Fakultät Darstellende Kunst

Geförderte Projekt aus dem Anreizsystem im Jahr 2018

Zielsetzung für den Mitteleinsatz:

Die Anträge sollten fakultätsinterne und –übergreifende Projekte mit frauen- bzw. genderspezifischen Themen beinhalten, gefördert wurden Projekte, Symposien und Workshops oder ähnliches.

Die Kommission bestehend aus den Frauenbeauftragten der Fak 4, einer Professorin, Studentin von der Fachschaft und einer Studentin vom Asta hat über die Auswahl der Anträge, nach einer Kurzpräsentation durch die Antragsteller*innen über die Vergabe der Mittel entschieden.

 

1. PERFORMANCES von (Weiblichkeit) in den darstellenden Künsten II

Am 20.+21 Januar 2018 fand zum zweiten Mal dieses Symposium statt. Am Samstag wurden in Vorträgen und Diskussionen Sexismus und Normierungen im zeitgenössischen deutschen Theater verhandelt. Die Studie „Frauen in Kultur und Medien“ wurde vorgestellt, ProQuoteBühne war eingeladen und es wurde mit jungen TheatermacherInnen gesprochen. Am zweiten Tag des Symposiums wurden drei verschiedene Workshops angeboten: „Selbstbewusst verhandeln“, „NEROPA der Weg zu mehr Frauen auf der Bühne“ und „Kritische Männlichkeiten“. Im Publikum waren viele weibliche TheatermacherInnen und StudentInnen.

Der FREITAG schrieb über diese Veranstaltung: https://www.freitag.de/autoren/anne-hoehn/bildet-banden

Eine Detaillierte Zusammenfassung der Vorträge finden sie auf: https://performancesvonweiblichkeit.wordpress.com/2018/02/04/zusammenfassung-2018/

 

2. Anti-Rassimus-Training

In diesem von Mutlu Ergün-Hamaz und Maria Rojas Hernandez intiierten Training waren die Teilnehmer*innen dazu angehalten sich (nach dem Konzept der Critical Whiteness) mit ihrer Rolle im System des Rassismus auseinanderzusetzen. Ziel war u.a. die Untersuchung des Rassismus als Strukturelement der gegenwärtigen Gesellschaft, an der auch ein relativ reflektiertes Theaterpublikum/schaffende teilhaben. Das Training in Zusammenarbeit mit Phoenix e.V. richtete sich vornehmlich an Mehrheitsdeutsche Student*innen der Theaterpädagogik und Theaterwissenschaft. 13 Personen nahmen an diesem Training teil, das am 20+21. Januar 2018 ganztägig stattfand.

 

3. Fenster zu (Straße)

Das Publikum erlebt in dieser Masterarbeit zweier Student*innen im Fach Theaterpädagogik einen theatralen Audio-Rundgang. Die Zuschauenden bewegten sich durch den öffentlichen und privaten Nachbarschaftsraum im Wedding, über bespielte Straßen. Dabei waren sie mit MP3 Playern ausgestattet. Die 6 Performer*innen wiesen ihnen den weg. Der öffentliche Raum und die dort stattfindende Nachbarschaft wurden zur Szene und ließen das Publikum von der alltäglichen Betrachtung und Wahrnehmung abweichen. Der Projektzeitraum betrug zwei Monate, am Ende des Probenprozesses standen eine öffentliche Generalprobe und drei ausgebuchte Vorstellungen (15-17.Juni 2018).

 

4. Modemachtkörper- Zum Wissen der Kleidung

7 Menschen zwischen 17 und 28 Jahren nahmen an der Masterarbeit einer Theaterpädagog*in teil. Ausgangspunkt war die Materialität von Kleidung und dessen Wissen über die Konstruktion von Gender. Im künstlerischen Prozess setzte sich die Student*in mit den Darstellenden mit der Konstruktion von Gender auseinander. Das Gender-Wissen der Kleidung wurde in Solo-Performances mittels u.a. Storytelling und Lecture-Performance dargestellt. Am 30.7.18 und am 1.7.18 fanden zwei öffentliche Aufführungen mit 35 Zuschauern statt.

