

 

3."Rene Pollesch Twittergott"

Aufführungen im Juli 2016

Das Projekt wurde von zwei Studentinnen der Studiengänge  Szenisches Schreiben und Schauspiel beantragt und das Stück wurde beim Rundgang der UdK 3 x mal aufgeführt.
2 Freundinnen diskutieren über digitalen Lifestyle, wie Twitter-Hype, Shitstorm, Hacken, Cyberwar, Verschwörungstheorien und zwischenmenschliche. Beziehungen, Ablehnung, Anerkennung und Selbstwert. Die gesamte Produktion (Regie, Schauspiel, Technik) war mit Frauen besetzt.  Die Förderung dieses Projektes hatte zur Folge, dass Arbeitserfahrungen gemacht werden konnten, die oftmals an gängigen Theaterproduktionen nicht gegeben sind, und dazu beitragen, dass sich die Antragsstellerinnen professionell für ihre weitere Arbeit qualifizieren konnten. Sie wurden für 2 Gastspiele von der Volksbühne Wien und von der freien Bühne Ackerstadtberlin eingeladen. Im April 2016 wurde ihr Theaterstück vom Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik ausgezeichnet.

 

4.„Performances von [Weiblichkeit] in den Darstellenden Künsten“ 

16.01.2016 in der Lietzenburger Strasse

Das Symposium hatte zum Ziel, ausbildungs- und berufsrelevanten Fragen und Positionen einen Raum zu geben, die sich dafür interessierten, welchen Einfluss das Geschlecht, in diesem Fall der Status „Frau“ und die mit dem Konzept „Weiblichkeit“ verbundenen

(Selbst-)Zuschreibungen, auf die eigenen Verhaltensweisen und Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Feldes der Darstellenden Künste haben können.

Programmablauf: Einführung von Neslihan Arol: „Still in Trouble? Questioning the Representation of [Femininity] in Theatre in Germany“ / Gespräch mit der Performerin Johanna Freiburg (She She Pop und Gob Squad) und der Theater- und Filmschauspielerin Margarita Breitkreiz (u. a. Castorf/Volksbühne) über die verschiedenen Spielräume als Frau auf der Bühne/ Vortrag von Vanessa Stern über alternative Performances von ‚Weiblichkeit‘: „Heulen kann Jede – Die Arbeit des Krisenzentrums für weibliche Komik“/ Lecture von Lulu Obermayer zu ihrem jüngsten Solo „FEMALE DRAMA/SOLILOQUI“ (UA Sept 2015)

Es richtete sich in erster Linie an Studierende und Lehrende der Fakultät Darstellende Kunst der UdK Berlin, stand aber auch anderen Interessierten offen, die etwas mehr als ein Drittel der Anwesenden ausmachten (wobei hierzu neben Studierenden und Lehrenden anderer Hochschulen und Institute in Berlin, aber auch Hildesheim, Gießen und Dresden in der Theaterpraxis Tätige sowie Alumni der UdK zählten). Insgesamt waren es in etwa 70 bis 80 Teilnehmer*innen.

 

5."Es ist angerichtet"/"Regelwerk"

Juli 2016

Das Masterprojekt wurde von 4 Studierenden der Theaterpädagogen eingereicht und im Amtsgericht Neukölln mit anschließender Diskussion aufgeführt. Es ging um die kritische Betrachtung des Rechtssystems und ihre Stereotypen.
14 TeilnehemerInnen (8 Frauen, 3 Männer), die im Alltag mit Strafrecht in Berührung kamen, diskutierten, beobachteten in verschiedenen Handlungsrahmen, Rechtssprechungen. Gleichstellung der Frau im Rechtssystem. Es galt der Bewusstseinsschaffung für gesellschaftspolitische Fragen, Raum für Diskussion  zu schaffen über soziale Grenzen hinweg.

 

6.„Sprechen Sie Fremd?“

10.04 -13.07.2016, Präsentationen am 30.06 + 01.07.2016

Das Projekt war ein theaterpädagogisches Abschlussprojekt mit 11 Erasmus-Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen der Berliner Universitäten und wurde im Theater Ambulatorium präsentiert.

