studio raumproduktion SoSe26: "Do What You Want: make differently"

In Zeiten erstarkender rechtsextremer Bewegungen in Europa und der Welt, in denen Kriege, Hass und Vernichtung live auf unsere Handys gestreamt werden, wird die Frage dringend: Was können wir dem entgegensetzen? Nicht nur antworten, nicht nur reagieren.

Wir glauben an die einfache Kraft des Zusammenkommens und daran, Räume zu schaffen, in denen Unterschiede anerkannt und angenommen werden. Es sind Räume, in denen wir anderer Meinung sein können, aber nie vergessen, dass Respekt und Fürsorge die Grundlage unserer Begegnungen bilden.

„The challenge lies in altering prevalent practices that rely on (bad) habits, (mere) opinions, and (prejudiced) clichés. It’s a question of how to circumvent the empty platitudes you use to sooth yourself in the face of radical contingency as you struggle within your local universe of values, especially when it turns out, after all, to be wildly unpredictable. To take a risk, but also to take care.“ 1

Do What You Want ist seit fast zehn Jahren ein Ort, an dem kritisches Denken auf Raumproduktion trifft. Wie wir gerne sagen: radikal individuell und dennoch in Zusammenarbeit verwurzelt. Wir unterstützen deine Ideen gemeinsam über das gesamte Semester und erkunden dabei verschiedene Forschungsmethoden.

In diesem Semester suchen wir aktiv nach neuen Referenzen, übersehenen Verbündeten und vernachlässigten Praktiken. Wie können wir den Kreislauf aus Effizienz, Produktivität, Ausbeutung und Wettbewerb, der in unserer Disziplin oft tief verankert ist, überwinden und unseren Fokus auf das „Anders machen" verlagern?

Do What You Want ist eine Unterstützungsstruktur für deine Forschung und deine Interessen. Es erfordert Engagement und Offenheit; es erfordert Verlernen, das Verlassen der eigenen Komfortzone und die Unterstützung anderer dabei.

In unseren wöchentlichen gemeinsamen Reviewrunden ermutigen wir dazu, den Begriff des Feedbacks zu verlernen. Wie kannst du dem Impuls widerstehen, eine Meinung zu äußern, und stattdessen tief zuhören und einfach Fragen stellen? Wie die Performancekünstlerin Anna Ádám in ihrer School of Disobedience sagt: „Das Werk braucht keine Meinungen. Es braucht Zeit." 2

 

Quelle: Do What You Want - WiSe 25/26 Nico Ernst - Boot
Quelle: Do What You Want - WiSe 25/26 Tonja Grohmann
Quelle: Do What You Want - WiSe 25/26 Marie Lackova, Nico Ernst, Taufiq El-Mokdad - Mobile Küche
Quelle: Do What You Want - WiSe 25/26 Carl Wolff, Justus Voigt - Die Polyphone Stadt
Quelle: Do What You Want - WiSe 25/26 Max Ruefli - Graben, sammeln, ordnen

Wir treffen uns jeden Mittwoch den ganzen Tag in Studio 401. Jede Woche nehmen wir uns Zeit, eure individuellen Arbeiten in Form von Kolloquiumsgesprächen, kurzen Pin-ups und ausführlichen Präsentationen zu besprechen. Alle beteiligen sich an der Diskussion. Da es Sommer ist, möchten wir das Sstudio manchmal verlassen und uns von anderen Umgebungen inspirieren lassen.

Discoursive Dinners und andere Formen der Gastfreundschaft sind ein fester Bestandteil unseres Kurses. Die gemeinsamen Bemühungen von drei Gruppen – der Raum- und Kurationsgruppe, der Dokumentations- und Verbreitungsgruppe sowie der Kommunikationsgruppe – helfen uns, Beziehungen aufzubauen, die über einzelne Designaufgaben hinausgehen.

Aufbauend auf den Erfahrungen der einwöchigen Exkursion letzten Semesters Hof Das Blaue Pferd im Berliner Norden planen wir wieder im Laufe des Semesters ein gemeinsames intensives langes Wochenende in Brandenburg. Es wird eine Künstlerresidenz sein, bei der ihr in konzentrierter Atmosphäre an euren individuellen Projekten arbeiten könnt. Es ist eine Gelegenheit, sich zu fokussieren, einander kennenzulernen, den Alltag gemeinsam zu organisieren und füreinander zu sorgen. Details folgen!

Wie der Anthropologe und Aktivist David Graeber und die Künstlerin Nika Dubrovsky in ihrer Buchreihe „Made Differently" schrieben: „Wir werden dazu gebracht, die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist, als ihre einzig mögliche Version – aber was, wenn die Welt tatsächlich etwas ist, das wir machen, und das anders gemacht werden könnte", und „den Verdacht zu überwinden, der uns täglich eingeflößt wird, dass das Leben notwendigerweise begrenzt, elend und langweilig ist?" 3

 

Die Teilnahme ist auf 12 Studierende begrenzt.

Wir treffen uns jeden Mittwoch von 10:00 bis 18:00 Uhr in Studio 401 (Änderungen aufgrund von Gremienarbeit werden kommuniziert).

Das erste Treffen zur kurzen Besprechung eurer Projektvorschläge für das Semester findet am Dienstag der 14. April um 15:30 Uhr in Studio 401 statt.

DWYW Intensiv: tbd

Module: vorrangig Master, MA Modul 01 / 04 + BA Modul 13


Wir haben bereits E-Mails von Studierenden erhalten, die Interesse an „Do What You Want" bekundet haben. Bitte trotzdem auf Moodle anmelden!

 

1 How to make yourself a Feminist Design Power Tool, Hélène Frichot, AADR, 2016

2 Die „School of Disobedience“ der Performancekünstlerin und in Budapest lebenden Pädagogin Anna Ádám über die verborgenen Gefahren von Feedback: „Feedback kann normalisieren. Es bringt die Arbeit näher an das heran, was bereits bekannt, bereits lesbar, bereits akzeptabel ist. In Richtung Kohärenz. In Richtung von etwas, das passt. Aber was, wenn die Arbeit nicht passen will? Was, wenn ihre Stärke genau in ihrer Widersprüchlichkeit liegt, in ihrer Undurchsichtigkeit, in ihrer Weigerung, sich aufzulösen? Feedback neigt dazu, Kanten zu glätten. Und manchmal sind diese Kanten die Arbeit."

3 Cities made differently, David Gareber and Nika Dubrovsky, MIT Presss Cambridge Masaschussetts, 2025