 

5. Erinnerungen an das Vergessen

Das Masterabschlussprojekt widmete sich der Erinnerungen an die eigenen Biografien der Darstellenden. Die Konstruktion und Brüchigkeit des Erinnerns und die verschiedenen Dimensionen dessen (körperlich, Gegenstände, Räume, Prägungen) fand durch das Errichten von „Erinnerungsräumen“ und eine Form der performativen Collagen eine Form. Die Stückentwicklung der beiden Student*innen wurde am 01.&02 Juli 2018 im Expedition Metropolis aufgeführt.

 

6. Harmless Being

Harmless Being ist eine Mischung aus Live-Performance und Videoprojektion bzw. eine Videochoreographie. Im Zentrum des Stückes stehen zwei Figuren die, virtuell verdoppelt, in performativer Weise das Thema Empathie, Beziehung und Emotion aufgreifen. Die Kostüme machte eine Masterstudent*in der UdK. Zusammen mit der Audio-Spur, dem Video-Material und dem Bühnenbild wurde die interaktive Show mit dem Publikum und der Gesamtlänge von 90 Minuten erlebbar gemacht. Die Arbeit wurde am 06.,08. und 09. November im Mousonturm Frankfurt gezeigt.

Ausschnitte des Videomaterials: hier!

Rezension der Frankfurter Rundschau: http://www.fr.de/rhein-main/freizeit/frankfurt-gemeinsam-anders-a-1615769

 

7. Netzwerkbildung Theaterpädagogik

Vom 8.10. bis zum 11.10.2018 fand der Begegnungsstätte in Sauen ein Arbeitstreffen zu Netzwerkbildung Theaterpädagogik statt. Teilnehmende waren Absolventinnen des MA Theaterpädagogik, als Leiter*innen waren Prof. Dr. Ute Pinkert und Prof. Dr. Katja Rothe anwesend.

Inhalt des Netzwerktreffens waren die Diskussionen von Thesen zur aktuellen Theaterpädagogik, Beiträge der einzelnen Teilnehmer*innen, praktische Übungen zur Selbstverständigung und der Entwurf eines Manifestes.

 

8. JEWELS OF PAIN

Dieses Theaterprojekt bei dem das gesamte künstlerische Team aus Frauen bestand wurde 2018 6 Mal im Ringtheater aufgeführt. Es war „EIN SCHIMMER, der alles bedroht, was dir wichtig ist. Zum Glück gibt es heutzutage noch TOP NOTCH FEM*MALE-SOLDIER-SCIENTISTS, die sich hemmungslos der Unsagbarkeit menschlicher Ichgrenzen stellen und auch vor der tausendachzigsten Paranoiaschleife keinen halt machen. Ein SciFi-Psychothrill-Coming-of-Age-Drama mit Lola Fuchs, Julian Süß, Aybüke Kara, Celine Meral und Polina Alexandrova.“

 

9. Statt aus Stein

Der performative Stadtspaziergang zweier UdK Student*innen in drei Stationen bezog sich zum einen auf die von Gunter Demnig verlegten „Stolpersteine“, die er im Sinne Joseph' Beuys als soziale Plastik begreift, und zum anderen auf den von Erika-Fischer-Lichte angeregte Performativitätsdiskurs, der den theatralen Akt nicht mehr nur in der Darstellung eines Geschehens, sondern in der „tat“-sächlichen Auseinandersetzung mit einem Thema verortet. Dabei arbeiteten sie performativ, ortspezifisch, dokumentarisch, biografisch und forschend. Der Begriff „Spaziergang“ ist dabei kritisch zu betrachten, verweist er nur darauf das gemeinsam ein Weg gegangen wurde. Die Aufführungen fanden am 8.7 und 9.7 2018 im TheaterSpielRaum des Theaterbündnisses Blumenstrauß e.V. im Bethanien und im umliegenden Stadtraum statt.

