studio raumproduktion WiSe26/27:Do What You Want - Navigating Complexities

Quelle: Tor Lindstrand

 

Wir glauben an die einfache Kraft des Zusammenkommens und daran, Räume zu schaffen, in denen Unterschiede anerkannt und angenommen werden. Es sind Räume, in denen wir anderer Meinung sein können, aber nie vergessen, dass Respekt und Fürsorge die Grundlage unserer Begegnungen bilden.

 

„The challenge lies in altering prevalent practices that rely on (bad) habits, (mere) opinions, and (prejudiced) clichés. It’s a question of how to circumvent the empty platitudes you use to sooth yourself in the face of radical contingency as you struggle within your local universe of values, especially when it turns out, after all, to be wildly unpredictable. To take a risk, but also to take care.“ 1

Do What You Want ist seit jetzt zehn Jahren ein Ort, an dem kritisches Denken auf Raumproduktion trifft. Wie wir gerne sagen: radikal individuell und dennoch in Zusammenarbeit verwurzelt. Wir unterstützen deine Ideen gemeinsam über das gesamte Semester und erkunden dabei verschiedene Forschungsmethoden. Do What You Want ist eine Unterstützungsstruktur für deine Forschung und deine Interessen. Es erfordert Engagement und Offenheit; es erfordert Verlernen, das Verlassen der eigenen Komfortzone und die Unterstützung anderer dabei.

In diesem Semester beschäftigen wir uns mit dem Umgang mit Komplexitäten und wie wir mit Situationen umgehen können, die vielschichtig, widersprüchlich manchmal überfordernd und unübersichtlich darstellen. Wie können wir ins Handeln kommen und über Resonanzerfahrungen lernen uns in solchen Situationen zu bewegen? Wir erkunden diesen Denkraum gemeinsam in einer kleinen Reihe von breakfast reading rooms. Dieser Diskurs kann eure Arbeiten informieren, in der Wahl eurer Interessen und Fragestellungen seid ihr losgelöst von dieser Themenstellung frei. Am Anfang steht das Formulieren der Frage. Denn auch Fragen stellen ist eine wichtige Arbeit. Sie beinhaltet sich zu positionieren, Beziehungen aufzubauen, Rahmen zu setzen. All diese Entscheidungen sind nie neutral, sondern direktional. Wo die präzisierte Fragestellung den Blick auf spezifisches schärft, schafft sie gleichzeitig blinde Flecken, wo nicht hingesehen, was nicht berücksichtigt wird. Wir wollen dieses Semester ein iteratives Arbeiten im Entwurfsprozess üben, das sequentiell den Blick weitet, einbezieht und fokussiert, editiert, sich entwurflich entscheidet.

Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years
Quelle: Do What You Want - last years


In unseren wöchentlichen gemeinsamen Reviewrunden ermutigen wir dazu, den Begriff des Feedbacks zu verlernen. Wie kannst du dem Impuls widerstehen, eine Meinung zu äußern, und stattdessen tief zuhören und Fragen stellen? Wie die Performancekünstlerin Anna Ádám in ihrer School of Disobedience sagt: „Das Werk braucht keine Meinungen. Es braucht Zeit." 2

 

Wir treffen uns jeden Mittwoch in Studio 401. Jede Woche nehmen wir uns Zeit, eure individuellen Arbeiten in Form von Kolloquiumsgesprächen, kurzen Pin-ups und ausführlichen Präsentationen zu besprechen. Alle beteiligen sich an der Diskussion.

 

Discoursive Dinners und andere Formen der Gastfreundschaft sind ein fester Bestandteil unseres Kurses. Die gemeinsamen Bemühungen von drei Gruppen – der Raum- und Kurationsgruppe, der Dokumentations- und Verbreitungsgruppe sowie der Kommunikationsgruppe – helfen uns, Beziehungen aufzubauen, die über einzelne Designaufgaben hinausgehen.

 

In ihrem essay „A PLACE BETWEEN, Art, Architecture and Critical Theory“ zitiert Jane Rendell die Gruppe „Platform“: ‘Imagination is the root of all change’. Silvia Giobertis Computer zieren die Worte „nichts funktioniert von selbst“. Wir beide statements zusammen als Einladung zum Anders machen lesen. Veränderung braucht beides: eine Vorstellung was wie verändert werden könnte, wie es anders sein könnte (Imagination) und das Praktizieren, das Einüben über das Handeln.

 

 

Die Teilnahme ist auf 12 Studierende begrenzt.

Wir treffen uns jeden Mittwoch von 10:00 bis 18:00 Uhr in Studio 401 (Änderungen aufgrund von Gremienarbeit werden kommuniziert).

Das erste Treffen zur kurzen Besprechung eurer Projektvorschläge für das Semester findet am Mittwoch der 14. Oktober um 15.00 Uhr in Studio 401 statt.


Module: vorrangig Master, MA Modul 01 / 04 + BA Modul 13



Wir haben bereits E-Mails von Studierenden erhalten, die Interesse an „Do What You Want" bekundet haben. Bitte unbedingt trotzdem auf Moodle anmelden!

 

 

Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand
Quelle: Tor Lindstrand

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1 How to make yourself a Feminist Design Power Tool, Hélène Frichot, AADR, 2016

 

2 Die „School of Disobedience“ der Performancekünstlerin und in Budapest lebenden Pädagogin Anna Ádám über die verborgenen Gefahren von Feedback: „Feedback kann normalisieren. Es bringt die Arbeit näher an das heran, was bereits bekannt, bereits lesbar, bereits akzeptabel ist. In Richtung Kohärenz. In Richtung von etwas, das passt. Aber was, wenn die Arbeit nicht passen will? Was, wenn ihre Stärke genau in ihrer Widersprüchlichkeit liegt, in ihrer Undurchsichtigkeit, in ihrer Weigerung, sich aufzulösen? Feedback neigt dazu, Kanten zu glätten. Und manchmal sind diese Kanten die Arbeit.“

 

3 A PLACE BETWEEN, Art, Architecture and Critical Theory, Jane Rendell