Nebenan ist Anderswo
Nebenan ist Anderswo
In Zimmern und Wohnungen in Hinterhöfen und an Häuserecken verbergen sich Geschichten. Diese Wohngeschichten mischen sich mit vielstimmigen Erzählungen über Kiezgeheimnisse, Nachbar*innenschaft und Wohnutopien. Was macht eine Wohnung zum Zuhause? Mit welchen Dingen umgeben wir uns? Wie unterscheidet sich eine Sofalandschaft von einer Straßenkreuzung? Ist unsere Stadt lebenswert? Und wer wohnt eigentlich nebenan?
Die Theater-Performance möchte Aufmerksamkeit für die vielschichtigen Themen rund um das Wohnen und die damit verwobenen Geschichten in einer Großstadt wie Berlin schaffen.
Die Gruppe der Performer*innen bestand aus einer queeren Person (23 J.), einer nichtbinären Person (21 J.), einer Frau (22) und einer Frau (75). Die ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten und Erfahrungen der vier Performenden zogen sich durch das Stück, und jede Person entwickelte einen eigenen Schwerpunkt. Durch zwei Interviews wurden weitere Perspektiven einbezogen: Eine aus Italien stammende Frau berichtete von ihrer Arbeit als Antiquitätenhändlerin und Wohnungsauflöserin; eine weitere Person sprach über ihre Realität auf dem Wohnungsmarkt als queere nicht-cis Person und Leistungsempfängerin von ALG 2. Im Stück lag außerdem ein Fokus auf dem Thema Care-Arbeit und Putzen in Verbindung mit dem Wohnen als Alltagspraxis, und es wurde auf die Sozialisierung von FLINTA* aufmerksam gemacht, die in diese Tätigkeiten hineinwachsen und denen sie zugeschrieben werden. Das Kostümbild wurde unter der Beachtung individueller Bedürfnisse und unter Einbeziehung nichtbinärer Outfits gestaltet. Das modulare Kostüm konnte mit Reißverschlüssen abgetrennt und neu zusammengesetzt werden. Das Bühnenbild bestand aus nachhaltigen Gründen aus geliehenen Gitter-Euroboxen, die mithilfe von Stäben zu Wänden und Räumen angeordnet werden konnten. Die Lichtechnikerin, die das Projekt betreute, wurde über das FLINTA*-Netzwerk Gefährliche Arbeit akquiriert.