 

10. Seminar & Workshop zum professionellen Umgang im Musiktheater

In diesem Lehrangebot wurde sich mit dem Konflikt zwischen alten und modernen Rollenbildern auf- und hinter der Opernbühne auseinandergesetzt. Im ersten Themenblock wurde eine Vorlesung angeboten als Input zur künstlerischen Herangehensweise um sich als Darsteller*innen des 21 Jahrhunderts Libretti mit anderen Gesellschafts- und Weltbildern zu behaupten. Mit dem Ziel, die Emanzipation von alten Rollenbildern zu erkennen und sie bei der eigenen Rollenarbeit zu beachten.

Im darauf folgenden Seminar, welches in einem Zeitabstand von einer Woche stattfand, wurden die gelernten Arbeitsweisen eigenverantwortlich an konkreten Figuren aus dem Opernrepertoire erarbeitet.

Der zweite Themenblock war ein Coaching zum Umgang mit sexuellem Machtmissbrauch innerhalb der Theaterstrukturen. Der gesamte Workshop fand im Dezember 2018 statt.

 

11. K.O. Theaterbiotope

Dieser Theaterabend von sechs Bühnenbildstudent*innen wurde vier mal Anfang Januar 2019 im Uni.T aufgeführt. Die Student*innen machten Regie und Bühne und experimentierten performativ mit der Bühne als eigenes organisches Wesen.

 

12. Symposium Gender - Forschung – Film

Im Fokus des 1. Symposium Gender - Forschung - Film am 3.- 5.5. 2018 stand die Auffassung von Film als Weltanschauungs-Maschine und Film als Gendertechnologie. Das Symposium hat die filmische Bedeutungsproduktion, die sowohl im Kino als auch in den Massenmedien, wie Fernsehen und Internet auch immer mit der Konstruktion von Gender einhergeht, problematisiert und analysiert. Die ästhetische Praxis der zeitgenössischen Filmkunst und deren Bedingungen wurde diskutiert: Wo steht die Forschung in den Künsten und in der Wissenschaft in den Kategorien Gender und Film? Wie wird geforscht? Wer forscht? Was wird erforscht?

In diesem Rahmen haben UDK-Kostümstudentinnen eine Ausstellung zum Thema Kostüm/Kleidung im Bewegtbild erstellt und präsentiert.

 

Redaktion: Susanna Rydz/ Kerstin Iskra ( Frauenbeauftragte der Fak 04), Stand: März 2019

 

 

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Geförderte Projekte aus dem Anreizsystem im Jahr 2016

Zielsetzung für den Mitteleinsatz:

Die Anträge sollten fakultätsinterne und –übergreifende Projekte mit frauen- bzw. genderspezifischen Themen beinhalten, gefördert wurden Projekte, Symposien und Workshops oder ähnliche.

Eine Kommission bestehend aus den Frauenbeauftragten der Fak 4 und einer Professorin  hat über die Auswahl der Anträge, nach einer Kurzpräsentation durch die Antragstellerinnen über die Vergabe der Mittel entschieden.

Bei der Mittelvergabe war u.a. ausschlaggebend, dass möglichst viele Fakultätsangehörige von den Veranstaltungen profitieren.

 

1.New Materialism and Feminism“  

Ein Workshop für die Studierenden des Studiengangs Kostümbild zum Thema wurde gefördert.

