Das Büro

Quelle: Annalou Meyer
Quelle: Annalou Meyer
Quelle: Annalou Meyer
Quelle: Annalou Meyer
Quelle: Annalou Meyer

Das Büro

Bei der Recherche ist Annalou Meyer auf die Theorie der „gläsernen Decke“ (engl. glass ceiling) gestoßen.

„Als Gläserne Decke wird eine nicht sichtbare Barriere bezeichnet, mit der Frauen[*] aufgrund von strukturellen und ideologischen Ursachen im Karriereverlauf trotz hoher Qualifikation häufig dann konfrontiert sind, wenn sie in das obere Management aufsteigen wollen, während männlichen Kollegen mit vergleichbarer Qualifikation dieser Aufstieg in der Regel ,gelingt‘. Gerade weiße Cis-Männer höheren Alters können nach den Sternen greifen; die Karriereleiter scheint für sie ins Unendliche zu gehen. Unprivilegierte Gruppen wie FLINTA und PoCs stoßen beim Erklimmen jener Leiter an eine Decke, welche unsichtbar ist. Dieser Effekt ist bewusst erzeugt. Wie soll sich schließlich eine betroffene Person gegen einen Missstand auflehnen, wenn sie sich diesem gar nicht bewusst ist?“

Ihre Schlussfolgerung ist: um die gläserne Decke überhaupt angreifen zu können, müssen wir ihrer Existenz bewusst sein. Deshalb hat sie ihre Bachelorarbeit dieser Metapher gewidmet: Das nonverbale Bewerbungsgespräch von Faustretchen mündet in einer Klimax der Missachtung Mephistos, welche durch herablassendes Auslachen seinerseits ausgedrückt wird. Der Schlauch, welcher in Mephistos Mund anfängt und im oberen Off aufhört, löst sich durch das hysterische Lachen, sodass seine vermeintliche Atemzufuhr unterbrochen wird. Anschließend fällt ein Pizzakarton samt der vom Durchbruch verursachten Glasscherben von der Decke; zeitgleich gibt Mephistos Körper den Geist auf. Faustretchen öffnet den Pizzakarton und findet darin einen glänzenden, von Blumen durchwachsenen Dominostein.