Lehrauftrag für Szenenstudium Schauspiel

Lehrauftrag für Szenenstudium Schauspiel

In ausgewählten Spielszenen aus dem Bereich der klassischen Moderne und der Gegenwartsdramatik setzen sich die Dozentin und fünf Schauspielstudierende mit der Beschreibung und der Darstellung von Geschlechterbildern und ihrer Gender-Performance auseinander. Beschriebene Handlungsweisen wurden analysiert und auf ihre Darstellung befragt, zeitgenössische Ausdrucksweisen und ggf. eine kritische Distanz zu den literarischen Vorlagen wurden gesucht.

Die Dozentin Katrin Röver hat mit den Studierenden des 2.Studienjahrs, Linda Roher und Marlon Frank, eine Szene aus „Stück Plastik“ von Marius v. Mayenburg erarbeitet, in der ursprünglich ein Auftraggeber seine Putzhilfe auf ihren Körpergeruch hinweisen soll. Die Szene wurde aus dem Kontext genommen und auf die konkrete Situation der Schauspielstudierenden und ihr Verhältnis zu einander übersetzt. Mit eigenen Texten überschrieben, konnten die Studierenden dadurch Konflikte und Dominanzverhalten in ihrer eigenen Gegenwart und Altersgruppe untersuchen.

Mit den Studentinnen Nayana Heuer (2. Studienjahr) und Eva Gerngroß sowie Lena Brückner (beide 3.Jg) entstanden jeweils weibliche Monologe.

Nayana spielte aus Elfriede Jelinek, „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“ eine Frau, die trotz exzessivem Konsum teurer Markenkleidung Schwierigkeiten hat, ihr eigenes Körperbild, mit dem von der Modeindustrie vorgegebenen, in Einklang zu bringen.

Eva erarbeitete einen Ausschnitt aus Neil LaButes „Bash“: eine junge Kindsmörderin, die selbst Missbrauchsopfer ist, während Lena die Gabi aus Dea Lohers „Diebe“ spielte: eine junge Frau aus bildungsfernem Milieu, die fast Opfer ihres gewalttätigen Freundes geworden wäre.

Alle drei miteinander korrespondierenden Texte zeigten in diesem Szenenstudium aktive, selbstbewusste Frauen, die obwohl in deutlich lesbaren, schwierigen sozialen Umständen gefangen, den Zuschauenden herausfordernd begegneten.