 

2.„Essen und Sex: Sweet Peep Salon“

Aufführungen vom 10-12.06.2016 im Rahmen des Kunstfestivals 48h Neukölln

Das Projekt, beantragt vom HZT, suchte mit 6 Studentinnen des HZT, jeweils einer Studentin der Freien Kunst, der Medienkunst und vom Kostümbild der UDK gemeinsam mit MANUFAKTOR (Ernst Busch) und JA! Produktion (BB Weißensee) nach alternativen Ausdrucksformen von Körperlichkeit, Erotik und emanzipierter Weiblichkeit. In einer inszenierten Peep-Show wurde das Lustobjekt zum Lustempfinden.

 

3."Rene Pollesch Twittergott"

Aufführungen im Juli 2016

Das Projekt wurde von zwei Studentinnen der Studiengänge  Szenisches Schreiben und Schauspiel beantragt und das Stück wurde beim Rundgang der UdK 3 x mal aufgeführt.
2 Freundinnen diskutieren über digitalen Lifestyle, wie Twitter-Hype, Shitstorm, Hacken, Cyberwar, Verschwörungstheorien und zwischenmenschliche. Beziehungen, Ablehnung, Anerkennung und Selbstwert. Die gesamte Produktion (Regie, Schauspiel, Technik) war mit Frauen besetzt.  Die Förderung dieses Projektes hatte zur Folge, dass Arbeitserfahrungen gemacht werden konnten, die oftmals an gängigen Theaterproduktionen nicht gegeben sind, und dazu beitragen, dass sich die Antragsstellerinnen professionell für ihre weitere Arbeit qualifizieren konnten. Sie wurden für 2 Gastspiele von der Volksbühne Wien und von der freien Bühne Ackerstadtberlin eingeladen. Im April 2016 wurde ihr Theaterstück vom Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik ausgezeichnet.

 

4.„Performances von [Weiblichkeit] in den Darstellenden Künsten“ 

16.01.2016 in der Lietzenburger Strasse

Das Symposium hatte zum Ziel, ausbildungs- und berufsrelevanten Fragen und Positionen einen Raum zu geben, die sich dafür interessierten, welchen Einfluss das Geschlecht, in diesem Fall der Status „Frau“ und die mit dem Konzept „Weiblichkeit“ verbundenen

(Selbst-)Zuschreibungen, auf die eigenen Verhaltensweisen und Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Feldes der Darstellenden Künste haben können.

Programmablauf: Einführung von Neslihan Arol: „Still in Trouble? Questioning the Representation of [Femininity] in Theatre in Germany“ / Gespräch mit der Performerin Johanna Freiburg (She She Pop und Gob Squad) und der Theater- und Filmschauspielerin Margarita Breitkreiz (u. a. Castorf/Volksbühne) über die verschiedenen Spielräume als Frau auf der Bühne/ Vortrag von Vanessa Stern über alternative Performances von ‚Weiblichkeit‘: „Heulen kann Jede – Die Arbeit des Krisenzentrums für weibliche Komik“/ Lecture von Lulu Obermayer zu ihrem jüngsten Solo „FEMALE DRAMA/SOLILOQUI“ (UA Sept 2015)

Es richtete sich in erster Linie an Studierende und Lehrende der Fakultät Darstellende Kunst der UdK Berlin, stand aber auch anderen Interessierten offen, die etwas mehr als ein Drittel der Anwesenden ausmachten (wobei hierzu neben Studierenden und Lehrenden anderer Hochschulen und Institute in Berlin, aber auch Hildesheim, Gießen und Dresden in der Theaterpraxis Tätige sowie Alumni der UdK zählten). Insgesamt waren es in etwa 70 bis 80 Teilnehmer*innen.

 

5."Es ist angerichtet"/"Regelwerk"

Juli 2016

Das Masterprojekt wurde von 4 Studierenden der Theaterpädagogen eingereicht und im Amtsgericht Neukölln mit anschließender Diskussion aufgeführt. Es ging um die kritische Betrachtung des Rechtssystems und ihre Stereotypen.
14 TeilnehemerInnen (8 Frauen, 3 Männer), die im Alltag mit Strafrecht in Berührung kamen, diskutierten, beobachteten in verschiedenen Handlungsrahmen, Rechtssprechungen. Gleichstellung der Frau im Rechtssystem. Es galt der Bewusstseinsschaffung für gesellschaftspolitische Fragen, Raum für Diskussion  zu schaffen über soziale Grenzen hinweg.

