Revolt They Say: Queer_Feministische Ästhetiken des Widerstands
Dieses Seminar untersucht aktuelle Formen des queer_feministischen visuellen Aktivismus in Film und den performativen Künsten und bietet die Möglichkeit, zu prüfen, wie Kunstpraktiken Anliegen artikulieren, Kritik üben, Normen durchqueeren und erlösende Utopien imaginieren. Dabei spielen Körperpraktiken wie Drag, Strategien wie Humor und 'Disidentification' (Muñoz), aber auch das Aufzeigen von Verletzlichkeit als Praxis einer 'weak resistance' (Majewska), affektive Ästhetiken (Cvetkovic) wie auch Materialitäten gleichermaßen eine Rolle.
Als queer_feministisch können jene künstlerischen Positionen bezeichnet werden, die sich gegen verschiedene Formen von Ungleichheit und Ungerechtigkeit richten, denen Subjekte aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Sexualität, ihres Aussehens und gesellschaftlicher ethnischer Zuschreibungen ausgesetzt sind. Sie untersuchen Verflechtungen von u.a. Sexismus und Rassismus und ihre gesellschaftlichen und individuellen Auswirkungen, stellen Machtstrukturen und Normen in Frage, greifen in Dichotomien ein und versuchen diese zu durchbrechen. Doch was genau sind zeitgenössische künstlerische Strategien, Formen und Ästhetiken der Kritik, des Widerstands und der Revolte? Zunächst werden wir (feministische) Proteststrategien erforschen und klären, was als Widerstand verstanden werden kann. Arbeiten von Künstler_innen wie A.K. Burns, Pauline Boudry und Renate Lorenz, Cassils, Sonia Khurana, Tabita Rezaire, Julischka Stengele und Filme von u.a. Shu Lea Cheang, Julia Fuhr Mann, A.L.Steiner dienen uns dabei als Diskussions- und Analysegrundlage. Wie können wir zeitgenössische queer_feministische Ästhetiken zwischen digitalem und analogem Raum definieren? Wie können Diskriminierungen subversiv durchbrochen und Normvorstellungen durch künstlerische aber auch filmische und mediale Praktiken und Ästhetiken hinterfragt werden? Welche Rolle spielt dabei der Körper mit all seinen Bewertungen und Normierungen hinsichtlich u.a. Gender, Race und Ability?
Um diese Fragen zu beantworten, werden wir Texte lesen, Filme sichten sowie Gäste einladen. Im Anschluss soll ein queer_feministisches Glossar (textbasiert und visuell/künstlerisch – je nach Präferenz) des Widerstands kreiert werden, in dem das Gelernte gesammelt und präsentiert und um neue queer_feministische Ästhetiken ergänzt wird.