Thematisch lag der Fokus besonders in den Momenten in denen die Grenzen der sprachlichen Verständigung sichtbar wurden. Daneben wurde auch das Phänomen von Identitätsverschiebung und Verhaltensveränderung der Teilnehmerinnen im Wechselspiel zwischen ihrer Mutter- und Fremdsprache genauer untersucht und reflektiert. Für die Teilnehmerinnen war es eine neue und besondere Erfahrung, in einer Gruppe performativ zu arbeiten, die nur aus Frauen bestand. Dadurch konnten sie im geschützten Raum ihre Komfortzone verlassen, neue Erfahrungen sammeln und sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

 

7.„Medea ist jetzt“

Aufführung 15.-17.06.2016 in der K9, Friedrichhain

Diese Arbeit wurde von einer Masterstudentin der Theaterpädagogik durchgeführt. Unter ihrer Leitung probten und forschten 10 Spielerinnen 2,5 Monate zu gesellschaftlichen Umständen, Werten, Perspektiven, Wahrheitssetzungen, Geschlechter- und Machtbeziehungen anhand von Medea. Die Sichtweisen auf Medea unterscheiden sich erheblich, von der rachsüchtigen Frau und der Königin, der Fremden und der Anderen bis zum instrumentalisierten Sündenbock des staatlichen Systems und der Machthabenden. Was für (Frauen-)Bilder werden gesetzt und festgeschrieben, wer hat die Deutungshoheit und Definitionsmacht? Wem wird Glauben geschenkt? Wer darf bleiben, wer wird abgeschoben? Die ausgetragenen Konflikte sind aktuell. Mit biografischen und neuen dokumentarischen Theaterformen wurde dieses Projekt den Komplex der Konflikte und Fragestellungen um Medea bearbeitet. Es wurden persönliche Bezüge hergestellt und unterschiedlichen Perspektiven und Erzählungen erforscht. Es ging um das Spannungsfeld zwischen den widersprüchlichen Sichtweisen und festgeschriebenen Bildern, die Frage nach Lebensrealitäten, Wahrheit/en und Wirklichkeit/en.

 

8. „Im Banne Shakespesares- Lieder und Weisen aus der Welt des Dichters“

Aufführung des Konzert: 22.Juli in der Schwarzschen Villa

An diesem Projekt waren jeweils 2 Studentinnen vom Studiengang Gesang und Musik (Klavier +Gitarre) beteiligt. In diesem Programm wurde Shakespears Welt abseits alles akademischen  Standesdünkels aus der unvoreingenommenen Perspektive vier junger Frauen neu entdeckt. Das Team hatte sich im Vorfeld intensiv unter anderem mit dem Phänomen Ophelia und Desdemona im romantischen Klavierlied auseinandergesetzt, welches vor allem von der Projektion männlicher Fetischisierung leidender weiblicher Hingabe auf diese Figuren in Shakespeares Dramen lebt. Mit Texten aus „Wie es Euch gefällt“ oder „Je veux vivre“ von Gounod wurde bewusst versucht ein Gegengewicht zu setzen.

 

9. „Melancholisches Mädchen“

02.-26.06.16

Das Filmprojekt war eine Zusammenarbeit mit der DFFB und drei Studentinnen von den Studiengängen Bühne- und Kostümbild.

Das "melancholisches Mädchen", gefangen in einem allen normativen Standards genügenden Körper und mit einem Gesicht ausgestattet, das auch auf einem Gemälde des 17. Jahrhunderts prangen könnte, begreift sich als Konstruktion männlicher Zuschreibungen. Jeder, dem sie begegnet, liest etwas in ihr, will etwas aus ihr herausholen und in sie hineintun. Damit ist sie die perfekte Protagonistin eines Films, der unsere Gesellschaft als eine untersucht, die uns alle zu Propheten für Ersatzreligionen macht:

ob die nun Meissner-Theater, das Muttersein, Yoga der Stille oder wirtschaftlicher Erfolg sind. Die Nicht-Begegnungen, die nur von wenigen echten Berührungen unterbrochen werden, werden als Begegnungen zwischen dem melancholischen Mädchen und diversen Männern erzählt.

 

10.„Vulva Club“

28.09.2016

Diese diskursive Eventserie wurde in der Vierten Welt präsentiert. Es wurden zwei Künstlerinnen Ruth Novczek(UK) und Laura Cottin Stefanelli (FR/BE) mit ihren Filmarbeiten zu einem Blind Date eingeladen. Beide Filmemacherinnen beschäftigen sich in ihren Werken eindeutig mit impliziertem Feminismus und der Fragen von Weiblichkeit, Sexualität und Liebe. Es entstand ein reger dreistündiger und bleibender Diskurs mit ca. 50 Teilnehmerinnen gemischten Alters.

 

11.„MERAL“

Oktober 2016

Der Film erzählt die Geschichte einer schwangeren Syrerin, die gemeinsam mit ihrem kurdischen Mann nach Berlin geflüchtet ist, um sich hier ein neues Leben auf zu bauen. Das Kurzfilmprojekt von zwei Studentinnen vom Kostümbild ist zusammen mit dffb-Studentinnen entstanden.