 

6.„Sprechen Sie Fremd?“

10.04 -13.07.2016, Präsentationen am 30.06 + 01.07.2016

Das Projekt war ein theaterpädagogisches Abschlussprojekt mit 11 Erasmus-Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen der Berliner Universitäten und wurde im Theater Ambulatorium präsentiert.

Thematisch lag der Fokus besonders in den Momenten in denen die Grenzen der sprachlichen Verständigung sichtbar wurden. Daneben wurde auch das Phänomen von Identitätsverschiebung und Verhaltensveränderung der Teilnehmerinnen im Wechselspiel zwischen ihrer Mutter- und Fremdsprache genauer untersucht und reflektiert. Für die Teilnehmerinnen war es eine neue und besondere Erfahrung, in einer Gruppe performativ zu arbeiten, die nur aus Frauen bestand. Dadurch konnten sie im geschützten Raum ihre Komfortzone verlassen, neue Erfahrungen sammeln und sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

 

7.„Medea ist jetzt“

Aufführung 15.-17.06.2016 in der K9, Friedrichhain

Diese Arbeit wurde von einer Masterstudentin der Theaterpädagogik durchgeführt. Unter ihrer Leitung probten und forschten 10 Spielerinnen 2,5 Monate zu gesellschaftlichen Umständen, Werten, Perspektiven, Wahrheitssetzungen, Geschlechter- und Machtbeziehungen anhand von Medea. Die Sichtweisen auf Medea unterscheiden sich erheblich, von der rachsüchtigen Frau und der Königin, der Fremden und der Anderen bis zum instrumentalisierten Sündenbock des staatlichen Systems und der Machthabenden. Was für (Frauen-)Bilder werden gesetzt und festgeschrieben, wer hat die Deutungshoheit und Definitionsmacht? Wem wird Glauben geschenkt? Wer darf bleiben, wer wird abgeschoben? Die ausgetragenen Konflikte sind aktuell. Mit biografischen und neuen dokumentarischen Theaterformen wurde dieses Projekt den Komplex der Konflikte und Fragestellungen um Medea bearbeitet. Es wurden persönliche Bezüge hergestellt und unterschiedlichen Perspektiven und Erzählungen erforscht. Es ging um das Spannungsfeld zwischen den widersprüchlichen Sichtweisen und festgeschriebenen Bildern, die Frage nach Lebensrealitäten, Wahrheit/en und Wirklichkeit/en.

 

8. „Im Banne Shakespesares- Lieder und Weisen aus der Welt des Dichters“

Aufführung des Konzert: 22.Juli in der Schwarzschen Villa

An diesem Projekt waren jeweils 2 Studentinnen vom Studiengang Gesang und Musik (Klavier +Gitarre) beteiligt. In diesem Programm wurde Shakespears Welt abseits alles akademischen  Standesdünkels aus der unvoreingenommenen Perspektive vier junger Frauen neu entdeckt. Das Team hatte sich im Vorfeld intensiv unter anderem mit dem Phänomen Ophelia und Desdemona im romantischen Klavierlied auseinandergesetzt, welches vor allem von der Projektion männlicher Fetischisierung leidender weiblicher Hingabe auf diese Figuren in Shakespeares Dramen lebt. Mit Texten aus „Wie es Euch gefällt“ oder „Je veux vivre“ von Gounod wurde bewusst versucht ein Gegengewicht zu setzen.

 

9. „Melancholisches Mädchen“

02.-26.06.16

Das Filmprojekt war eine Zusammenarbeit mit der DFFB und drei Studentinnen von den Studiengängen Bühne- und Kostümbild.

