Animorphosis
Metamorphose bildet ein realistisches Netz von Konnotationen, die außerhalb der Realität liegen. Zahlreiche Geschichten der Metamorphose überschreiten frei die Grenze zwischen Realität und Fantasie, nehmen osmotische Prozesse auf, um sich gegenseitig zu filtern und zu übertragen. Gerade der Aspekt, dass es möglich ist, die Wirklichkeit durch Verwandlung zu sehen und Bedeutung durch diesen Spiegel zu reproduzieren, offenbart ihre Polarität und gleichzeitig ihre Homogenität.
In der philosophischen Fiktion Vampyroteuthis Infernalis (1987) polarisiert der Kulturtheoretiker und Philosoph Vilém Flusser den Menschen und ein Tiefseetier, den Vampirkalmar, als ultimativen "Anderen" aus menschlicher Sicht. Weiter befasst er sich mit seinem "Auftauchen" aus einem Abgrund, wobei er die Frage nach der Positionierung dieses Tieres zwischen Mensch und Maschine in einer genetisch-technologischen Revolution stellt. Von diesem Abgrund aus, aus dem das Tier aufgetaucht ist, werden wir unsere Lektüre von Flusser erweitern und feministischen Stimmen über Nicht-Menschen in der Kulturtheorie und künstlerischen Praxis Gewicht geben.