 

12. "Matroschka"

Bei dem von zwei Masterstudentinnen Kostümbild beantragten Kurzfilmprojekt ging es um eine Frau, die ihre Trennung aus eigener Stärke bewältigt und aufarbeitet. Der Film richtete sich vor allem an junge Frauen und sollte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man auch in bedrückenden Lebenszeiten innere Ressourcen aktivieren kann. Er sollte Frauen Mut machen ihrer persönlichen Kraft zu vertrauen.

 

Impressum: Bettina Ott ( Fak 04/Sekr 2) und Kerstin Iskra (Frauenbauftragte der Fak 04), Stand: Juni/ 2017

 

 

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Geförderte Projekte aus dem Anreizsystem im Jahr 2015

Unsere Ziele für die UdK Belrin: Gendersensibilisierung

Geschlechtergerechtigkeit fängt im Kopf an. Denn erst wenn es ein gesellschaftliches Bewusstsein über die Benachteiligung von Frauen in fast allen Lebensbereichen gibt, kann sich auch etwas ändern.

Eine umfassende Gleichstellungspolitik ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Nötig ist eine Politik, die Missstände untersucht und bekämpft, die strukturelle Benachteiligungen unterbindet und unterstützend dafür sorgt, Frauen gleiche Chancen und Karriereperspektiven wie Männern einzuräumen.

Unsere Zielsetzung für die Fakultät Darstellende Künste

Theater ist ein Medium, das Bilder schafft und sich zwangsläufig mit Repräsentationen auseinandersetzen muss. Unser kurzfristiges Ziel ist es Denkanstöße zu geben und langfristig das Thema "Genderrepräsentation" als zentralen Punkt in der Ausbildung zu etablieren.

 

1. HYSTERICAL EXPERIMENTS

12.10.2015 - 20:00 Uhr im Infoladen FAQ in Neukölln

Namen der Beteiligten:

Sina Denise Holst (MA Europ. Anthropologie HU Berlin)

Anja Schwalbe ( MA Europ. Anthropologie HU Berlin)

Johanna Ackva (BA Tanz, Kontext, Choreografie): Beitrag bez. auf eine Recherche mit u.a. Alexandra Vasilieva (Bühnenbild, UdK)

Alisa Tretau (Regie, Hamburg, externe Teilnehmerin bei "What's the party now sister?"/ WS am HZT Berlin)

Johanna Schütt (Theaterwissenschaften FU Berlin)

Kristina Theilig (Gender Studies HU Berlin)

Kann Hysterie ein Werkzeug im antikapitalistischen Kampf sein? Was hat die Hysterie mit dem Uterus zu tun, mit gebärfähigen oder Kreativität? Was können wir von Anna O. lernen? Hat Hysterie ein Erb

Diese Veröffentlichung ist eine gesammelte Arbeit, die versucht, die Möglichkeiten neu zu definieren, was es bedeuten kann, hysterisch zu sein. Ziel ist es, ein allgemeines Verstehen der Hysterie zu stören, während es bei einer experimentellen Annährung bleibt.

 

2. „Who's the party now, sister?"

Vom  23.11. bis 11.12.2015 in zwei leerstehenden Ladenlokalen und im Galerie-Raum von secondhome projects auf der Reinickendorfer Straße in Berlin-Wedding.

Für eine dreiwöchige künstlerische Residenz waren Studierende des Bachelorstudiengangs „Tanz, Kontext, Choreographie“ des HZT – Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin  zusammen mit Sheena McGrandles und Britta Wirthmüller, beide künstlerische Mitarbeiterinnen am HZT Berlin zu Gast bei secondhome projects.

Unter dem Motto „Who’s the party now, sister?“ ging es um feministische Performance Kunst der 1960er und 70er Jahre. Aus der Beschäftigung mit unsichtbaren, peripheren, vergessenen und zensierten Arbeiten, Künstler*innen und Praktiken dieser Zeit entstanden Re-Enactments, tribute acts und neue Performances, die bei der Abschlussveranstaltung am 12.12.2015 zu sehen waren. Dabei beschäftigten sie die Fragen: Was wird erinnert, was wird vergessen, von wem und wie? 

Who's the Party

 

3. "Groteske Körper – Normalisierte Körper–Körperkonzepte"

Studiengang Kostümbild UdK Berlin; Workshop 11.12 bis 18.12.2015

Die Kulturwissenschaftlerinnen Sonja Kull (Universität Potsdam) und Katja Weise (Hygienemuseum Dresden) referierten wesentliche Positionen der Diskurse zu Körper-Konzepte wie die Theorie zum Grotesken Michail Bachtins,  die Unterscheidung von Körper und Leib (H. Plessner, M. Merleau-Ponty, H. Schmitz), die Disziplinierung und Normierung des Körpers (M. Foucault), Körper und Geschlecht (J. Butler), Körpergrenzen und Grenzkörper (C. Benthien, D. Harraway).