Das "melancholisches Mädchen", gefangen in einem allen normativen Standards genügenden Körper und mit einem Gesicht ausgestattet, das auch auf einem Gemälde des 17. Jahrhunderts prangen könnte, begreift sich als Konstruktion männlicher Zuschreibungen. Jeder, dem sie begegnet, liest etwas in ihr, will etwas aus ihr herausholen und in sie hineintun. Damit ist sie die perfekte Protagonistin eines Films, der unsere Gesellschaft als eine untersucht, die uns alle zu Propheten für Ersatzreligionen macht:

ob die nun Meissner-Theater, das Muttersein, Yoga der Stille oder wirtschaftlicher Erfolg sind. Die Nicht-Begegnungen, die nur von wenigen echten Berührungen unterbrochen werden, werden als Begegnungen zwischen dem melancholischen Mädchen und diversen Männern erzählt.

 

10.„Vulva Club“

28.09.2016

Diese diskursive Eventserie wurde in der Vierten Welt präsentiert. Es wurden zwei Künstlerinnen Ruth Novczek(UK) und Laura Cottin Stefanelli (FR/BE) mit ihren Filmarbeiten zu einem Blind Date eingeladen. Beide Filmemacherinnen beschäftigen sich in ihren Werken eindeutig mit impliziertem Feminismus und der Fragen von Weiblichkeit, Sexualität und Liebe. Es entstand ein reger dreistündiger und bleibender Diskurs mit ca. 50 Teilnehmerinnen gemischten Alters.

 

11.„MERAL“

Oktober 2016

Der Film erzählt die Geschichte einer schwangeren Syrerin, die gemeinsam mit ihrem kurdischen Mann nach Berlin geflüchtet ist, um sich hier ein neues Leben auf zu bauen. Das Kurzfilmprojekt von zwei Studentinnen vom Kostümbild ist zusammen mit dffb-Studentinnen entstanden.

 

12. "Matroschka"

Bei dem von zwei Masterstudentinnen Kostümbild beantragten Kurzfilmprojekt ging es um eine Frau, die ihre Trennung aus eigener Stärke bewältigt und aufarbeitet. Der Film richtete sich vor allem an junge Frauen und sollte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man auch in bedrückenden Lebenszeiten innere Ressourcen aktivieren kann. Er sollte Frauen Mut machen ihrer persönlichen Kraft zu vertrauen.

 

Impressum: Bettina Ott ( Fak 04/Sekr 2) und Kerstin Iskra (Frauenbauftragte der Fak 04), Stand: Juni/ 2017

 

 

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Geförderte Projekte aus dem Anreizsystem im Jahr 2015

Unsere Ziele für die UdK Belrin: Gendersensibilisierung

Geschlechtergerechtigkeit fängt im Kopf an. Denn erst wenn es ein gesellschaftliches Bewusstsein über die Benachteiligung von Frauen in fast allen Lebensbereichen gibt, kann sich auch etwas ändern.

Eine umfassende Gleichstellungspolitik ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Nötig ist eine Politik, die Missstände untersucht und bekämpft, die strukturelle Benachteiligungen unterbindet und unterstützend dafür sorgt, Frauen gleiche Chancen und Karriereperspektiven wie Männern einzuräumen.

Unsere Zielsetzung für die Fakultät Darstellende Künste

Theater ist ein Medium, das Bilder schafft und sich zwangsläufig mit Repräsentationen auseinandersetzen muss. Unser kurzfristiges Ziel ist es Denkanstöße zu geben und langfristig das Thema "Genderrepräsentation" als zentralen Punkt in der Ausbildung zu etablieren.

 

1. HYSTERICAL EXPERIMENTS

12.10.2015 - 20:00 Uhr im Infoladen FAQ in Neukölln

Namen der Beteiligten:

Sina Denise Holst (MA Europ. Anthropologie HU Berlin)

Anja Schwalbe ( MA Europ. Anthropologie HU Berlin)

Johanna Ackva (BA Tanz, Kontext, Choreografie): Beitrag bez. auf eine Recherche mit u.a. Alexandra Vasilieva (Bühnenbild, UdK)

Alisa Tretau (Regie, Hamburg, externe Teilnehmerin bei "What's the party now sister?"/ WS am HZT Berlin)

Johanna Schütt (Theaterwissenschaften FU Berlin)

Kristina Theilig (Gender Studies HU Berlin)

Kann Hysterie ein Werkzeug im antikapitalistischen Kampf sein? Was hat die Hysterie mit dem Uterus zu tun, mit gebärfähigen oder Kreativität? Was können wir von Anna O. lernen? Hat Hysterie ein Erb

Diese Veröffentlichung ist eine gesammelte Arbeit, die versucht, die Möglichkeiten neu zu definieren, was es bedeuten kann, hysterisch zu sein. Ziel ist es, ein allgemeines Verstehen der Hysterie zu stören, während es bei einer experimentellen Annährung bleibt.

 

2. „Who's the party now, sister?"

Vom  23.11. bis 11.12.2015 in zwei leerstehenden Ladenlokalen und im Galerie-Raum von secondhome projects auf der Reinickendorfer Straße in Berlin-Wedding.

Für eine dreiwöchige künstlerische Residenz waren Studierende des Bachelorstudiengangs „Tanz, Kontext, Choreographie“ des HZT – Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin  zusammen mit Sheena McGrandles und Britta Wirthmüller, beide künstlerische Mitarbeiterinnen am HZT Berlin zu Gast bei secondhome projects.

Unter dem Motto „Who’s the party now, sister?“ ging es um feministische Performance Kunst der 1960er und 70er Jahre. Aus der Beschäftigung mit unsichtbaren, peripheren, vergessenen und zensierten Arbeiten, Künstler*innen und Praktiken dieser Zeit entstanden Re-Enactments, tribute acts und neue Performances, die bei der Abschlussveranstaltung am 12.12.2015 zu sehen waren. Dabei beschäftigten sie die Fragen: Was wird erinnert, was wird vergessen, von wem und wie? 

Who's the Party

 

3. "Groteske Körper – Normalisierte Körper–Körperkonzepte"

Studiengang Kostümbild UdK Berlin; Workshop 11.12 bis 18.12.2015

Die Kulturwissenschaftlerinnen Sonja Kull (Universität Potsdam) und Katja Weise (Hygienemuseum Dresden) referierten wesentliche Positionen der Diskurse zu Körper-Konzepte wie die Theorie zum Grotesken Michail Bachtins,  die Unterscheidung von Körper und Leib (H. Plessner, M. Merleau-Ponty, H. Schmitz), die Disziplinierung und Normierung des Körpers (M. Foucault), Körper und Geschlecht (J. Butler), Körpergrenzen und Grenzkörper (C. Benthien, D. Harraway).

Körperbilder, Körperinszenierungen, Körpertechniken, Körperpraktiken – zahlreiche Untersuchungen legen dar, dass der Körper nicht etwas ist, das "natürlich" oder "einfach da" ist, sondern dass sich auf den Körper bezogene Vorstellungen und Konzepte einem permanenten Wandel unterliegen. Im Dezember 2015 veranstaltete der Studiengang Kostümbild einen Workshop zu Konzepten von Körpern.   

 

4. Symposium „Performances von [Weiblichkeit] in den Darstellenden Künsten“  am 16.01.2016

Das Symposium hatte zum Ziel, ausbildungs- und berufsrelevanten Fragen und Positionen einen Raum zu geben, die sich dafür interessierten, welchen Einfluss das Geschlecht, in diesem Fall der Status „Frau“ und die mit dem Konzept „Weiblichkeit“ verbundenen (Selbst-)Zuschreibungen, auf die eigenen Verhaltensweisen und Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Feldes der Darstellenden Künste haben können.