Körperbilder, Körperinszenierungen, Körpertechniken, Körperpraktiken – zahlreiche Untersuchungen legen dar, dass der Körper nicht etwas ist, das "natürlich" oder "einfach da" ist, sondern dass sich auf den Körper bezogene Vorstellungen und Konzepte einem permanenten Wandel unterliegen. Im Dezember 2015 veranstaltete der Studiengang Kostümbild einen Workshop zu Konzepten von Körpern.   

 

4. Symposium „Performances von [Weiblichkeit] in den Darstellenden Künsten“  am 16.01.2016

Das Symposium hatte zum Ziel, ausbildungs- und berufsrelevanten Fragen und Positionen einen Raum zu geben, die sich dafür interessierten, welchen Einfluss das Geschlecht, in diesem Fall der Status „Frau“ und die mit dem Konzept „Weiblichkeit“ verbundenen (Selbst-)Zuschreibungen, auf die eigenen Verhaltensweisen und Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Feldes der Darstellenden Künste haben können.

Programmablauf:

  • Einführung von Neslihan Arol: „Still in Trouble? Questioning the Representation of [Femininity] in Theatre in Germany"
  • Gespräch mit der Performerin Johanna Freiburg (She She Pop und Gob Squad) und der Theater- und Filmschauspielerin Margarita Breitkreiz (u. a. Castorf/Volksbühne) über die verschiedenen Spielräume als Frau auf der Bühne.
  • Vortrag von Vanessa Stern über alternative Performances von ‚Weiblichkeit‘: „Heulen kann Jede – Die Arbeit des Krisenzentrums für weibliche Komik“
  • Lecture von Lulu Obermayer zu ihrem jüngsten Solo „FEMALE DRAMA/SOLILOQUI“ (UA Sept 2015)

Es richtete sich in erster Linie an Studierende und Lehrende der Fakultät Darstellende Kunst der UdK Berlin, stand aber auch anderen Interessierten offen, die etwas mehr als ein Drittel der Anwesenden ausmachten (wobei hierzu neben Studierenden und Lehrenden anderer Hochschulen und Institute in Berlin, aber auch Hildesheim, Gießen und Dresden in der Theaterpraxis Tätige sowie Alumni der UdK Berlin zählten). Insgesamt waren es in etwa 70 bis 80 Teilnehmer*innen.

Feedback einer Teilnehmerin:

„Ich mache mir seit dieser Veranstaltung innerhalb meiner Arbeit viel mehr Gedanken: Wie gehe ich mit Klischees zum Thema Frau und Frauenbilder  in der Kunst um? Welches Bild kreiere bzw. bediene ich beim Spielen? Meine Aufmerksamkeit zum Thema ‚male gaze‘ hat sich auch verändert. Den Bechtel-Test, den man bei Filmen dazu anwendet, übertrage ich auch aufs Theater. Insbesondere Vanessa Sterns Vortrag hat mich nachhaltig beeindruckt und ins Grübeln gebracht: Möchte und kann ich in solchen Strukturen am Stadttheater später arbeiten? Neslihan Arol hat einen tollen, informativen Auftakt hinbekommen. Ich komme gern wieder und würde mich freuen, wenn Ihr weiter macht.“

Schauspielstudierende, 2. Semester UdK Berlin

Performances von Weiblichkeit

 

5. Female Drama/Soliloqui

Premiere 24. September 2015 in den Cammerspielen in Leipzig

Lulu Obermeyer entwickelte die Solo Performance in den Semesterferien zwischen dem 1. und 2. Semesters im Studiengang MA Solo Dance and Authorship. Dramaturgie: Caroline Adler, studiert an der Humboldt Universität Bühnenbild: Christoph Bartsch, Meisterschüler der HBK Braunschweig

Rezensionen aus der Leipziger Volkszeitung:

„Female Drama/Soliloqui sammelt und versammelt Monologe weiblicher Dramen-Figuren, feministische Theorie, Manifeste, Prosa, Gedichte, Lieder und Fundstücke. Soliloqui/Female Drama ist: Female Drama – „Wovon sprach ich? Ja, von der Bühne. Jetzt bin ich nicht mehr so. Jetzt bin ich schon eine richtige Schauspielerin, ich spiele mit Lust, mit Begeisterung, bin auf der Bühne wie berauscht und fühle mich schön.“

Soliloqui/Female Drama ist das Selbstgespräch und der Selbstentwurf einer Frau, die nicht für andere, sondern zuallererst für sich und mit sich spricht; in einem Spiegel, der für den Zuschauer unsichtbar ist: Sie ist Eine, in Stücke zerissen, „in Bruchstücke, von Frauen, von Diskursen, von Schweigen, von noch unberührten weißen Stellen...“ (Luce Irigaray)

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