Programmablauf:

  • Einführung von Neslihan Arol: „Still in Trouble? Questioning the Representation of [Femininity] in Theatre in Germany"
  • Gespräch mit der Performerin Johanna Freiburg (She She Pop und Gob Squad) und der Theater- und Filmschauspielerin Margarita Breitkreiz (u. a. Castorf/Volksbühne) über die verschiedenen Spielräume als Frau auf der Bühne.
  • Vortrag von Vanessa Stern über alternative Performances von ‚Weiblichkeit‘: „Heulen kann Jede – Die Arbeit des Krisenzentrums für weibliche Komik“
  • Lecture von Lulu Obermayer zu ihrem jüngsten Solo „FEMALE DRAMA/SOLILOQUI“ (UA Sept 2015)

Es richtete sich in erster Linie an Studierende und Lehrende der Fakultät Darstellende Kunst der UdK Berlin, stand aber auch anderen Interessierten offen, die etwas mehr als ein Drittel der Anwesenden ausmachten (wobei hierzu neben Studierenden und Lehrenden anderer Hochschulen und Institute in Berlin, aber auch Hildesheim, Gießen und Dresden in der Theaterpraxis Tätige sowie Alumni der UdK Berlin zählten). Insgesamt waren es in etwa 70 bis 80 Teilnehmer*innen.

Feedback einer Teilnehmerin:

„Ich mache mir seit dieser Veranstaltung innerhalb meiner Arbeit viel mehr Gedanken: Wie gehe ich mit Klischees zum Thema Frau und Frauenbilder  in der Kunst um? Welches Bild kreiere bzw. bediene ich beim Spielen? Meine Aufmerksamkeit zum Thema ‚male gaze‘ hat sich auch verändert. Den Bechtel-Test, den man bei Filmen dazu anwendet, übertrage ich auch aufs Theater. Insbesondere Vanessa Sterns Vortrag hat mich nachhaltig beeindruckt und ins Grübeln gebracht: Möchte und kann ich in solchen Strukturen am Stadttheater später arbeiten? Neslihan Arol hat einen tollen, informativen Auftakt hinbekommen. Ich komme gern wieder und würde mich freuen, wenn Ihr weiter macht.“

Schauspielstudierende, 2. Semester UdK Berlin

Performances von Weiblichkeit

 

5. Female Drama/Soliloqui

Premiere 24. September 2015 in den Cammerspielen in Leipzig

Lulu Obermeyer entwickelte die Solo Performance in den Semesterferien zwischen dem 1. und 2. Semesters im Studiengang MA Solo Dance and Authorship. Dramaturgie: Caroline Adler, studiert an der Humboldt Universität Bühnenbild: Christoph Bartsch, Meisterschüler der HBK Braunschweig

Rezensionen aus der Leipziger Volkszeitung:

„Female Drama/Soliloqui sammelt und versammelt Monologe weiblicher Dramen-Figuren, feministische Theorie, Manifeste, Prosa, Gedichte, Lieder und Fundstücke. Soliloqui/Female Drama ist: Female Drama – „Wovon sprach ich? Ja, von der Bühne. Jetzt bin ich nicht mehr so. Jetzt bin ich schon eine richtige Schauspielerin, ich spiele mit Lust, mit Begeisterung, bin auf der Bühne wie berauscht und fühle mich schön.“

Soliloqui/Female Drama ist das Selbstgespräch und der Selbstentwurf einer Frau, die nicht für andere, sondern zuallererst für sich und mit sich spricht; in einem Spiegel, der für den Zuschauer unsichtbar ist: Sie ist Eine, in Stücke zerissen, „in Bruchstücke, von Frauen, von Diskursen, von Schweigen, von noch unberührten weißen Stellen...“ (Luce Irigaray)

Female Drama 1     Female Drama 2     Female Drama 3

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